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Umweltschutz to go: Statt aus Pappe soll es für den Unterwegs-Kaffee Mehrwegbecher geben

Der Coffee to go im Pappbecher mag stillos sein. Er ist aber praktisch und fast überall zu bekommen. Umweltfreundlicher lässt sich der Unterwegs-Kaffee aus Mehrwegbechern genießen. Hat die Pappe bald ausgedient?
Mehrwegbecher für den Kaffee für unterwegs sollen helfen, den Müll zu reduzieren. Foto: Andrea Warnecke (dpa-tmn) Mehrwegbecher für den Kaffee für unterwegs sollen helfen, den Müll zu reduzieren.
Berlin. 

Austrinken – und zack, in die Tonne. Das passiert jeden Tag in Deutschland viele, sehr viele Male. Der sogenannte „Coffee to go“ im Pappbecher ist bei Kaffeetrinkern beliebt. Man bekommt ihn auf dem Weg zur Arbeit oder für die spontane Kaffeepause an fast jeder Ecke schnell auf die Hand. Und das hat Folgen: Papierkörbe quellen über, Parks und Spielplätze vermüllen. Viele tausend Tonnen Müll fallen durch die Einwegbecher jedes Jahr an. Recyceln lassen sie sich nicht. Die Alternative: Pfand-Becher, die sich viele Male befüllen lassen. Diese gibt es inzwischen in vielen Städten. Ein Mehrwegbecher landet nicht gleich wieder im Müll und schont folglich die Umwelt.

Der höhere Aufwand in der Herstellung fällt laut Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) schon nach kurzer Zeit nicht mehr ins Gewicht: „Wenn Sie ein regelmäßiger Kaffeetrinker sind, haben Sie das ganz schnell raus.“ Außerdem hält der Mehrwegbecher das Getränk länger warm und sieht schicker aus als das Gegenstück aus Pappe. Und er kann sogar Geld sparen, denn manche Cafés und Kaffeeketten geben Kunden, die einen eigenen Becher zum Auffüllen mitbringen, Rabatt.

Worauf achten?

Doch welches Material ist für so einen Mehrwegbecher am besten geeignet? Einen ersten Überblick können Symbole auf dem Becher bieten. Das Glas-und-Gabel-Symbol etwa kennzeichnet Materialien, die für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet sind. Allerdings gilt dabei: „Das Symbol muss nicht zwingend auf dem Behälter selbst aufgedruckt sein, es darf auch nur auf der Umverpackung sein“, sagt Sabine Schuster-Woldan von der Verbraucherzentrale Bayern. Hinzukommt: Wenn der Verwendungszweck eindeutig erkennbar ist, kann das Symbol auch fehlen.

Allerdings hat jeder Kaffeetrinker zusätzlich seine ganz eigenen Anforderungen an den Mehrwegbecher. „Für die Baubranche kommt Porzellan nicht in Frage, da ist Edelstahl das beste Material“, erklärt Fischer. Es ist einfach robuster. „In einem großen Verwaltungsgebäude dagegen wäre Porzellan besser.“ Wer den Becher viel mit sich herumträgt, dem empfiehlt der Experte Becher aus dem leichteren Polypropylen (PP). Etwas Vorsicht ist bei Aluminium geboten: Das Material ist zwar sehr robust und eignet sich daher gut zum Transport. Wenn der Inhalt aber sehr heiß ist, kann sich Aluminium lösen und in den Kaffee geraten. Im Handel finden sich auch vermeintlich umweltfreundliche Produkte aus Bambus. Fischer aber sagt: „Ich kann nur davon abraten. Das hört sich zunächst mal gut an, aber sehr häufig bestehen die Becher zum größten Teil aus Melamin, sind also gerade für die Abfüllung von Heißgetränken ungeeignet.“

Richtig dicht

Ein besonderer Knackpunkt bei der Bechersuche ist der Deckel. „Von den Bechern, die ich hier habe, ist kein einziger wirklich dicht“, sagt Tristan Jorde von der Verbraucherzentrale Hamburg Einen gewissen Schwappschutz bieten zwar alle, aber bedenkenlos in der Tasche transportieren könne man kein Modell. Achten muss man vor allem auf das Material. So seien weiche Deckel, etwa aus Silikon, nicht bedenkenlos zu empfehlen. „Da ist immer auch ein Weichmacher-Problem dabei.“ Er rät zu Deckeln aus hartem Kunststoff. Am besten seien Modelle mit Druckmechanismus: Erst wenn ein Kopf gedrückt wird, öffnet sich der Trinkspalt. Aber: „Je besser der Verschluss ist, desto schwieriger ist hinterher die Reinigung, gerade bei diesen verwinkelten Klappsystemen“, so Jorde.

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