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Verbraucherschutz: Senioren werden bei Kaffeefahrten abgezockt

Vor allem bei Älteren sind sie beliebt: Kaffeefahrten mit Schnäppchen, die sich aber oft als überteuert oder nutzlos entpuppen. Die Länder wollen mehr Verbraucherschutz – denn oft werden die Opfer überrumpelt.
Eine Seniorin fährt mit ihrem Rollator vor einem Bus – doch die Ausflugstouren haben oft einen Haken. Foto: Ralf Hirschberger (dpa-Zentralbild) Eine Seniorin fährt mit ihrem Rollator vor einem Bus – doch die Ausflugstouren haben oft einen Haken.
Berlin. 

Eine Busfahrt zu einem Ausflugsziel – gerade für viele Senioren ist das eine willkommene Abwechslung. Doch oft ist die Tagesreise mit Verkaufsveranstaltungen verbunden. Was dann als angeblich preiswertes Schnäppchen angeboten wird, reicht von Decken über Matratzen und Kochtöpfe bis zu Medikamenten und vermeintlichen Wunderheilmitteln. Viele Veranstalter locken auch noch mit Geschenk- und Gewinnversprechen. Jetzt ergreift der Bundesrat erneut eine Initiative, um verbreiteter Abzocke einen Riegel vorzuschieben.

Jahr für Jahr nehmen bis zu fünf Millionen Menschen an solchen Kaffeefahrten teil. Doch zu oft geht es dabei nicht seriös zu. „Die Verletzlichkeit der Teilnehmer wird mit aggressiven und irreführenden Verkaufsmethoden zu ihrem finanziellen Nachteil ausgenutzt“, heißt es in einem Gesetzentwurf, den Bayern erarbeitet hat. Verletzlichkeit soll heißen, dass es gerade vielen Älteren schwerer fällt, sich gegen Überrumpelung zu wappnen.

Der Bundesrat hatte deshalb schon 2015 einen Vorstoß unternommen und den Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht. Doch das Parlament befasste sich nicht damit, so dass der Entwurf mit Ende der Wahlperiode hinfällig wurde. Gestern beschloss die Länderkammer einen zweiten Anlauf.

Verkaufsverbote verlangt

Konkret geht es den Ländern darum, das rechtliche Instrumentarium zu schärfen. Da sind vor allem Verkaufsverbote: Für Finanzprodukte, die eine sorgfältige Beratung erfordern, und dass man auch mal eine Nacht darüber schläft. Für Nahrungsergänzungsmittel, die gerade Älteren aufgeschwatzt werden können. Für Medizinprodukte, zu denen auch Geräte wie Heizdecken gehören. Für Pauschalreisen, die Zusatzkosten enthalten können. Verschärft werden sollen auch Regeln für das amtliche Anzeigen solcher Touren und die Bußgelder.

Ein Beispiel für eine dreiste Abzocke: Betrüger lockten 2016 fünf Senioren aus der Schweiz zu einer Fahrt nach Rheinfelden in Deutschland. Beim Mittagessen wurde eine 83-Jährige als Hauptgewinnerin eines Preisausschreibens genannt. Um die 480 000 Schweizer Franken (440 000 Euro) Gewinn zu erhalten, sollte sie eine Gewinnsteuer von 25 000 Franken zahlen. Die Seniorin fuhr mit den Betrügern zurück in die Schweiz, um den Betrag abzuheben. Die misstrauische Bankangestellte verständigte die Polizei.

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