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Regisseur Anderson: "The Master" von Scientology inspiriert

Ein selbst ernannter Guru, der abstruse Ideen verbreitet und immer mehr Anhänger findet: Teile seines Sekten-Dramas "The Master" seien von der Scientology-Geschichte inspiriert, verriet Regisseur Paul Thomas Anderson in Venedig.
Andersons Sektendrama "The Master" wurde in Venedig gezeigt. Foto: Claudio Onorati Andersons Sektendrama "The Master" wurde in Venedig gezeigt. Foto: Claudio Onorati
Venedig. 

Ein selbst ernannter Guru, der abstruse Ideen verbreitet und immer mehr Anhänger findet: Teile seines Sekten-Dramas "The Master" seien von der Scientology-Geschichte inspiriert, verriet Regisseur Paul Thomas Anderson in Venedig.

Das Sekten-Drama "The Master" beruht nach Angaben von Regisseur Paul Thomas Anderson in Teilen auf der Geschichte von Scientology. "Es ist ein Charakter, der auf Ron Hubbard basiert", sagte der 42-jährige Anderson am Samstag beim Filmfestival Venedig über die Hauptfigur seines aktuellen Films "The Master". "Es gibt sehr viele Ähnlichkeiten zu den Anfangsjahren der Dianetik."

Anderson sagte, er wisse nicht sehr viel über Scientology, gerade zur heutigen Zeit. "Ich weiß aber viel über die Anfänge dieser Bewegung. Das hat mich inspiriert, es als Hintergrund für diese Charaktere zu verwenden", erklärte der Regisseur. Die Scientology-Organisation geht auf die Theorien von L. Ron Hubbard zurück. Sie bezeichnet sich selbst als Kirche, wird von ihren Kritikern aber als gefährliche Sekte angesehen.

"The Master" erzählt von einem selbst ernannten Guru, der in den 1950er Jahren immer mehr Einfluss bekommt. Er wird von Oscar-Gewinner Philip Seymour Hoffman gespielt. Neben ihm sind Joaquin Phoenix, Amy Adams und Laura Dern zu sehen. "The Master" ist einer von 18 Beiträgen im diesjährigen Wettbewerb um den Goldenen Löwen.

Er habe den Film Tom Cruise gezeigt, bestätigte Anderson ("There Will Be Blood") entsprechende Gerüchte. "Wir sind noch immer Freunde." Mehr wolle er aber nicht dazu sagen. Einer ersten Frage zum Thema Scientology war er auf der Pressekonferenz ausgewichen.

In "The Master" deutet Anderson nun ebenfalls einiges an, lässt dabei aber auch viele Fragen offen. Denn er offenbart zwar, wie willkürlich der "Meister" (Hoffman) seine Ideen sammelt und wie absurd diese sind. So verbreitet er beispielsweise die Theorie, dass Menschen dank ihrer Vorstellungskraft in ihre früheren Leben reisen und damit Fehler korrigieren und sogar schwere Krankheiten heilen können. Unbestimmt bleibt aber, was seine Anhänger an ihm und seinen Theorien so faszinierend finden, dass die Bewegung trotz einiger Rückschläge wächst.

Dabei werden Parallelen zu bekannten Sekten angedeutet, aber nicht explizit benannt. Stattdessen fokussiert Anderson mehr auf einen Helfer des Gurus, der zufällig zu der Bewegung stößt. "The Master" erzählt vor allem aus dessen Perspektive. Diese rechte Hand wird von Joaquin Phoenix verkörpert, der den alkoholkranken Suchenden mit ungeheurer Intensität spielt und ihm eine starke körperliche Präsenz verleiht.

(dpa)
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