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Temperaturen seit Tagen über 40 Grad: Südeuropa stöhnt unter Afrika-Hitze

Sie raubt den Menschen den Schlaf, lässt den Stromverbrauch in die Höhe schnellen und gefährdet Ernten: Immense Hitze hält sich seit Tagen im Süden Europas. Auf Mallorca gehen die Ventilatoren aus.
Nur noch in den Schatten wollen diese Urlauber an einer Bushaltestelle in Palma de Mallorca. Foto: Patrick Schirmer Sastre (dpa) Nur noch in den Schatten wollen diese Urlauber an einer Bushaltestelle in Palma de Mallorca.
Madrid. 

Die Hitzewelle im Süden Europas lässt die Menschen zunehmend verzweifeln. Seit Tagen liegen die Temperaturen vielerorts bei 40 Grad und mehr – Madrid hatte am Wochenende unter sommerlicher Bruthitze ebenso zu leiden wie Urlauber auf Mallorca und Landwirte am Balkan. In Griechenland wurden neue Waldbrände befürchtet. Allein von Freitag- bis Samstagmorgen seien dort 49 Feuer ausgebrochen, teilte die Feuerwehr mit.

Für die nächsten Tage sagen die Wetterdienste der Region eine innig ersehnte Abkühlung voraus – allerdings nur vorübergehend. In Spanien war am Wochenende vor allem die südliche Region Andalusien betroffen. Für Städte wie Sevilla und Córdoba erwartete der Wetterdienst Höchstwerte von rund 40 Grad. Nachts sollten die Temperaturen nicht unter 20 Grad sinken.

Auf Mallorca liefen die Klimaanlagen ohne Pause – der Stromverbrauch schoss in die Höhe. Besonders schlimm waren die Nächte, da die Temperaturen selbst in den frühen Morgenstunden kaum unter 30 Grad fielen. „Wir haben nächtelang kaum geschlafen, schon nach kurzer Zeit waren die Laken klatschnass“, sagte ein Deutscher, der im Bergdorf Fornalutx Urlaub macht. In den meisten Geschäften seien Ventilatoren fast ausverkauft.

Die serbische Hauptstadt Belgrad erlebte am Samstag mit 40 Grad Celsius den heißesten 5. August seit 130 Jahren. In vielen Städten am Balkan zeigte das Thermometer bereits um 8 Uhr früh mehr als 30 Grad an.

Die Wälder brennen

Meteorologen riefen als höchste Stufe roten Wetteralarm aus, für Sonntag wurden in Bosnien Höchstwerte von 43 Grad erwartet. Die Stromwirtschaft des Landes warnte, alle vier Hochspannungsleitungen, die die Küstengebiete mit hunderttausenden Urlaubern versorgten, seien „an die Grenze ihrer Möglichkeiten“ gestoßen. Ein großflächiger Stromausfall sei möglich. Die Landwirte der Region zogen eine erste Bilanz: Beim wichtigen Mais und bei der Sojabohne könnten die Einbußen bis zu 60 Prozent ausmachen, berichteten serbische Medien.

In Griechenland wurde die Feuerwehr von immer neuen Brandherden in Atem gehalten. Am Samstag brach in einem Waldgebiet in der Athener Vorstadt Ilio ein Feuer aus. Auf der Insel Kythira wüten die Flammen bereits seit Freitag. Auch Italien ist betroffen. Südlich von Rimini, in Casteldimezzo, wurden in der Nacht zum Samstag 70 Einwohner und Touristen auf einem Campingplatz vor einem Feuer in Sicherheit gebracht. Rund 500 Menschen mussten bei höllischen Temperaturen fast zwei Stunden ohne Klimaanlage und Wasser in einem Zug ausharren, der zwischen Mailand nach Marseille liegenblieb.Ursache der hohen Temperaturen war eine Hitzeblase, die sich von Nordafrika aus über das Mittelmeer geschoben hat und die meisten Anrainerstaaten ächzen ließ. dpa

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