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Wirbelsturm: Mächtiger Hurrikan „Nicole” zieht auf Bermuda zu

In Haiti brachte der Wirbelsturm „Matthew” Tod und Verwüstung, nur langsam läuft die Hilfe im Katastrophengebiet an. Zudem droht nun die Gefahr einer Cholera-Epidemie. Die Menschen auf den Bermuda-Inseln bereiten sich auf Hurrikan „Nicole” vor.
Zerstörungen durch Hurrikan „Matthew” in Haiti: Jetzt zieht der schwere Hurrikan „Nicole” auf Bermuda zu. Foto: Logan Abassi/Minustah Zerstörungen durch Hurrikan „Matthew” in Haiti: Jetzt zieht der schwere Hurrikan „Nicole” auf Bermuda zu. Foto: Logan Abassi/Minustah
Hamilton/Port-au-Prince. 

Der schwere Hurrikan „Nicole” hält auf Bermuda zu. Das Zentrum des Wirbelsturm der Kategorie 4 lag am späten Mittwochabend (Ortszeit) rund 290 Kilometer südsüdwestlich von Bermuda.

Mit Windgeschwindigkeiten von 215 Kilometern pro Stunde sollte der Hurrikan das britische Überseegebiet im Laufe des Donnerstags treffen oder streifen, wie das US-Hurrikan-Zentrum mitteilte.

Auf den Inseln bereiteten sich Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte auf die Ankunft des Sturms vor. „„Nicole” ist eine ernsthafte Bedrohung für Bermuda”, sagte Sicherheitsminister Jeff Baron der Zeitung „Royal Gazette”. „Es ist sehr wichtig, dass die Bewohner ihre Häuser sichern und sich vorbereiten.”

Geschäfte, Büros und Schulen sollten bis mindestens Freitag geschlossen bleiben. Airlines sagten ihre Flüge nach Bermuda ab, der Bus- und Fährverkehr wurde eingestellt. „Niedrig liegende Gebiete könnten überschwemmt werden”, sagte die Direktorin des Wetterdienstes, Kimberly Zuill.

In Haiti zeigte sich eine Woche nach dem schweren Hurrikan „Matthew” das ganze Ausmaß der Zerstörung. 1,4 Millionen Menschen in dem bitterarmen Karibikstaat brauchen dringend Hilfe. Auch die Zahl der Todesopfer stieg weiter. Nach Angaben des Zivilschutzes kamen 473 Menschen in dem Wirbelsturm ums Leben. In verschiedenen Medien war von deutlich höheren Opferzahlen die Rede. Rettungskräfte vor Ort sagten, die Zahl der Todesopfer werde voraussichtlich noch steigen.

„Die Verteilung der Hilfsgüter läuft nur langsam an”, sagte Holly Frew von der Hilfsorganisation Care der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. In der Stadt Jérémie sei fast jedes Haus zerstört, die Menschen hätten nichts zu essen. „Die Hilfsgüter erreichen uns nach und nach, aber die Verteilung ist eine riesige logistische Herausforderung.”

Die US-Hilfsagentur USAID flog 480 Tonnen Hilfsgüter in die Region, aus Frankreich trafen zwei Transportflugzeuge mit Rettungskräften und Material in Haiti ein. Aufgrund der starken Beschädigung der Infrastruktur in der besonders stark betroffenen Region im Südwesten gelangen Lebensmittel, Wasser und Hygieneartikel allerdings nur langsam zu den Menschen.

„Es gibt hier Dörfer, die lassen sich nur per Helikopter oder Boot erreichen”, sagte Alexander Mauz vom Arbeiter-Samariter-Bund am Mittwoch nach einem Besuch im Süden. „Die Menschen sind verzweifelt. Sie haben ihre Häuser und ihre Ernte verloren. Auch eine Woche nach dem Sturm ist bei ihnen noch keine Hilfe angekommen.”

Den Rettungskräften bereitete vor allem die Cholera-Gefahr Sorgen. „Allein im Department Grand'Anse gibt es bereits 279 Fälle”, sagte Care-Mitarbeiterin Frew. „Mindestens zehn Menschen sind schon gestorben.”

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schickte eine Million Impfdosen gegen Cholera in das Katastrophengebiet. Allerdings müssten noch weitere Schritte gegen die Ausbreitung der Seuche unternommen werden, teilte die WHO mit. „Das Wichtigste ist, die Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen und die Abwasserentsorgung zu verbessern”, sagte WHO-Cholera-Experte Dominique Legros.

„Das Wasser ist hochgradig kontaminiert, weil Latrinen zerstört und sogar ganze Friedhöfe überschwemmt wurden. Es besteht die Gefahr, dass Seuchen wie die Cholera ausbrechen”, sagte der Leiter von Caritas International, Oliver Müller. Die Durchfallerkrankung Cholera wird vor allem durch verschmutztes Trinkwasser ausgelöst.

Bei einer Cholera-Epidemie nach dem schweren Erdbeben 2010 waren mehr als 8500 Menschen an der Seuche gestorben. Wahrscheinlich hatten nepalesische UN-Blauhelmsoldaten die Krankheit nach Haiti eingeschleppt.

(dpa)
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