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Naturkatastrophe: Hurrikan "Maria": Die Zerstörung ist wieder groß

Noch sind die Menschen in der Karibik mit den Aufräumarbeiten nach Rekord-Sturm „Irma“ beschäftigt, da pflügt schon der nächste Hurrikan durch das Urlaubsparadies. Die kleine Insel Dominica wird hart getroffen, in Puerto Rico rechnen die Menschen mit dem Schlimmsten.
Von diesem Restaurant in Le Carbet auf der französischen Karibikinsel Martinique sind nur noch Trümmer übriggeblieben, nachdem der Hurrikan „Maria“ dort gewütet hat. Foto: LIONEL CHAMOISEAU (AFP) Von diesem Restaurant in Le Carbet auf der französischen Karibikinsel Martinique sind nur noch Trümmer übriggeblieben, nachdem der Hurrikan „Maria“ dort gewütet hat.
Roseau. 

Für „Maria“ sind alle gleich. Der Wirbelsturm macht keinen Unterschied zwischen reich und arm, zwischen berühmt oder unbekannt. Eines der ersten Hurrikanopfer auf der Karibikinsel Dominica ist ausgerechnet Premierminister Roosevelt Skerrit. „Das Dach meiner Residenz war eines der ersten, die abgedeckt wurden“, sagt der Regierungschef. „Es gibt großflächige Zerstörung. Meine größte Angst ist, dass Menschen ernsthaft verletzt oder getötet wurden.“

Der Wirbelsturm der höchsten Kategorie 5 trifft mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 Kilometern pro Stunde auf Dominica in den Kleinen Antillen. Stundenlang tobt „Maria“ über der bergigen Insel. Bäume stürzen um, Berghänge rutschen ab, Straßen werden überflutet und Häuser beschädigt. „Wir haben alles verloren, was man mit Geld kaufen kann“, sagt Regierungschef Skerrit. „Der Wind hat fast allen Menschen, mit denen ich spreche, die Dächer ihrer Häuser weggerissen.“

Der Strom ist weg

„Maria“ ist der mächtigste Hurrikan, der je in Dominica auf Land getroffen ist. „Es regnet stark, der Strom ist weg, und Gegenstände fliegen durch die Luft“, sagt der Medizinstudent John Thottungal im US-Fernsehsender CNN. „Ich habe mich mit Wasser und unverderblichen Lebensmitteln für die nächsten Tage eingedeckt.“

Das ganze Ausmaß der Schäden ist noch nicht abzusehen. „Wir haben keine Berichte über Opfer“, sagt Polizeichef Pellam Jno Baptiste der puerto-ricanischen Zeitung „El Nuevo Día“ am Telefon. Es sei allerdings noch zu gefährlich, sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. „Wir können nicht raus.“

„Maria“ zieht nun weiter Richtung Jungferninseln und Puerto Rico. Der gefährliche Tropensturm folgt weitgehend der Route von Rekord-Sturm „Irma“, der vor rund zwei Wochen eine Schneise der Zerstörung durch die Karibik geschlagen hatte. Während die Aufräumarbeiten in der Region noch im vollen Gange sind, bekommen die Menschen schon wieder die entfesselte Naturgewalt zu spüren.

„Die Menschen auf den Britischen Jungferninseln und in der Karibik, die durch „Irma“ alles verloren haben, müssen sich nun auf einen weiteren schrecklichen Hurrikan vorbereiten“, schreibt der britische Milliardär Richard Branson in seinem Blog. „Für jene, die bereits ihr Heim und ihre Lebensgrundlage verloren haben, könnten die Schäden katastrophal sein.“

Branson will helfen

Branson verbringt viel Zeit auf seiner Privatinsel Necker Island, die zu den Britischen Jungferninseln gehört. „Irma“ hatte Teile des Anwesens des Unternehmers und Abenteurers stark beschädigt. „Hurrikans verursachen unvorstellbare Zerstörung. Wir müssen den Inseln helfen, wieder auf die Füße zu kommen“, sagt Branson. Der Milliardär fordert einen langfristigen Plan, um die Karibik wiederaufzubauen.

Puerto Rico könnte erstmals seit 85 Jahren wieder direkt von einem Hurrikan getroffen werden. Das völlig überschuldete US-Außengebiet kämpft seit Monaten gegen die Pleite, jetzt peitscht schon der zweite starke Tropensturm innerhalb von zwei Wochen über die Insel hinweg. „Wenn ihr Häuser aus Holz habt, werden sie später nicht mehr da sein. Alles, was aus Holz ist, wird wegfliegen“, warnt Sicherheitschef Héctor Pesquera. „Hört darauf, was wir euch sagen. Die Überschwemmungsgebiete müssen geräumt werden. Sonst werdet ihr sterben.“

Während Puerto Rico sich noch auf „Maria“ vorbereitet, kommt Dominica langsam wieder zu sich. „Ehrlich gesagt mache ich mir gerade keine Sorgen um Sachschäden. Wir müssen Verschüttete retten und Verletzte medizinisch versorgen“, sagt Premier Skerrit. „Wir brauchen Hilfe. Ich bitte befreundete Nationen und Organisationen darum, uns Helikopter zur Verfügung zu stellen. Ich werde an Bord gehen, über das Land fliegen und sehen, was wir brauchen.“

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