Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Rosenkrieg und "Erdogate": Hiermit haben die Promis des Jahres 2016 Schlagzeilen gemacht

Von Das schönste Traumpaar trennte sich, ein Satiriker wurde zum umstrittenen „Mann des Jahres“, ein Polizeisprecher zum Helden und ein gelähmter Schauspieler feierte seine Traumhochzeit. Doch dafür blieb es in einer Prominenten-Kategorie, die normalerweise für viele Skandalgeschichten und Babyfreuden sorgt, vergleichsweise ruhig.
Angespannt wirkten Angelina Jolie und Brad Pitt schon bei diesem Gipfel zur Beendigung sexueller Gewalt 2014 in London. Die Trennung 2016 überraschte dann aber doch die Öffentlichkeit. Bilder > Foto: Facundo Arrizabalaga (EPA FILE) Angespannt wirkten Angelina Jolie und Brad Pitt schon bei diesem Gipfel zur Beendigung sexueller Gewalt 2014 in London. Die Trennung 2016 überraschte dann aber doch die Öffentlichkeit.
Frankfurt. 

Es scheint das Jahr der toten Prominenten zu sein, nicht der lebenden. 2016 machten berühmte Persönlichkeiten hauptsächlich durch ihr Ableben Schlagzeilen. Klatsch und Tratsch dagegen gab es kaum, nicht mal eine neue Ehefrau für Ex-Fußballnationalspieler Lothar Matthäus. Nachrichtenarmut herrschte in den Königshäusern. Doch immerhin einige Prominente hielten die Fahne hoch und faszinierten die Öffentlichkeit mit ihrem Privatleben. Andere standen durch ungewöhnliche Taten plötzlich im Rampenlicht. Hier eine sehr subjektive Auswahl:

Die spektakulärste Trennung: Angelina Jolie und Brad Pitt galten als das schönste Traumpaar Hollywoods, ihre Namen waren in den Blättern längst zu „Brangelina“ verschmolzen. Wenn sie mit ihren sechs Kindern – drei eigenen und drei adoptierten – durch die Welt tingelten, schien der Traum einer perfekten Familie wahr zu werden. Doch vieles war, wie im Nachhinein klar wird, wohl nur Inszenierung. Im September reicht Jolie nach zwei Jahren Ehe – und insgesamt zwölf Jahren Beziehung – die Scheidung ein. Kurz darauf beginnen Rosenkrieg und Sorgerechtsstreit. Spekulationen blühen, ob Brad Pitt Alkohol und Drogen konsumiert, sich gegenüber den Kindern nicht beherrschen konnte. Das Drama wird 2017 weitergehen.

Auch Hollywood-Star Johnny Depp und seine Kollegin Amber Heard trennten sich unter lautem Mediengetöse, für die wesentlich jüngere Frau gab es nach kurzem heftigen Gerichtsstreit eine Millionenabfindung. Vergleichsweise ruhig gingen dagegen der deutsche Schauspieler Sky du Mont und seine Frau Mirja auseinander sowie Moderator Johannes B. Kerner und seine Ehefrau Britta Becker.

Die schönste Hochzeit: Schauspieler Samuel Koch, der seit einem Unfall bei der ZDF-Show „Wetten, dass..?“ im Dezember 2010 gelähmt ist, gab Teilnehmern des Projekts „Junge Zeitung“ der Frankfurter Neuen Presse noch im Januar ein Interview. Es ging um das Thema Freundschaft, er schwärmte aber auch von seiner Verlobten Sarah Elena Timpe: „Sie ist meine Liebste, mein Mädchen.“ Am 27. August heirateten sie in Kochs Heimatort Efringen-Kirchen (Baden-Württemberg). Beide hatten sich bei Dreharbeiten zu der Serie „Sturm der Liebe“ kennengelernt.

Auch zwei Fußball-Nationalspieler kamen unter die Haube: Bastian Schweinsteiger heiratete in Vendig Tennisspielerin Ana Ivanovic, Mario Gomez in München seine Freundin Carina.

Das niedlichste royale Baby: Im Gegensatz zu den Vorjahren gab es in den Königshäusern 2016 vergleichsweise wenig Nachwuchs. Aber immerhin bekamen Schwedenprinz Carl Philip und Ehefrau Sofia im April ihren ersten Sohn. Er heißt Alexander Erik Hubertus Bertil. Harte Konkurrenz in puncto Niedlichkeit: Die gebürtige Hessin Claire Lademacher, heute Prinzessin Claire von Luxemburg und Ehefrau von Prinz Felix, brachte am 28. November ihr zweites Kind zur Welt. Der kleine Sohn heißt Liam Henri Hartmut von Nassau.

Der streitbarste Satiriker: Der gebürtige Bremer Jan Böhmermann sorgte mit seinen satirischen Beiträgen zwar schon vorher für Wirbel. Aber das waren nur Stürme im Wasserglas, verglichen mit dem, was in diesem Jahr geschah: In einem Lied hatte sich das Satire-Magazin „extra 3“ (NDR) über Erdogan lustig gemacht – die Folge waren diplomatische Verstimmungen. Böhmermann legte mit einer „Schmähkritik“ nach, die einige geschmacklos fanden. Die Diskussion über die Satirefreiheit tobte. Die Staatsanwaltschaft Mainz eröffnete ein Ermittlungsverfahren gegen Böhmermann, der Vorwurf lautete: Verdacht der Beleidigung von Vertretern ausländischer Staaten. Die Bundesregierung wurde dafür kritisiert, sich nicht hinter Böhmermann zu stellen. Im Internet hieß der Skandal „Erdogate“ (aus „Erdogan“ und „Watergate“). Inzwischen ist das Strafverfahren eingestellt, Böhmermann laut einer „Playboy“-Umfrage der „Mann des Jahres“. Doch die Diskussion über die Grenzen der Satire wird vermutlich weitergehen.

Der Prominente der Herzen: Den Sprecher der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins, kannte bis zum Juli außerhalb der bayerischen Landeshauptstadt wohl kaum jemand. Doch als der Amoklauf München in Panik versetzte, bleibt der 43-Jährige besonnen, sachlich und beruhigt – hält gegen den Trend der postfaktischen Falschmeldungen. Er und sein Team erhalten später den Sonderpreis 2016 des Bundesverbandes deutscher Pressesprecher. Bei Facebook hat er inzwischen eine eigene Fanseite. Überzeugender konnte in diesem Jahr wohl kein Alltagsheld zu einem Prominenten werden.

Zur Startseite Mehr aus Panorama

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse