Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 21°C

Größter Tropensturm der Geschichte in der Karibik: Hurrikan "Irma": Todesangst im Urlaubsparadies

Mit fast 300 Kilometern pro Stunde zieht ein Tropensturm durch das Urlaubsparadies Karibik. Mindestens zwei Menschen kommen ums Leben. Bäume knicken um, Dächer werden abgedeckt, Straßen überflutet. Das ganze Ausmaß der Schäden ist noch nicht abzusehen.
Letzte Hamsterkäufe vor Tropensturm „Irma“: Kunden füllen in einem Supermarkt  in Fort Lauderdale (US-Bundesstaat Florida) vor allem ihre Wasservorräte auf, um für die nächsten Tage gerüstet zu sein. Foto: Orit Ben-Ezzer (ZUMA Wire) Letzte Hamsterkäufe vor Tropensturm „Irma“: Kunden füllen in einem Supermarkt in Fort Lauderdale (US-Bundesstaat Florida) vor allem ihre Wasservorräte auf, um für die nächsten Tage gerüstet zu sein.
Marigot. 

Als „Irma“ über die Karibikinsel Saint-Martin hinwegfegt, hält auch Präfektin Anne Laubiès nichts mehr an ihrem Schreibtisch. Mit zwei Dutzend Mitarbeitern flüchtet sich die Verwaltungschefin des französischen Überseegebiets in einen betonierten Schutzraum. Draußen tobt der Hurrikan. Die Präfektur wird zerstört, der Strom fällt aus, Dächer werden abgedeckt. Mindestens zwei Menschen kommen in dem Tropensturm ums Leben, zwei weitere werden schwer verletzt, wie Frankreichs Überseeministerin Annick Girardin sagt.

„Sowas noch nicht erlebt“

Das Wasser steht mindestens einen Meter hoch in den Straßen, Pflanzenteile, Holz und Müll treiben umher, Hütten versinken in den Fluten. Daniel Gibbs, der Präsident der Territorialrats von Saint-Martin, sagt: „So etwas haben wir in Saint-Martin noch nicht erlebt. Sogar die Wände wackeln.“ Die Nachbarinsel Saint-Barthélemy oder St. Barth ist sonst vor allem als exklusiver Ferienort des Jetsets bekannt. Jetzt liegt das Urlaubsparadies inmitten des Rekord-Sturms. Senator Michel Magras schreibt in einer Textnachricht an französische Medien: „Ich bin geschockt, von dem Monster, das über uns gekommen ist. Es ist apokalyptisch.“

Das ganze Ausmaß der Zerstörung ist zunächst nicht abzusehen. Experten gehen jedoch vom Schlimmsten aus. „Irma“ ist ein Hurrikan der höchsten Stufe fünf und einer der schwersten jemals in der Region registrierten Tropenstürme. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Kilometern pro Stunde zieht er am Mittwoch über die Kleinen Antillen im Südosten der Karibik hinweg.

„Bei einer solchen Geschwindigkeit könnten Sie im Grunde nicht mal mehr atmen, wenn Sie im Wind stehen – Sie würden eh wegfliegen“, sagt Tobias Schaaf vom Deutschen Wetterdienst. „Bei solchen Geschwindigkeiten fliegt nicht nur das Dach, sondern das ganze Haus weg. Es ist desaströs.“

Auch Forida gefährdet

Der Staat Antigua und Barbuda kommt ersten Informationen zufolge recht glimpflich davon. Am Mittwoch werden die Hauptstraßen von umgestürzten Bäumen und Schutt geräumt. Der Flughafen nimmt am Nachmittag den Betrieb wieder auf.

„Irma“ zieht nun weiter Richtung Jungferninseln, Puerto Rico, Dominikanische Republik und Haiti. Auch im Süden Floridas zittern die Menschen nun schon wieder vor einem Wirbelsturm, nachdem Texas gerade von „Harvey“ verwüstet worden ist. In der Nacht von Sonntag auf Montag wird „Irma“ in Florida erwartet.

Die kubanische Regierung versetzt unterdessen den Osten der Insel in Alarmbereitschaft. Besonders hart könnte der Hurrikan das bitterarme Haiti treffen. „Das Land ist schlecht auf so einen Sturm vorbereitet. Vor allem an der Nordküste erwarten wir erhebliche Schäden“, sagt Georg Dörken von der Welthungerhilfe, der von der Hauptstadt Port-au-Prince die Hilfsmaßnahmen organisiert. „Wir werden 300 Kubikmeter Lebensmittel sowie Hygiene-Kits und Haushaltsgegenstände in die Region schaffen.“

Im Oktober vergangenen Jahres war Hurrikan „Matthew“ über Haiti hinweggezogen und hatte weite Teile des Südens zerstört. Über 540 Menschen kamen damals ums Leben, Zehntausende verloren ihr Hab und Gut.

„Wir wissen aus der Vergangenheit, dass schon deutlich weniger schwere Stürme auf Kuba, der Dominikanischen Republik und Haiti das Leben und die Existenzen abertausender Menschen zerstört haben“, sagt Claudio Moser von Caritas international. „Wir bereiten uns deshalb angesichts der Vorhersagen auf das Schlimmste vor.“

Zur Startseite Mehr aus Panorama

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse