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Orkan treibt Insulaner ins Haus

Das Seenotrettungsboot "Bernhard Gruben" macht vor der Nordseeinsel Norderney eine Kontrollfahrt. Foto: Frank Kahl/dpa Das Seenotrettungsboot "Bernhard Gruben" macht vor der Nordseeinsel Norderney eine Kontrollfahrt. Foto: Frank Kahl/dpa
Norderney/Borkum. 

Banges Warten auf das nächste Hochwasser: Wie schlimm trifft der Orkan «Xaver» mit seinen Sturmfluten die ostfriesischen Inseln und das Festland? Mit Wucht erreichen die ersten schweren Sturmböen am Donnerstagmittag die niedersächsische Insel Norderney.

Regen und Hagel peitschen durch die Luft, am Strand sorgt Flugsand für tränende Augen. Durch die verlassenen Straßen fliegen Plastiktüten. «Diese Böen sind erst die Vorboten, der eigentliche Orkan kommt später», sagt der Wetterbeobachter Frank Kahl vom Deutschen Wetterdienst (DWD) auf Norderney.

Zwei Inseln weiter westlich macht sich Borkums Bürgermeister Georg Lübben (parteilos) langsam Sorgen: «Wir hoffen immer noch, dass die Sturmflut-Prognosen so nicht eintreffen.» Aus Sicherheitsgründen sollte am Nachmittag das Hafenviertel mit 200 Bewohnern evakuiert werden. Damit ist der Hafen von der Ortschaft abgeschnitten - und die Insel vom Festland, denn die Borkum-Fähren von Emden haben ihren Betrieb eingestellt.

Bis zum Nachmittag sind noch keine Schäden auf Borkum bekannt, doch Lübben fürchtet ähnliche Folgen wie beim Orkan «Christian» im Oktober. Damals wütete der Sturm mit Rekord-Geschwindigkeiten von bis zu 191 Kilometern pro Stunde auf der Insel und deckte etliche Häuser ab. «Wenn sich das wiederholt, werden wir hier ein richtiges Problem haben.» Angesichts derartiger Naturgewalten wagt Lübben keine Prognosen über den Ausgang des Orkans: «Wir haben alles Menschenmögliche getan. Aber vor Gericht und auf hoher See weiß man nie.»

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(Von Hans-Christian Wöste, dpa)
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