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Beerdigung mit Tier und Mensch: Über den Tod hinaus

Reine Tierbestattung gibt es in Deutschland schon lange – mit eigenen Krematorien, Gräberfeldern und Segnungen. Die gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier aber ist neu – zumindest für die Neuzeit.
Mit diesem Foto wirbt die Firma. Mit diesem Foto wirbt die Firma.
Essen. 

Zum ersten Mal in Deutschland können Menschen sich zusammen mit ihrem Haustier beerdigen lassen. Ein Essener Privatunternehmen mit dem Namen Deutsche Friedhofsgesellschaft bietet ab Juni zunächst an den beiden Standorten Bochum und Braubach (Rhein-Lahn-Kreis) die neue Bestattungsvariante an. Weitere Standorte seien aber in Vorbereitung. Wie das Unternehmen mitteilte, werden dabei die Urnen von Tier und Mensch übereinander und im gleichen Grab beigesetzt.

„Nachdem wir immer wieder auf einen gemeinsamen Friedhof von Mensch und Tier angesprochen wurden, haben wir uns nun entschlossen, diesen ungewöhnlichen und innovativen Schritt zu gehen“, sagte die Leiterin der Friedhofsverwaltung „Unser Hafen“, Judith Könsgen. Gerade für ältere Menschen sei heute oft das Tier der einzig verbleibende treue und nahe Begleiter. „Da kann die Aussicht, den letzten Weg gemeinsam zu gehen, etwas sehr Tröstliches sein.“ Mit dem neuen Angebot könnten Haustierhalter nun für eine gemeinsame Bestattung vorsorgen. Zudem stünden heute in vielen Haushalten bereits Tierurnen, für deren letzte Ruhestätte es nun einen geeigneten Ort gebe.

Auch wenn die Urnen in einem Grab vereint sind – Überführung und Einäscherung erfolgten immer streng getrennt nach Mensch und Tier, betont Sprecher Willi Brandt. Zudem sei der Bereich von „Unser Hafen“ immer deutlich abgetrennt vom übrigen Gottesacker.

Trotz erster positiver Resonanz erwarte man durchaus auch Kritik. An der Erarbeitung des Angebots habe ein evangelischer Pfarrer mitgewirkt, der sich allerdings nicht öffentlich äußern wolle. Am langwierigsten und schwierigsten sei es indes gewesen, das Angebot juristisch abzusichern. Friedhöfe werden in Deutschland kommunal oder kirchlich verwaltet. Privatfirmen, die Gelände für Erdbestattung pachten wollen, unterliegen trotzdem dem jeweiligen Landesbestattungsgesetz und den örtlichen Friedhofssatzungen. Einzelheiten wolle er hier nicht nennen, so Brandt. „Betriebsgeheimnis.“

Völlig neu ist die gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier übrigens nicht. Die jüngere Geschichte kennt prominente Fälle wie den Preußenkönig Friedrich der Große, der gemäß Testament mit seinen Hunden beerdigt wurde. Und auch in der Steinzeit sah man es mit der Trennung von Tier und Mensch nicht so genau. sro

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