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Viele greifen oft zu Tiefkühlpizza und anderen Fertiggerichten: Kochen nur am Wochenende

Die Deutschen stehen auf Fleisch und Pasta, sie wollen lecker essen und gesund. Sie kochen auch immer noch gern selbst. Und es gibt immer noch einen kleinen Unterschied zwischen Ost und West.
Mit frischen Zutaten kochen – das wollen viele Deutsche gern, aber es ist ihnen zu mühsam. Foto: Britta Pedersen (dpa-Zentralbild) Mit frischen Zutaten kochen – das wollen viele Deutsche gern, aber es ist ihnen zu mühsam.
Berlin. 

Diese Zahl musste der Bundesminister dann doch noch verkünden, der Punkt habe ihn eben beeindruckt, sagt Christian Schmidt. Genau 75 Prozent der Deutschen in den alten und in den neuen Bundesländern kochten gerne. „Wir haben die Einheit im Kochen erreicht!“, ruft der CSU-Politiker mit einem Lächeln. Was der Minister nicht erwähnt: So ganz vereint sind die Deutschen in den alten und den neuen Ländern bei der Ernährung nicht ganz. Denn Menschen im Westen naschen deutlich häufiger täglich (23 Prozent) als Ostdeutsche (11 Prozent).

Zum zweiten Mal schon präsentiert der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft seinen Ernährungsreport. Die Umfrage dreht sich um das Essverhalten der Deutschen. Schmidt sorgte in den vergangenen Tagen eher mit Reizthemen rund ums Essen für Schlagzeilen. So will er Fleischbezeichnungen für vegetarische und vegane Lebensmittel verbieten. Begriffe wie „vegetarisches Schnitzel“ oder „vegane Currywurst“ seien „komplett irreführend und verunsichern die Verbraucher“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Der Vegetarierbund ist empört, die Organisation Slow Food warf Schmidt gestern eine „wurstige Interessenpolitik“ vor.

Bei der Vorstellung des Reports ist das kein Thema. Aber was isst Deutschland also? Immer noch am liebsten Fleisch. 53 Prozent haben am liebsten ein Fleischgericht auf dem Teller. Rouladen (8 Prozent) landen noch vor Schnitzel oder Schweinebraten (jeweils 7 Prozent). Auch Pizza (13 Prozent) und Pastagerichte (38 Prozent) gehören auf die Hitliste der Gerichte.

Die Deutschen achten angeblich mehr auf den Geschmack als auf den Preis, nehmen Essen lieber mit ins Büro als in die Kantine zu gehen, sie wünschen sich bessere Bedingungen in der Tierhaltung.

Essen als Wir-Gefühl

„Essen ist weit mehr als eine bloße Nahrungsaufnahme“, sagt Schmidt. „Es gehört zum kulturellen und sozialen Wir-Gefühl, es steht für Heimat und Gesundheit.“ Doch nehmen sich immer weniger Menschen Zeit dafür. In deutschen Küchen wird seltener gekocht. Stattdessen greifen die Verbraucher zu Fertigkost. Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) legt inzwischen Wert auf eine einfache und schnelle Zubereitung.

„Die Leute haben entweder nicht mehr die Zeit oder sind nicht mehr bereit, so viel Zeit zu investieren“, sagt Antje Gahl, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Der gesellschaftliche Wandel führe zur wachsenden Beliebtheit von Fertiggerichten. „Ein Fertiggericht muss nicht ungesund sein, es hat meist einen höheren Fett- und Zuckergehalt, aber man muss das im Einzelnen beurteilen.“

Die eigene Zubereitung von Speisen werde verdrängt – oder ins Wochenende verlagert. Dabei kochen die Deutschen mehrheitlich nach wie vor gern. „Das ist ein gewisser Widerspruch“, sagt auch Forsa-Chef Manfred Güllner.

Also alles Tütensuppe und Tiefkühlpizza? Nein. Gerade die 14- bis 18-Jährigen stehen von allen Altersklassen am liebsten am Herd. „Diese Begeisterung gilt es, mit Schulküchen und systematischen Unterrichtskonzepten aufzugreifen,“ fordert der Minister.

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