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Kriminelle Banden: Mehr als 30 Tote bei Häftlingsrevolte in Brasilien

Der Krieg zwischen kriminellen Banden in Brasiliens Gefängnissen nimmt kein Ende. Bereits am Montag starben mehr als 50 Häftlinge in Manaus. Vier Tage später kam es nun zu einem neuen Massaker in Boa Vista.
Polizisten stehen vor dem Gefängnis in Boa Vista Wache. Foto: Roraima Em Tempo/Xinhua/Zuma Polizisten stehen vor dem Gefängnis in Boa Vista Wache. Foto: Roraima Em Tempo/Xinhua/Zuma
Boa Vista. 

Mindestens 31 Häftlinge sind bei einer erneuten Gefängnisrevolte in Brasilien getötet worden. Das teilten die Justizbehörden des nordbrasilianischen Bundesstaates Roraima am Freitag mit, nachdem sie die Opferzahl zuvor mit 33 angegeben hatten.

Erst am Montag waren im benachbarten Bundesstaat Amazonia 56 Insassen einer Haftanstalt in Manaus in einem Streit zwischen rivalisierenden Banden getötet worden.

Die neuerliche Revolte begann am frühen Freitag in der Haftanstalt Monte Cristo bei Boa Vista. Die Sicherheitskräfte gewannen nach Angaben der Behörden nach wenigen Stunden die Kontrolle über die ländliche Haftanlage wieder. Die Täter seien Mitglieder der kriminellen Bande Primeiro Comando do Capital (PCC/Erstes Kommando der Hauptstadt), erklärte der Sicherheitssekretär von Roraima, Uziel Castro. Die Leichen der Opfer seien teilweise enthauptet und zerstückelt worden.

Bei der Revolte am Montag in Manaus hatten viele Opfer der PCC angehört. Die Behörden von Amazonia warnten nach dem Gemetzel in Manaus die Regierung von Roraima vor einer Ausweitung des Krieges unter kriminellen Banden. Die PCC ist landesweit mit der Bande Comando Vermelho (CV/Rotes Kommando) verfeindet, deren regionale Verbündete von der Bande Familia del Norte (FDN/Familie des Nordens) für das Massaker in Manaus verantwortlich gemacht werden.

Der Justizminister Alexandre de Moraes wies auf einer Pressekonferenz Spekulationen zurück, nach denen es sich in Boa Vista um eine Racheaktion nach den Geschehnissen in Manaus handelte. In Boa Vista gebe es keine Mitglieder anderer Banden, es sei ein noch nicht geklärter interner Konflikt zwischen PCC-Häftlingen und nicht organisierten Insassen ausgebrochen.

In Monte Cristo waren im vergangenen Oktober bei einer Fehde zehn Häftlinge getötet worden. In der Haftanstalt sitzen über 1400 Insassen ein - bei einer Kapazität für nur 750 Häftlinge.

Brasilien ist eines der Länder mit der höchsten Zahl an Gefängnisinsassen. Nach Angaben des Instituts IPCR gibt es derzeit mehr als 620 000 Häftlinge in Haftanstalten, deren Gesamtkapazität bei 372 000 liegt.

(dpa)
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