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„Satanist von Witten” freigesprochen

Er sitzt für einen brutalen Ritualmord im Gefängnis - und sollte laut Anklage dort schon den nächsten Mord geplant haben. Doch dieser neue Vorwurf gegen einen 41-Jährigen ließ sich vor Gericht nicht beweisen.
Dem 41-Jährigen war vorgeworfen worden aus dem Gefängnis heraus die Ermordung seiner Ex-Frau geplant zu haben. Foto: Volker Hartmann Dem 41-Jährigen war vorgeworfen worden aus dem Gefängnis heraus die Ermordung seiner Ex-Frau geplant zu haben. Foto: Volker Hartmann
Bochum. 

Ein als „Satanist von Witten” bekanntgewordener Häftling ist vom Vorwurf eines weiteren Mordkomplotts freigesprochen worden.

Nach Überzeugung des Bochumer Schwurgerichts gibt es keine Beweise dafür, dass der 41-Jährige nach einem Ritualmord im Jahr 2001 aus der Haft heraus auch die Ermordung seiner Ex-Frau geplant hat. Auch die Staatsanwältin hatte auf Freispruch plädiert, weil sich der Vorwurf nicht untermauern ließ.

Ursprünglich war die Staatsanwaltschaft davon ausgegangen, dass der Mann aus dem Gefängnis eine Brieffreundin zum Mord an seiner Ex-Frau angestiftet habe. Diese Brieffreundin, eine 34-jährige Frau, hatte sich bei ihrer Zeugenvernehmung jedoch wiederholt in Widersprüche verstrickt. „Der Eindruck, den die Zeugin hier gemacht hat, war verheerend”, sagte Richterin Petra Schönenberg-Römer bei der Urteilsbegründung. Auf ihre Aussage habe man keine Verurteilung stützen können.

Der Angeklagte, der seit fast 16 Jahren in Haft sitzt, hatte kurz zuvor noch einmal seine Unschuld beteuert und dabei gleichzeitig gefordert, die Zeugin nun ebenfalls anzuklagen - wegen Falschaussage.

Der Angeklagte kann nun auf seine baldige Entlassung hoffen. Die ursprünglich verhängte Haftstrafe von 15 Jahren wäre bereits im Juli 2016 abgelaufen. Allerdings wurde ein freiwilliger Aufenthalt des Mannes in der Psychiatrie nicht auf die Haftzeit angerechnet. Einer vorzeitigen Entlassung auf Bewährung standen die neuen Mordkomplott-Vorwürfe entgegen.

(dpa)
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