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Pinterest: Das neue Facebook?

Neben Internet-Superstar Facebook versuchen immer mehr Webseiten ihr Glück. Zu den hoffnungsvollsten Newcomern zählt die Plattform "Pinterest". Dort finden sich Nutzer anhand ihrer Interessen. Wir stellen das neue Portal vor und warnen vor möglichen Klagen.
Frankfurt. 

In Kürze geht das soziale Netzwerk Facebook an die Börse. Finanzkreise bewerten das Unternehmen mit bis zu 100 Milliarden Dollar. Ein echtes Schwergewicht. Dutzende Konkurrenten stehen in den Startlöchern und wollen etwas vom großen Kuchen des sozialen Netzwerks abhaben. Einer davon nennt sich Pinterest und will Menschen anhand ihrer Vorlieben zusammenbringen.

Experten geben dem Neuling gute Chancen. "Neben Plattformen, wo Nutzer ihre Freundschaften pflegen, entstehen Netzwerke, die sich nicht um Beziehungen, sondern gemeinsame Interessen drehen", sagt Jörg Stark von der Frankfurter Agentur für Internet-Marketing und Online-PR, Online Digital X. Er beobachtet den dynamischen Markt sehr aufmerksam. "Mit Facebook ist noch lange nicht das letzte Wort im Bereich von Social Media gesprochen – auch wenn die Plattform bald eine Milliarde Nutzer haben wird. Es ist noch Platz für etwas Neues und Plattformen wie Pinterest." Diese könnte durchaus das nächste "große Ding" werden.

Viel Fotos, wenig Text

Die Macher von Pinterest setzen ganz auf die Macht der Bilder: Nutzer posten, was ihnen im Internet gefällt und erstellen so eine Art Sammelalbum. Der Name der Plattform ist eine Wort-Neuschöpfung und setzt sich aus den Begriffen "Pin" und "Interest" (Stecknadel und Interesse) zusammen. Und genau darum geht es in der neuen Community: Die Nutzer heften Bilder und Filme an ihre Online-Pinnwände und zeigen dem Rest der Welt, für was sie sich interessieren.

Nebenbei entstehen Interessensgruppen: Es gibt Pinterest-Seiten von Menschen, die Tipps für Frisuren sammeln, lustige Cartoons oder Bilder von schönen Kühlschränken. Alles ist fein säuberlich nach Themen geordnet und kommt fast ohne Text aus – dafür gibt es massenweise hübsche, lustige oder interessante Fotos zu sehen. Sie machen für viele Nutzer den Reiz von Pinterest aus. Facebook und Twitter setzen vornehmlich auf Wortbeiträge – auf Dauer ist das etwas anstrengend.

Allerdings ist die Bildergewalt der Plattform auch ihre größte Schwäche. Denn die meisten Nutzer kümmern sich nicht darum, ob Fotografen ihre Fotos überhaupt auf Pinterest verbreitet sehen wollen. Zumindest in Deutschland begeben sich Pinterest-Nutzer unter Umständen auf rechtlich sehr dünnes Eis (siehe Interview). Um sich selbst vor Klagen zu schützen, gibt Pinterest seit kurzem Webseiten eine Möglichkeit, Fotos vor dem Kopieren zu schützen. Auch Flickr ermöglicht seinen Usern bereits, das Kopieren der eigenen Fotos zu verbieten.

Extremes Wachstum

Die zehn Millionen angemeldeten Nutzer kümmern rechtliche Probleme unterdessen wenig: Ihre Zahl steigt stetig. Das Wachstum ist vergleichbar mit dem von Facebook vor fünf Jahren. Mehr als elf Millionen Menschen besuchen die Plattform jede Woche. Die Marktforscher von comScore maßen bei Pinterest in Deutschland seit Mai 2011 ein Wachstum von knapp 3000 Prozent. Die meisten Nutzer stammen noch aus den USA.

Pinterest befindet sich derzeit noch in einer Testphase. Nutzer können sich nur auf Einladung anderer Nutzer anmelden – oder nach einem Antrag von Pinterest eingeladen werden. Die Bedienung der Plattform ist simpel: Nach wenigen Mausklicks hat man seine Fotoalben angelegt – und wenn man die Website mit seinem Facebook-Account verknüpft, findet Pinterest automatisch Freunde und Follower dieser Netzwerke. So finden sich Bekannte auch auf der neuen Plattform wieder.

Dass nicht unbedingt alles während der Testphase glattläuft zeigt auch ein Blick in die Nutzerbedingungen: Dort behält sich das Unternehmen das Recht vor, Bilder seiner Nutzer auf eigene Rechnung zu verkaufen. Dazu befragt rudert die Firma zurück und teilt mit, man überarbeite das Dokument derzeit. Ein fader Beigeschmack bleibt.

Intuitive Bedienung

Die eigene Pinnwand bestückt man am besten mit Fotos, die man selbst aufgenommen hat – oder von denen der Urheber einem die Erlaubnis zum Kopieren gegeben hat. Das könnten etwa Tierfotos sein, Bilder von seinen schönsten Urlaubszielen oder Eindrücke von einer Designausstellung. Damit die Bilder gefunden werden, lassen sie sich mit Begriffen wie "Reise", "Sport" oder "Design" versehen.

Nun stellt sich noch die Frage, womit Pinterest Geld verdient. Offene Werbung sucht man vergeblich. Die Antwort ist einfach: Mit speziellen Links werden die Nutzer auf Online-Shops geleitet, bei denen sie etwa ein abgebildetes Kleid gleich kaufen können. Pinterest streicht die Provision ein.

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