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Männermagzin-Gründer: Hugh Hefner, der ewige Playboy ist tot

Mit einer Mischung aus Nacktaufnahmen, Interviews und deftigen Herrenwitzen machte er den „Playboy“ zu einer internationalen Marke. Nun ist Hugh Hefner im Alter von 91 Jahren gestorben.
Stets zeigte er sich in Begleitung junger Frauen. Der Pionier der Erotikpresse Hugh Hefner war – neben seinen zahlreichen Affären – drei Mal verheiratet. Foto: Globe Photos (imago stock&people) Stets zeigte er sich in Begleitung junger Frauen. Der Pionier der Erotikpresse Hugh Hefner war – neben seinen zahlreichen Affären – drei Mal verheiratet.
Washington. 

Bis zum Schluss hat sich Hugh Hefner den Spaß nicht vom Alter verderben lassen: Der Gründer des Erotikmagazins „Playboy“ ging noch in hohem Alter in Nachtclubs feiern und war an der Erstellung der Magazin-Ausgaben beteiligt. Zu Hause in seiner berühmten „Playboy Mansion“ ist der Pionier der Erotikpresse nun im Alter von 91 Jahren eines natürlichen Todes gestorben, wie das US-Männermagazin in der Nacht zum Donnerstag bekanntgab.

Die rote Smoking-Jacke über dem Bademantel, ein Schwarm junger Frauen um ihn herum, die „Playboy Mansion“ in Beverley Hills mit ihren ausschweifenden Partys – dies alles gehört zum Hefner-Mythos. Aber Fundament der Legende ist natürlich das Magazin, das der Jubilar vor mehr als 60 Jahren im Jahr 1953 gründete.

Rund um den Globus

Nicht nur, dass der „Playboy“ seit Jahrzehnten Männer rund um den Globus mit seinen erotischen Frauenfotos in Wallung versetzt. Das Magazin hat auch lange Zeit Maßstäbe dafür gesetzt, wie der Lebensstil eines Playboys auszusehen hat. Dieser Idealtypus interessiert sich eben nicht nur für Sex, sondern auch für Mode, Kultur, Politik – weshalb der „Playboy“ schon immer mehr war als ein reines Erotikmagazin.

Sein Markenzeichen auch im Alter: Der Bademantel aus Samt Bild-Zoom Foto: HECTOR MATA (AFP)
Sein Markenzeichen auch im Alter: Der Bademantel aus Samt

Zwar ist die Zeitschrift vom Zahn der Zeit nicht verschont geblieben. Seit Jahrzehnten sinkt die Auflage. Ihre Nacktfotos, so aufwendig inszeniert sie auch sind, haben im Zeitalter des Internets an Sogkraft verloren – weshalb die US-Ausgabe im vergangenen Jahr beschloss, auf die völlige Entkleidung der Models zu verzichten. Ein Jahr später, im Februar 2017, kehrte der „Playboy“ aber zu seinem Erfolgskonzept zurück.

Doch auch die negativen Entwicklungen ändern nichts daran, dass der „Playboy“ ganz am Anfang der Entwicklung stand, die Jahrzehnte später in die Massenflut nackter Körper im Internet mündete. Immer wieder ließen sich prominente Frauen nackt für das Magazin ablichten, so noch Anfang 2016 die Schauspielerin Pamela Anderson. Hefner selbst hält sich zugute, die sexuelle Revolution angefeuert zu haben, die ab den 50er Jahren die westliche Welt erfasste.

Hefner wurde am 9. April 1926 in Chicago geboren, er wuchs in einer protestantisch-konservativen Familie auf. „Mein Leben und die Einführung des ,Playboy‘ waren die Antwort auf eine repressive und puritanische Erziehung“, sagte er im Jahr 2003 der Nachrichtenagentur AFP.

Werbetexter in Chicago

In seiner Jugend und auch später als Soldat zeichnet Hefner Cartoons. Nach Kunsthochschule und Universität arbeitet er in seiner Heimatstadt Chicago als Werbetexter, erkennt aber bald den Markt für Männermagazine. Und so klebt er mit 8000 Dollar Startkapital am heimischen Küchentisch den ersten „Playboy“ zusammen – in dem er ein Starlet namens Marilyn Monroe auf den Titel hebt.

Mit mehr als 50 000 verkauften Exemplaren übertrifft der Erstling alle Erwartungen. Seinen Zenit erreichte das Blatt im Jahr 1972 mit einer Auflage von sieben Millionen Exemplaren: Zu seinem weltweiten Imperium gehören fast zwei Dutzend „Playboy Clubs“ sowie Platten-, TV- und Filmfirmen.

In seiner „Playboy Mansion“ in Los Angeles veranstaltet er Swingerpartys für die Schönen und Reichen. In den 80er Jahren gerät Hefner dann aber ins Straucheln. Sein Konzern rutscht in die roten Zahlen, er übergibt das geschäftliche Kommando an seine Tochter Christie. Trotz seines Lebensstils hat Hefner immer wieder das Glück der Ehe gesucht. Aus zwei früheren Ehen hat er vier Kinder, 2013 heiratet er zum dritten Mal: Das frühere „Playmate“ Crystal Harris ist 60 Jahre jünger als er. In einem Gespräch mit dem Magazin „Esquire“ von 2013 versicherte er, mit „mehr als tausend“ Frauen geschlafen zu haben.

Die Twitter-Mitteilung zu seinem Tod zeigt ein Foto von Hefner und zitiert dessen Lebensmotto: „Das Leben ist zu kurz, um den Traum von jemand anderem zu leben.“

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