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Magen-OP für Gabriel: SPD-Chef war drei Tage zur Behandlung in Offenbacher Klinik

Vize-Kanzler Sigmar Gabriel ließ sich für drei Tage in die Offenbacher Sana-Klinik einweisen. Dort wurde der SPD-Chef wegen Diabetes am Magen operiert.
Beleibt: Sigmar Gabriel im Paul-Löbe-Haus in Berlin. Foto: Rainer Jensen (dpa) Beleibt: Sigmar Gabriel im Paul-Löbe-Haus in Berlin.
Offenbach. 

Während in Berlin die Fahndungen nach dem Attentäter auf Hochtouren liefen, legte sich Vize-Kanzler Sigmar Gabriel offenbar in Offenbach unters Messer. Der gewichtige SPD-Vorsitzende soll sich dort im Sana-Klinikum einer Magenverkleinerung unterzogen haben. Um den Gesundheitszustand Gabriels hatte es bereits Spekulationen gegeben, weil er ungeachtet des Weihnachtsmarkt-Anschlages nicht mehr öffentlich zu sehen war. „Sigmar Gabriel befand sich in einer dreitägigen stationären Überprüfung und Behandlung, die bereits wieder abgeschlossen ist“, sagte ein Parteisprecher am Freitag. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung über einen Krankenhausaufenthalt des Bundeswirtschaftsministers berichtet. Die Operation habe zwei Stunden gedauert.

Enger Kontakt zu Merkel

Der Sprecher sagte: „Den Termin hatte er extra in die unmittelbare Vorweihnachtszeit gelegt, weil seine Anwesenheit in Berlin dann normalerweise nicht zwingend erforderlich ist. Nach dem furchtbaren Anschlag von Berlin steht er natürlich in engem Kontakt mit der Kanzlerin und dem Bundesinnenminister.“ Rechtzeitig zu Heiligabend wollte Gabriel wieder zu Hause in Goslar sein und mit seiner Familie feiern, der vierjährigen Tochter Marie und Ehefrau Anke (40), die eine zweite gemeinsame Tochter erwartet. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte in Berlin, der Minister sei mittlerweile wieder zu Hause. Es gehe ihm gut. Mit ihrem Adipositaszentrum ist die Klinik am Starkenburgring spezialisiert auf Magen-OPs. Der Chefarzt Rudolf Weiner ist ein namhafter Experte auf dem Gebiet. Dessen Händen hat sich Gabriel nun offenbar anvertraut.

Mit der Magenverkleinerung kann auch der Insulinhaushalt stabilisiert werden. Seit einiger Zeit zeichnet sich nämlich ab, dass die Adipositas-Chirurgie nicht nur das Gewicht sinken lassen kann, sondern auch den Blutzuckerstoffwechsel verbessert oder sogar normalisiert. Durch die Operation nimmt der Magen nur noch kleine Portionen an, das Hungergefühl nimmt ab. So kann auch Gabriel in kurzer Zeit rapide abspecken – selbst wenn er weiterhin viel Zeit im Dienstwagen und auf der Regierungsbank im Reichstag verbringt.

Auf Fragen zur operativen Behandlung des prominenten Magens schweigt die Sana-Klinik: „Wir äußern uns nicht zu unseren Patienten“, sagt Sprecherin Marion Band reserviert. Bereits vor einigen Tagen wurde Sigmar Gabriel mit Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel in der „Stars Lounge“ in Offenbach gesichtet, einem Restaurant im Kuba- und Hemingway-Dekor, wo er es sich offenbar noch einmal gut gehen ließ.

Ein Schlauchmagen ist die häufigste gewichtsreduzierende OP, die zweithäufigste ein Magen-Bypass. Dabei wird der Magen nicht nur verkleinert, sondern auch weiter unten in den Darm geleitet, damit dieser die Nahrung nur noch teilweise verwerten kann.

Ein solcher Eingriff sei für Patienten mit extremem Gewicht „die einzige Chance, dauerhaft viel Gewicht zu verlieren“, sagt Rudolf Weiner. Deutschlandweit werden jährlich knapp 10 000 solcher Operationen durchgeführt – Tendenz steigend. Verglichen mit den europäischen Nachbarländern sei Deutschland „Entwicklungsland“, sagt Weiner. „Adipositas nimmt ungebremst zu, nicht aber die Zahl der Operationen.“

Schwere Patienten

Das Sana-Klinikum Offenbach verfügt über eines der größten Adipositas-Zentren Europas. Patienten mit bis zu 400 Kilogramm Gewicht werden hier für eine Gewichtsreduktion am Magen operiert. Auch die Ausstattung ist den Bedürfnissen der voluminösen Patienten angepasst: Die großen Toiletten stammen aus den USA, es gibt sehr breite Stühle, und die OP-Instrumente sind extra lang. Über einigen der besonders robusten Betten hängt ein Deckenlifter, und die Waagen halten Patienten bis zu 400 Kilogramm Gewicht aus. Aufgrund der Expertise von Weiner ist die Klinik bei Patienten nicht nur in Berliner Regierungskreisen, sondern auch bei einer internationalen Klientel aus den USA, Schweden und Saudi-Arabien gefragt.

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