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Sänger Roberto Blanco wird heute 80 Jahre alt: Interview mit Roberto Blanco: „Ein Auftritt beim ESC wäre toll“

Manchmal hätte er sich mehr Wertschätzung gewünscht, aber entmutigen ließ sich Roberto Blanco nie. Was er als seinen größten Fehler im Leben sieht, worauf er stolz ist und was er noch vorhat, verriet er unserer Redakteurin Pia Rolfs.
Gut gelaunt kamen Sänger Roberto Blanco und seine Frau Luzandra im März zur Verleihung der Goldenen Kamera in Hamburg. Foto: Christian Charisius (dpa) Gut gelaunt kamen Sänger Roberto Blanco und seine Frau Luzandra im März zur Verleihung der Goldenen Kamera in Hamburg.

Sie wollen Ihren 80. Geburtstag groß feiern. Bedeutet er für Sie eine Zäsur?

ROBERTO BLANCO: Ja, das kann man so sagen. Es ist spannend, mit 80 nochmal sagen zu dürfen: „Ja ich bin angekommen im Heute“. Ich weiß nun, dass die Welt um ein so Vielfaches größer geworden ist, als ich mir das jemals hätte denken können. Das Internet, die sozialen Medien – alles in allem ist es ein positiver Einstand, finde ich.

Wie alt fühlen Sie sich?

BLANCO: Ach, früher sagte ich noch, ich fühle mich immer wie 20. Doch damit komm ich nicht mehr durch. Also ich fühle mich wie zwei Mal 40.

Wenn Sie auf Ihr bisheriges Leben zurückblicken: Was war für Sie der größte Erfolg?

BLANCO: Es waren einige Highlights darunter. Eine zufällige Begegnung bei meiner ersten Hamburg-Reise mit 17, mein Filmauftritt in „Der Stern von Afrika“. Der Spaß war immer wichtig für mich. Vor allem, weil man das Umfeld damit anstecken kann. Um so erfreulicher, dass „Ein bisschen Spaß muss sein“ unumstritten das größte Highlight in meinem Leben ist.

Was sehen Sie im Nachhinein als größten Fehler?

BLANCO: Mit 80 hat man auch davon genug gemacht, glauben Sie mir. Mir war lange wichtig, was alle von mir denken. Das war ein wichtiger Fehler.

Hätten Sie sich manchmal mehr Wertschätzung gewünscht?

BLANCO: Selbstverständlich. Es wäre gelogen, das abzustreiten. Speziell in meinen letzten fünf bis sechs Jahren. Ich dachte mir immer in dieser Zeit: „Wie können die das machen? Wie kann man so schnell über jemanden urteilen?“ Tief im Herzen, habe ich niemandem jemals Böses gewollt.

Zur Person: Roberto Blanco

Roberto Zerquero Blanco wurde als Sohn von Kubanern in Tunis geboren und wuchs in Beirut und Madrid auf. 1956 kam er nach Deutschland.

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Nervt es Sie, dass Sie immer wieder mit „Ein bisschen Spaß muss sein“ in Verbindung gebracht werden?

BLANCO: Natürlich hoffe ich doch, mehr hinterlassen zu können als nur den einen ganz großen Hit. Das möchte jeder Künstler, denke ich. Aber ich kann es verstehen. Seien wir ehrlich. Nachdem Sie einen Raum verlassen, wo Sie mich gerade gesehen haben, erwischen Sie sich innerhalb zehn Sekunden dabei, wie Sie „Ein bisschen Spaß muss sein“ summen.

Welche Rolle spielen Schlagersänger Ihrer Ansicht nach in Deutschland?

BLANCO: Die Schlagerbranche feiert in den letzten Jahren ganz großen Erfolg. Das erfreut mich. Die Helene füllt Stadien. Hätten Sie sich vor 20 Jahren gedacht, dass 16-jährige Jugendliche ins Stadion gehen, um Schlager zu hören? Wir müssen jedoch auch einsehen, dass viele Pop-Elemente den heutigen Schlager begleiten. Das wird für den ganz konventionellen Schlagersänger bald mal zu einer Herausforderung.

Sehen Sie den Eurovision Song Contest?

BLANCO: Ja, das habe ich. Und es war Klasse. Der Gewinner ist ein super begabter junger Kerl. Er hat es so gefühlvoll performt. Ein sehr bescheidener Typ. Dem war die Trophäe, glaube ich, egal. Der hat seine Musik gemacht. So dachte ich in dem Moment.

Warum, glauben Sie, schneidet Deutschland bei dem Wettbewerb in den letzten Jahren so schlecht ab?

BLANCO: Da bin ich wahrscheinlich der Falsche, um das zu beurteilen. Da gibt es so viele gute Leute zu fragen. Jemand sollte sich mal mit Stefan Raab unterhalten.

Sie haben sich in den 70ern für den ESC beworben. Könnten Sie sich noch vorstellen, mal dort aufzutreten?

BLANCO: Das wäre toll. Fähig bin ich dafür sicher noch.

Was möchten Sie unbedingt noch erleben – beruflich und privat?

BLANCO: Trotz stolzen hinter mir liegenden 80 Jahren möchte ich noch so vieles erleben. Ich möchte mit meiner Luzy die Welt bereisen. Ich war ja schon an so unzähligen Orten. Bis jetzt musste ich hart arbeiten. Jetzt möchte ich mir die Zeit nehmen und meinem Engel die Stationen meines Lebens zeigen. Beruflich beginnt ebenfalls eine spannende Zeit. Meine Single ist startklar. Dafür habe ich mir die Hilfe von meinem Grammy-gekrönten Freund Al Walser geholt. Ich war vor Ort und habe nicht losgelassen bis zum ersten Abendessen. Spätestens da war es für uns beide klar. Das Ding muss raus. Und wenn es draußen ist, muss es reinhauen. Ich glaube, das haben wir richtig gut hinbekommen.

Ihr Privatleben hat oft Schlagzeilen gemacht. Was wäre die Schlagzeile, die Sie am liebsten über sich lesen würden?

BLANCO: „Einer der kam, sang und ging“ – das hat doch was, oder? Soll ich es vielleicht doch mit dem Schreiben versuchen?

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