Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 13°C

Interview mit Hochzeitsplanerin Friederike Mauritz: Liebesglück als Event

Als glücklichster Tag des Lebens gilt die Hochzeit. Die Frankfurter Hochzeitsplanerin Friederike Mauritz will dazu beitragen, dass dieses Event perfekt wird. Sie erzählt im Gespräch mit Redakteurin Pia Rolfs, warum sich das wahre Liebesglück von außen nur schwer erkennen lässt und aus welchen Gründen mal eine Hochzeit platzte.
Friederike Mauritz zeigt gern Alben mit Fotos von Hochzeiten, bei deren Planung sie geholfen hat. Bilder > Foto: Holger Menzel Friederike Mauritz zeigt gern Alben mit Fotos von Hochzeiten, bei deren Planung sie geholfen hat.

Wenn die Hochzeitswilligen zu Ihnen kommen, wirken sie dann glücklich oder eher gestresst?

MAURITZ: In dem Moment, wo sie herkommen, sind sie eher glücklich und entspannt.

Die Hochzeit gilt immer noch als glücklichster Tag im Leben. Setzt das die Menschen auch sehr unter Druck?

MAURITZ: Ja, jeder möchte die Hochzeit als den glücklichsten Tag des Lebens planen. Das war früher auch schon so. Die Ansprüche sind heute nur höher und damit der Stress der Vorbereitung.

Wie versuchen Sie, den Paaren zu ihrem Glück zu verhelfen?

MAURITZ: Ich versuche vor allem, sie zu entspannen, zu beraten und ihnen zu vermitteln, dass sie mir vertrauen können. Für manchen ist es auch nicht einfach, die Planung abzugeben. Dabei haben die meisten ein großes Zeitproblem, weil sie viel arbeiten.

Treten bei der Hochzeitsplanung auch Spannungen zutage?

MAURITZ: Klar. Deswegen ist es uns sehr wichtig, den Paaren klarzumachen, dass sie sich alles gemeinsam überlegen sollen. Die meisten besprechen nur zwei, drei Parameter – und dann geht die Braut los und organisiert. Mit den Eltern gibt es manchmal Probleme, weil die sich andere Dinge vorstellen als das Paar selbst. Dann treten wir manchmal als Mediator auf.

Erleben Sie manchmal, dass ein Liebesglück inszeniert wird, das vielleicht gar nicht so tief gefühlt wird?

MAURITZ: Das ist sehr schwierig zu beurteilen. Ich begleite das Brautpaar zwar sehr eng, aber ich erlebe sie ja nicht ganz privat. Es gibt schon Paare, bei denen ich denke: Das wird nicht gutgehen. Aber andererseits habe ich auch mal ein Paar betreut, von dem ich dachte, dass es sehr gut zusammen passt. Die Ehe ging jedoch nach drei Monaten in die Brüche. Deswegen halte ich mich mit Urteilen zurück. Zumal ich oft nur einen Teil des Brautpaares richtig kennenlerne, meistens die Braut.

Ist eine Hochzeit also immer noch eher Frauensache?

MAURITZ: Ja, nach wie vor, bis auf wenige Ausnahmen.

Ist es denn schon mal passiert, dass ein Paar anfing zu planen, dann aber doch nicht heiratete?

MAURITZ: Ja, aber kurzfristig abgesagt wurde eine Hochzeit bei uns in 17 Jahren bisher nur zwei Mal – einmal weil die Brautmutter gestorben und einmal weil der künftige Ehemann fremdgegangen ist.

Was macht für Sie ein glückliches Paar aus?

MAURITZ: Aus privater Sicht würde ich sagen: Es ist wahnsinnig wichtig, dass sich beide gut kennen, dass sie auf einer Wellenlänge schwingen – wenn es etwa um ihre Erwartungen, die Kinderfrage, Religion oder einen Hauskauf geht. Und vor allem, dass sie unheimlich viel Respekt dem anderen gegenüber haben.

Wenn Sie den Paaren Tipps für die Ehe geben würden, wie würden die aussehen?

MAURITZ: Sie sollten sich immer gegenseitig zuhören, aufeinander eingehen und tolerant mit dem anderen sein. Und es braucht natürlich ganz viel Liebe.

Wie lange sind Sie selbst verheiratet?

MAURITZ: Ich bin mit meinem Mann seit 23 Jahren zusammen, aber wir sind erst seit acht Jahren verheiratet.

Hat sich Ihre Einstellung zur Ehe durch Ihren Beruf verändert?

MAURITZ: Nicht zur Ehe, aber zur Hochzeitsfeier. Jetzt habe ich mehr Respekt vor der Arbeit, die hinter einem solchen Fest steckt.

War Ihre Hochzeit denn der glücklichste Tag in Ihrem Leben?

MAURITZ: Nein, die glücklichste Sekunde war, als ich meine Tochter zum ersten Mal im Arm gehalten habe. Aber die Hochzeit war natürlich auch schön. Ich habe für eine Hochzeitsplanerin ungewöhnlich klein gefeiert. Bei vielen Brautpaaren auf großen Hochzeiten sehe ich, dass sie auf sehr viele Leute eingehen müssen. Daher haben sie gar nicht die Chance, alles zu würdigen – so schnell geht der Tag für sie vorbei.

Was war der bewegendste Moment im Laufe Ihrer Hochzeitsplanungen, den sie je erlebt haben?

MAURITZ: Ein Brautpaar hatte schon sehr früh standesamtlich geheiratet, aber die kirchliche Trauung erst Jahre später nachgeholt. Da waren ihre Kinder schon sechs und acht Jahre alt. Die haben dann in der Kirche gesungen, hatten lange dafür geprobt und waren total süß. Das war sehr rührend. Wenn ich daran denke, bekomme ich heute noch Gänsehaut. Das war einer der sentimentalen Höhepunkte in meiner Karriere.

Wenn Sie Glück in einem Satz definieren müssten, wie würde der lauten?

MAURITZ: Glück ist für mich, die Freude anderer Leute zu sehen.

In der nächsten Folge lesen Sie ein Interview mit dem Pfarrer Klaus Douglass, der sich in Büchern und Seminaren mit dem Glück befasst. Alle Folgen der Serie, einen Film und ein Quiz unter www.fnp.de/glück.

Zur Startseite Mehr aus Panorama

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse