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Ausstellung: Museum des Glücks in London will Menschen zufriedener machen

In London befindet sich das weltweit einzige Museum des Glücks. Erwachsende können sich im Bällebad austoben oder mehr über die Wissenschaft Glück erfahren. Dahinter steckt jedoch vor allem ein Ort, an dem Besuchern Wege aufgezeigt werden, wie sie zufriedener im Alltag sein können.
Schön bunt: Das „Museum of Happiness“ in London. Schön bunt: Das „Museum of Happiness“ in London.
London. 

Das Glück liegt versteckt im Untergeschoss am Ende des kahlen, neonbeleuchteten Ganges. Erst ein kleines gelbes Schild zeigt den suchenden Besuchern, dass sie sich auf dem richtigen Weg befinden. Hier, in dem modernen Gebäude im Londoner Stadtteil Camden, wo täglich Tausende Touristen durch die Straßen wuseln, befindet sich das weltweit einzige Museum des Glücks.

Zur Begrüßung flötet einem eine Britin ein überfröhliches „Hello“ zu. Rosa Connor ist eine der drei Gründer des Museums, das auf den ersten Blick mehr an einen Spielplatz für Erwachsene erinnert. „Wir wollen das Konzept erkunden: Was ist Glück?“, so die 31-Jährige, die lange Jahre als Yoga-Lehrerin gearbeitet hat. Es stecke eine Wissenschaft dahinter. Doch nach einer Antwort wird in dem großen Raum zurzeit noch weniger mit Hilfe von Tafeln und Theorien gesucht.

Eine Definition fürs Glücklichsein steht an der Wand geschrieben, sie stammt von der US-Psychologin Sonja Lyubomirsky: „Die Erfahrung von Freude, Zufriedenheit oder positivem Wohlbefinden, kombiniert mit einem Sinn dafür, dass das eigene Leben gut, bedeutend und wertvoll ist.“

Kleine Dinge genießen

Stattdessen gibt es ein Bällebad, in dem zu leisen Klängen Erwachsene entspannen können, sowie mehrere Stationen, wo zu Aktivitäten aufgerufen wird. „Nehmen Sie sich einen Moment und überlegen Sie, wofür Sie dankbar sind. Schreiben Sie es auf den Zettel.“ An einem Baum baumeln hunderte Anhänger – Menschen, die sich dankbar für ihre Familie zeigen, für schöne Momente, für die Chance, studieren zu können.

„Es sind die kleinen Dinge, die wir uns bewusst machen müssen“, sagt Rosa Connor. Das Ziel des Museums sei es, sich der psychischen Gesundheit durch das Thema Glück anzunähern. Tatsächlich kommen die Menschen, um mit Yoga oder Meditation, durch Basteln oder Malen, Seelenpflege zu betreiben. „Wir sind ein Ort des Sonnenscheins“, so Connor. Man könnte es auch als ehrenamtlich betriebenes Gemeindezentrum bezeichnen. „Wir haben in Großbritannien ein Riesenproblem mit psychischer Gesundheit.“

Lange als Tabuthema verpönt, brachten es ausgerechnet die Royals zurück auf die Agenda. Prinz Harry, Prinz William und Ehefrau Kate engagieren sich seit geraumer Zeit mit ihrer Kampagne „Heads Together“ für mehr Offenheit im Umgang mit psychischen Krankheiten. Die beiden Brüder haben selbst Erfahrung. Sie gaben unlängst zu, wie sehr sie der Unfalltod ihrer Mutter, Prinzessin Diana, belastet hat. Mentale Gesundheit sei ein Thema, das jeden betreffe, sagte Prinz William. Harry kritisierte zudem die sehr britische Eigenschaft, die auf der Insel „stiff upper lip“ genannt wird – wörtlich übersetzt „steife Oberlippe“. Es geht darum, Emotionen unter allen Umständen unter Kontrolle halten zu müssen.

Workshops und Lach-Yoga

Im Museum des Glücks, finanziert durch private Spenden und Einnahmen aus Trainingsprogrammen, findet derzeit das Glücksfestival statt. Vorträge, Workshops und Lach-Yoga – Besucher sollen verstehen lernen, was zu langanhaltender Zufriedenheit führen kann und dazu noch Spaß haben. Connor sowie ihre Co-Gründer Victoria Johnson und Shamash Alidina, der Achtsamkeitstraining lehrt, gehen zudem an Schulen, in Unternehmen oder Gemeindezentren, um jene zu erreichen, die „eine kleine Pause vom hektischen London-Leben“ benötigen.

Ein Mann spaziert in das Museum, setzt sich auf eines der Kissen in der Mitte des Raums, die überall auf dem Kunstrasen verteilt sind. Er ist obdachlos, leidet unter psychischen Problemen, kommt regelmäßig vorbei. Im „Kreativitätsraum“ vergesse er seine Sorgen für eine Weile, sagt er. „Man kann hier wieder vier Jahre alt sein.“ Rosa Connor strahlt ihn an. Er lächelt zurück.

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