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Deutsche Post: Respekt vor allen sexuellen Orientierungen ist ein Unternehmenswert

Egal ob homo-, heterosexuell: Die Deutsche Post möchte, dass alle Mitarbeiter sich willkommen fühlen. Dafür engagieren sich ein Diversity-Berater und ein eigenes Mitarbeiter-Netzwerk. Auftrieb gab ihnen ein Auftritt in Frankfurt, mit dem keiner gerechnet hatte.
Gelb gehört zum Regenbogen: Beim Christopher Street Day in Frankfurt waren viele Post-Mitarbeiter dabei. Foto: RAINBOWNET Gelb gehört zum Regenbogen: Beim Christopher Street Day in Frankfurt waren viele Post-Mitarbeiter dabei.
Frankfurt. 

Wenn er an sein Coming-out am Arbeitsplatz denkt, kommen Peter Steinhoff fast die Tränen. Traute er sich doch jahrelang nicht, seinen Kollegen von seiner Homosexualität zu erzählen, und täuschte vor, eine Freundin zu haben. „Das Gefühl, immer etwas verschweigen zu müssen, war wie eine Faust im Magen“, erinnert er sich. Seine Sorgen waren allerdings unbegründet – alle Kollegen reagierten positiv. Um anderen solche Ängste zu nehmen, engagiert Steinhoff sich bei der Deutschen Post DHL Group als Diversity-Berater (Berater für Vielfalt) und Rainbownet-Koordinator. In diesen Funktionen versucht er, Verständnis für die Vielfalt im Unternehmen zu wecken und Diskriminierungen am Arbeitsplatz – etwa von Schwulen, Lesben, Bi- und Trans- und Intersexuellen – zu verhindern. „Ziel ist es, einen offenen und respektvollen Umgang miteinander zu fördern“, erklärt er.

Präsenz zeigen

Um das zu erreichen, gibt er Workshops, die Zielgruppen reichen von Azubis bis zu Geschäftsführern. Dabei geht es um Unternehmenswerte. „Wir waren eine Behörde und sind heute ein modernes Unternehmen“, betont Steinhoff. „Deshalb müssen sich auch die Werte stetig fortentwickeln.“ Die Post zeige deutlich, dass bei ihr Menschen jeder sexuellen Orientierung und Identität willkommen sind. „Vielfalt macht uns stark. Wer das nicht kapiert, ist bei uns fehl am Platz.“ Um den gemeinsamen Austausch innerhalb des Unternehmens zu fördern und nach außen Präsenz zu zeigen, hat sein Kollege Jürgen Driftmeier 2008 das Rainbownet gegründet – der Regenbogen steht weltweit als Zeichen für Toleranz, Vielfältigkeit, Hoffnung, Sehnsucht und Veränderung. Gemeinsam nehmen die „Rainbownetties“ an Veranstaltungen wie der Demonstrationsparade zum Christopher Street Day in Frankfurt teil. „Der Auftritt dort vor fünf Jahren hat uns einen Schub gegeben“, berichtet Driftmeier. Viele Leute am Straßenrand seien begeistert gewesen, dass Postmitarbeiter sich beteiligten, und einige hätten sogar gerufen: „Da ist ja mein Briefträger!“

Akzeptanz weitertragen

Diese Akzeptanz nun in weitere der 220 Länder und Territorien zu tragen, in denen der Konzern tätig ist, sehen Steinhoff und Driftmeier als Aufgabe für die Zukunft. In Russland und Indonesien etwa würden Homosexuelle verfolgt. Steinhoff sieht sich auch hier in der Verantwortung: „Wer soll sich denn für die Mitarbeiter dort einsetzen, wenn nicht wir?“

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