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EX-Fußball-Nationaltorhüter startet erstmals bei den Profi-Wrestlern: Tim Wiese: Er will durch den Ring fegen

Von Tim Wiese hat seine Karriere als Profi-Wrestler sorgfältig geplant. Von seiner Popularität als ehemaliger Bundesliga-Keeper profitiert Wiese jetzt auch im Unterhaltungssport Wrestling.
Dem Ex-Fußballer Tim Wiese (li.) steht morgen in München sein erster WWE-Kampf bevor. Erfahrungen im Ring sammelte er bereits, wie hier bei einem Frankfurter Event. Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) Dem Ex-Fußballer Tim Wiese (li.) steht morgen in München sein erster WWE-Kampf bevor. Erfahrungen im Ring sammelte er bereits, wie hier bei einem Frankfurter Event.
Frankfurt. 

„Tim Wiese ist der Boris Becker des Wrestlings“. Sascha Döberin müsste das eigentlich wissen, denn er ist Abteilungsvorsitzender der Wrestler beim Frankfurter Stadteilsportclub SG Sossenheim. Trotz seiner Achtung vor dem ehemaligen Bundesliga-Keeper und Nationalmannschaftstorhüter Wiese wird der 31-jährige heute nicht in der Festhalle Frankfurt anzutreffen sein, wenn die Profi-Wrestler der amerikanischen World Wrestling Entertainment (WWE) es krachen lassen. „Private Verpflichtungen“, so Döberin, stehen einem Besuch der Veranstaltung leider entgegen.

Verpassen wird er dann auch den Auftritt von Neu-Wrestler Wiese, der heute in der Festhalle nicht im Ring, aber auf dem roten Teppich erwartet wird. Seinen ersten großen Auftritt in der WWE hat Wiese erst morgen in München. Dann kann er unter Beweis stellen, ob sich sein jahrelanges Bodybuilding, seine täglichen Fleischorgien und der Crashkurs in Kampfsport wirklich gelohnt haben, um in der ersten Liga der Profi-Wrestler zu bestehen.

Der 129-Kilo-Mann Wiese gibt sich vor seinem Auftritt in der Münchener Olympiahalle schon einmal rhetorisch vollmundig. „Es kann kommen, wer will: Ich werde durch den Ring fegen wie ein Tornado!“ Doch mit solchen Sprüchen ist es im Profi-Wrestling alleine nicht getan. Döberin bringt seinen Erfahrungsschatz aus den Niederungen des Amateur-Wrestlings ins Spiel. „Wiese hat die Physis und die Optik eines Wrestlers, das ist unbestreitbar. Aber darauf kommt es alleine nicht an. Ein Wrestler muss immer 110 Prozent geben und seine ganze Leidenschaft in seine Berufung legen“, weiß er. Und dazu gehöre natürlich eisernes Training. „Einmal trainieren, dann wieder nicht. Das geht gar nicht im Unterhaltungssport Wrestling“, so Döberin, der sich laut eigenem Bekunden von Kindesbeinen an für die Wrestler begeistern konnte. Sein großes Vorbild: Mark William Calaway, besser bekannt unter seinem Ringnamen „The Undertaker“, der im Laufe seiner Karriere zur Wrestler-Legende avancierte.

Ob es für Wiese einmal zur Legende reicht, steht noch in den Sternen. Aber eines hat er jedenfalls schon erreicht. Bei seinen bisherigen Auftritten waren die Fans begeistert. „Das mag auch seiner Popularität als Profifußballer zu verdanken sein“, vermutet Döberin. Aber als Einzelkämpfer wird Wiese morgen in München nicht durchstarten. Der 34-Jährige wird an der Seite der Star-Wrestler Cesaro und Sheamus gegen das WWE Team „The Shining Stars“ und Bo Dallas in einem Sechs-Mann-Match kämpfen.

Populär in Rhein-Main

Nicht nur in München, sondern auch in der Rhein-Main-Region genieße Wrestling zunehmend Popularität. „Die WWE hat einen hohen Stellenwert in der Region, was die Anzahl der bisherigen Shows und die Besucherzahlen belegen“, sagt Katharina Wenisch vom Frankfurter Konzert- und Eventveranstalter Live Nation. Ihre Kollegin Ulla Euler, die seit 2004 Tourneeleiterin bei den Live-Auftritten der WWE in Deutschland ist, ergänzt: „Einschließlich der heutigen Veranstaltung gastierte die WWE fünf Mal in der Festhalle Frankfurt. Das bedeutet, dass sich bisher rund 30 000 Besucher aus der Region für die Live-Veranstaltungen begeisterten.“ Die Wrestling-Fans, so Euler weiter, seien größtenteils sehr jung und kämen mit ihren Eltern. „Allerdings ist ein ebenso großer Teil des Publikums im Erwachsenenalter“, sagt Euler. Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt auch Döberin. „Bei unseren Auftritten bewegt sich die Altersspanne zwischen 18 und 40 Jahren. Aber auch Familien schauen sich unsere Show an“, so der ehemalige Amateur-Wrestler.

Noch kein Kampfname

Vom Amateur noch einmal zum Wrestling-Profi Wiese, dem noch immer kein Kampfname eingefallen ist. Obwohl seine Wrestler-Karriere generalstabsmäßig geplant wurde, den Kampfnamen hatten man bis jetzt offenbar vergessen. „Lasst Euch überraschen. Aber vielleicht bleibt es auch bei Tim Wiese – oder Wiese-Riese“, lässt er noch alles offen. Wie wär’s denn mit „Bobbele“.

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