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Brandschutz: Hochhäuser werden öfter überprüft

Nach der Katastrophe von London stellt sich auch in deutschen Hochhäusern die Frage nach dem Brandschutz. In Wuppertal wurde deswegen eine Immobilie bereits geräumt – und der Vermieter reagierte gestern.
Städtische Mitarbeiter öffneten gestern   in Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) für einen Bewohner kurzfristig den versiegelten Eingang des Hochhauses, das wegen Feuergefahr geräumt wurde. Foto: Caroline Seidel (dpa) Städtische Mitarbeiter öffneten gestern in Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) für einen Bewohner kurzfristig den versiegelten Eingang des Hochhauses, das wegen Feuergefahr geräumt wurde.
Berlin. 

Nach der Räumung eines Hochhauses in Wuppertal wollen die Länder jetzt zügig weitere brandgefährdete Gebäude im Bundesgebiet ausfindig machen. Die Bauministerkonferenz werde „kurzfristig erheben, wo es solche Bauten geben kann“, sagte Bundesbauministerin Barbara Hendricks gestern in Berlin. Sie habe deswegen bereits mit dem Vorsitzenden der Konferenz gesprochen, Sachsen-Anhalts Landesminister Thomas Webel (CDU).

Eine Sprecherin sagte, das Bundesbauministerium werde „den Bundesländern vorschlagen, die zurzeit sechsjährige Überprüfungsfrist für diese Dämm- und Brandschutzvorgaben zu verkürzen“.

Die Fassadenverkleidung des Wuppertaler Hauses gilt als feuergefährdet. Es stamme aus den späten 50er Jahren, sagte Hendricks. Vergleichbare Gebäude müssten den kommunalen Behörden bekannt sein.

Man werde überlegen müssen, ob man die Abstände der regelmäßigen Sicherheitsüberprüfungen verkürze, sagte SPD-Politikerin Hendricks. Sie appellierte an die Besitzer der Häuser, mit den Bauordnungsbehörden gemeinsam rasch zu handeln. Deutschland setze sich auf EU-Ebene dafür ein, mit der neuen Bauprodukte-Richtlinie die in der Bundesrepublik geltenden Standards nicht zu lockern. Die Auflagen für brennbare Dämmstoffe waren 2007 verabschiedet worden.

Der Vermieter des brandgefährdeten Hochhauses in Wuppertal hat unterdessen auf die Zwangsräumung seiner Immobilie reagiert. Die Immobiliengesellschaft mit Sitz in Berlin kündigte nach Angaben einer Stadtsprecherin gestern an, die Mängel beim Brandschutz zu beseitigen und damit die Bewohnbarkeit des elfstöckigen Gebäudes wieder herzustellen. Am Dienstagabend war das Wohnhaus geräumt worden, dessen Fassadendämmung einem ausgebrannten Wohnturm in London ähneln soll. Bei dem Großbrand in der britischen Hauptstadt waren vor genau zwei Wochen mindestens 79 Menschen ums Leben gekommen.

Frankfurt ist Vorreiter

„Wir können nur hoffen, dass der Warnschuss aus London endlich ernstgenommen wird“, sagte der Leitende Branddirektor der Frankfurter Feuerwehr, Reinhard Ries. Er forderte einen besseren Brandschutz für Häuser unterhalb der Hochhausgrenze, also zwischen sieben und 22 Metern Höhe. Bis zu dieser Gebäudehöhe reichen die Einsatzgeräte der Feuerwehr. Ab 22 Metern sind nicht-brennbare Fassaden vorgeschrieben. Ries zufolge behauptet ein Großteil der Fachwelt, die Wärmedämmverbundsysteme seien sicher. Dies sei aber nicht der Fall, sagte er. Die Frankfurter Feuerwehr gilt als Vorreiter für Brandschutz bei höheren Gebäuden – auch weil in der Main-Metropole bundesweit die meisten Hochhäuser stehen.

(dpa)
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