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Schau in Halle zeigt Totenriten aus der Steinzeit

Schädel und Gebeine: Blick in die Ausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle. Foto: Peter Endig Schädel und Gebeine: Blick in die Ausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle. Foto: Peter Endig
Halle. 

Merkwürdige Totenriten und Gräber stehen im Zentrum einer neuen Sonderausstellung mit dem Titel «3300 BC - Mysteriöse Steinzeittote und ihre Welt» in Halle.

«Dies ist eine der ungewöhnlichsten Ausstellungen in der deutschen Archäologie seit langem», sagte Landesarchäologe Harald Meller am Mittwoch. Im Landesmuseum für Vorgeschichte würden bislang unbekannte Rituale der Steinzeit aufgedeckt. Die Ausstellung sollte am Abend feierlich eröffnet werden und ist bis zum 18. Mai für die Besucher geöffnet.

Vor etwa 5300 Jahren, also 3300 vor Christus - BC in der englischen Abkürzung -, nutzten Menschen das Areal in der Nähe des heutigen Ortes Salzmünde (Saalekreis). Neue Grabungen in den Jahren 2005 bis 2008 brachten zahlreiche Gräber und Funde zutage.

Die Archäologen fanden menschliche Überreste und hunderte Schädel in kilometerlangen Gräben. Einige Tote waren auf Muscheln gebettet oder mit ihrem Werkzeug bestattet. Andere hatten offenbar keine Bestattung erfahren. Von ihren Körpern finden sich einzelne Knochen und Gliedmaßen planvoll verteilt. «Das alles war Teil fremder Riten und Zeremonien», sagte Meller.

Der Platz bei Salzmünde aus der Jungsteinzeit war seit 1921 bekannt. Die jüngsten Grabungen in den Jahren 2005 bis 2008 erfolgten vor dem Bau des letzten Teilstücks der Autobahn 143.

(dpa)
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