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Sporttrend: Immer mehr Deutsche schnüren in ihrer Freizeit die Wanderschuhe

Wenn Briten und Amerikaner von „Fernweh“ sprechen, hält ihr Vokabular einen Begriff aus dem Deutschen bereit: „Wanderlust“. Was macht das Wandern gerade hierzulande so beliebt?
Manuel Andrack auf dem GrünGürtel-Wanderweg. Foto: Heike Lyding Manuel Andrack auf dem GrünGürtel-Wanderweg.
Berlin. 

Allein und zu Fuß von der Nordsee zur Zugspitze? Monatelang auf dem Jakobsweg pilgern? Oder doch lieber nur ein paar Kilometer durch den Wald stapfen? Was vor Jahrhunderten noch aus der Not geboren war, ist für Millionen Deutsche längst zur Trendsportart geworden: das Wandern.

Woher kommt die Tradition?

Historikern gilt als eigentlicher Auslöser das Pilgern – Reisen zu Fuß aus religiösen Motiven. Laut Bibel war es Abraham, Stammvater der drei Weltreligionen, der sich auf Geheiß Gottes als einer der ersten Pilger auf den Weg machte. Seit einigen Jahren erleben Pilgerreisen auch hierzulande einen neuen Boom – nicht zuletzt durch Entertainer Hape Kerkeling, der sechs Wochen auf dem Jakobsweg unterwegs war: „Ich bin dann mal weg“, nannte er seinen Reisebericht.

Wie wurde das Wandern zum Freizeitvergnügen?

Bis zum Beginn des Industriezeitalters war Mobilität der reinste Luxus, denn nur wenige konnten sich Pferd und Wagen leisten. Zu Fuß transportierte man Waren, suchte nach Arbeit, führte Kriege. Mangels Alternativen gehörte das Wandern für die meisten zum Arbeitsalltag, kaum jemand wanderte zum Vergnügen. Das änderte sich erst Mitte des 19. Jahrhunderts, als moderne Verkehrsmittel wie die Eisenbahn Mobilität für alle brachte – und die Städter hinaus aufs Land.

Was ist der Unterschied zwischen Wanderung und Spaziergang?

Der deutsche Wanderverband definiert das so: Wanderer sind schneller und länger unterwegs, legen mehr Kilometer zurück, sind besser ausgerüstet und suchen die körperliche Herausforderung in der Natur. Spaziergänger schreiten gemächlicher, brauchen für den kurzen Gang allenfalls Regenschirm und -jacke und wollen in der näheren Umgebung einfach mal frische Luft schöpfen. Aber natürlich ist der Übergang fließend.

Wie stellt sich das Ganze in Zahlen dar?

Einer Studie zufolge wandern mehr als zwei Drittel der Deutschen über 16, aber nur 11 Prozent von ihnen sind regelmäßig unterwegs. Mit zunehmendem Alter steigt das Interesse, vor allem bei den Leuten über 55. In der Altersklasse bis 25 ist das Interesse am geringsten. Außerdem gibt es ein deutliches Süd-Nord-Gefälle: Die Norddeutschen schnüren ihre Wanderstiefel nur selten, in den Mittelgebirgsregionen von Sachsen und Thüringen, aber auch in Bayern und Baden-Württemberg sind die Menschen hingegen besonders aktiv. Naturerlebnis, Bewegung und Gesundheit sind ihre Hauptgründe.

Und wie stehen Prominente dazu?

Da gibt es neben Hape Kerkeling noch eine ganze Reihe weiterer Promis, die ihr Herz für das Wandern entdeckt haben. Unvergessen ist Bundespräsident Karl Carstens (1979-84), der Deutschland am liebsten zu Fuß erkundete und jede Menge Nachahmer fand. TV-Moderator, Autor und Redakteur Manuel Andrack („Die Harald-Schmidt-Show“) hat mehrere Bücher übers Wandern verfasst. Und Joey Kelly, ehemaliges Mitglied der Kelly Family, absolvierte 2010 „den Lauf meines Lebens“: 18 Tage lang wanderte er 900 Kilometer weit durch Deutschland – von Wilhelmshaven an der Nordsee bis auf die 2962 Meter hohe Zugspitze.

(dpa)
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