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Teilweise gestanden: LKW-Fahrer räumt Tötung der Joggerin ein

Der Prozess um den Mord an einer Joggerin in Endingen bei Freiburg beginnt zwar mit dem Geständnis des Angeklagten. Doch der Mann soll zuvor auch in Österreich gemordet haben. Und dazu sagt er nichts.
Der wegen Mordes  angeklagte  LKW-Fahrer  im  Sitzungssaal des Landgerichtes Freiburg neben seinem Verteidiger Klaus Malek. Foto: Patrick Seeger (dpa) Der wegen Mordes angeklagte LKW-Fahrer im Sitzungssaal des Landgerichtes Freiburg neben seinem Verteidiger Klaus Malek.
Freiburg. 

Seit dem Mord an der Joggerin in Endingen bei Freiburg hat Catalin C. zur Tat geschwiegen. Erst zum Prozessauftakt am Mittwoch bricht er sein Schweigen. Der Familienvater und Berufskraftfahrer aus Rumänien legt vor dem Landgericht Freiburg ein Geständnis ab. In dem Strafprozess sitzt der 40-Jährige den Eltern, dem Bruder und dem Ehemann der Ermordeten direkt gegenüber. Und äußert sich erstmals zu dem Verbrechen, das Ermittler als besonders grausam bezeichnen. Beim Angeklagten, da sind sich Polizei und Staatsanwalt sicher, handelt es sich um einen Mehrfachmörder.

Erklärung verlesen

Catalin C. betritt in Handschellen und schwer bewacht den Gerichtssaal. Ein schmächtiger Mann, der Blickkontakt vermeidet. Als er von der Vorsitzenden Richterin Eva Kleine-Cosack angesprochen wird, lässt er seinen Anwalt Klaus Malek eine persönliche Erklärung verlesen. Es ist das Geständnis des Angeklagten, diktiert vor wenigen Tagen im Gefängnis.

Vorgeworfen werden dem Mann Mord und besonders schwere Vergewaltigung. Er soll die junge Frau vor rund einem Jahr in Endingen in einem kleinen Waldstück in den Weinbergen getötet und vergewaltigt haben. Zudem wird ihm der Mord an einer 20 Jahre alten französischen Austauschstudentin aus Lyon im Januar 2014 im rund 400 Kilometer von Endingen entfernten Kufstein in Österreich zur Last gelegt. An beiden Tatorten waren Spuren von ihm gefunden worden, beide Taten ähneln sich.

Vor Tat getrunken

„Mein Leben in den letzten Jahren war deprimierend“, lässt Catalin C. erklären. „Gelebt und gewohnt habe ich im Lastwagen.“ Dem Gutachter sagte er, er habe in der Zeit vor der Tat viel getrunken – ein bis zwei Flaschen Wein pro Tag.

An einem regnerischen Sonntagnachmittag Anfang November 2016, so gesteht er, war er in den Weinbergen des 9000-Einwohner- Ortes Endingen, als die 27 Jahre alte Joggerin seinen Weg kreuzte. Sie war allein unterwegs, Täter und Opfer kannten sich nicht.

Die Liste der Grausamkeiten listet in der Anklage Oberstaatsanwalt Tomas Orschitt auf. Der Mann habe die wehrlose Frau von dem Weg 70 Meter ein abschüssiges Waldstück hinuntergeschleift. Dort habe er die Frau vergewaltigt und mit wuchtigen Schlägen getötet.

Den Mord in Österreich erwähnt Catalin C. nicht – auch nicht den Messerangriff 2005 auf eine Prostituierte in Rumänien, der Ermittlungen nach sich zog. Diese wurden aber wieder eingestellt.

„Es ist wichtig zu wissen, wer der Täter ist“, sagt der Anwalt der Eltern der Ermordeten, Peter Oberholzner. „Bislang war das ein schwarzes Loch. Jetzt hat man ein Gesicht dazu.“

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