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Indischer Abgeordneter droht Gegnern mit Vergewaltigung

Protest gegen Missbrauch in Mumbai (Archiv). Vergewaltigungen sind Dauerthema in Indien - auch weil Politiker ständig mit kontroversen Aussagen auffallen. Foto: Divyakant Solanki Protest gegen Missbrauch in Mumbai (Archiv). Vergewaltigungen sind Dauerthema in Indien - auch weil Politiker ständig mit kontroversen Aussagen auffallen. Foto: Divyakant Solanki
Neu Delhi. 

Ein indischer Parlamentsabgeordneter hat den Anhängern einer rivalisierenden Partei mit Mord und Vergewaltigung gedroht.

«Ich werde sie eigenhändig erschießen ... und dann meine Männer losschicken, um ihre Frauen zu vergewaltigen», sagte Tapas Pal in einem Video, das indische Medien verbreiteten. Mehrere Frauenrechtsgruppen forderten am Dienstag seine Festnahme.

Vergewaltigung ist nach besonders brutalen Fällen in den vergangenen zwei Jahren zum Dauerthema in Indiens Gesellschaft geworden. Politiker fallen dabei wiederholt mit grotesken Statements auf. Erst vor einem Monat sagte Babulal Gaur, Innenminister des Bundesstaates Madhya Pradesh, Vergewaltigungen seien «manchmal richtig und manchmal falsch».

Die kontroversen Aussagen Pals sollen laut Medien bereits Mitte Juni in einem Dorf in Westbengalen gefallen und mit einem Handy aufgezeichnet worden sein. Pals Frau Nandini entschuldigte sich für die Bemerkungen ihres Mannes gegenüber der lokalen Presse. Seine Partei Trinamool Congress (TMC) distanzierte sich von den Aussagen.

«Er sollte aus dem Parlament ausgeschlossen werden», forderte Mamata Sharma, Vorsitzende der Nationalen Kommission für Frauen. Es könne nicht sein, dass die Behörden wegen der häufigen sexuellen Attacken auf der einen Seite darüber nachdenken, wie die Sicherheit für Frauen verbessert werden könne. Und gleichzeitig stachele ein Abgeordneter mit seiner Rede zu solchen Taten an.

Noch während die Aussage Pals Top-Thema der englischsprachigen Nachrichtensender in Indien war, preschte ein weiterer Politiker mit einem brisanten Statement nach vorne. Frauen sollten im beliebten indischen Ferienstaat Goa «zu ihrer eigenen Sicherheit» keine kurzen Röcke und Bikinis tragen, meinte Sudin Dhavalikar, Goas Minister für öffentliche Bauarbeiten, laut dem Nachrichtensender NDTV.

«Junge Mädchen, die in kurzen Röcken in Nachtclubs gehen, verstoßen gegen unsere Kultur», sagte Dhavalikar demnach. Auch sollten Frauen keinen Alkohol trinken. «Unsere Schwestern und Töchter werden dadurch verdorben», erklärte er laut NDTV weiter. «Goa war einst eine Stadt der Tempel und Kirchen. Wir wollen keinen Pub-Tourismus.» Ein Sprecher von Dhavalikars Partei BJP sagte, dieses Weltbild entspreche nicht der offiziellen Sichtweise der Partei.

Allerdings nehmen in Indien Aussagen zu, in denen Politiker die Rückkehr zu angeblich traditionellen Moralvorstellungen fordern oder Sexualverbrechen als nicht verhinderbar darstellen. Der Chef der Samajwadi-Partei, Mulayam Singh Yadav, etwa meinte laut lokalen Medien vor drei Monaten: «Jungs sind Jungs, sie machen Fehler.» Und sein Parteikollege Abu Azmi, Parteichef im Bundesstaat Maharahtra, erklärte dem Sender NDTV, jeglicher Sex außerhalb der Ehe sollte mit dem Tod bestraft werden - ob freiwillig oder erzwungen.

(dpa)
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