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Musik: Verurteilter spanischer Rapper setzt sich nach Belgien ab

Dreieinhalb Jahre Haft erwarteten einen spanischen Rapper, weil seine Texte als gewaltverherrlichend und beleidigend eingestuft wurden – und das trotzt anhaltender Proteste. Nun hat der Sänger das Land verlassen.
Viele Spanier hatten  gegen die Verurteilung protestiert. Foto: Paco Freire (SOPA Images via ZUMA Wire) Viele Spanier hatten gegen die Verurteilung protestiert.
Madrid. 

Ein wegen seiner Lieder zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilter spanischer Rapper hat sich nach Belgien abgesetzt. Das teilten Angehörige des Rap-Musikers Josep Miquel Arenas dem Fernsehsender TV3 mit. Gestern lief die Frist zum Haftantritt für den 24-Jährigen ab. Das zuständige Gericht erließ einen internationalen Haftbefehl, um den Rapper zurück nach Spanien zu holen.

„Ein Land, in dem Künstler fliehen müssen, um nicht wegen der Texte ihrer Lieder inhaftiert zu werden, ist ein Land, in dem die Meinungsfreiheit verletzt wird und in dem die Demokratie auf dem Spiel steht“, schrieb die Bürgermeisterin von Barcelona, Ada Colau, am Mittwoch auf Twitter. Der junge Mann mit dem Künstlernamen Valtònyc war vom Landgericht der Balearen 2017 für schuldig befunden worden, in seinen Texten Terrorismus verherrlicht, die Krone bedroht und beleidigt sowie Politiker mit dem Tod bedroht zu haben.

Solidaritätsbekundungen

Das Oberste Gericht hatte das Urteil im Februar trotz landesweiter Proteste bestätigt. Mehrfach fanden auf Mallorca und in anderen Regionen Spaniens Solidaritätsbekundungen für den Rapper statt. In seinen Liedern hatte er unter anderem zur bewaffneten Besetzung des Marivent-Palasts in Palma de Mallorca aufgerufen, in dem die Königsfamilie ihren Sommerurlaub verbringt.

Verurteilter Rapper Valtònyc Bild-Zoom Foto: Paco Freire (SOPA Images via ZUMA Wire)
Verurteilter Rapper Valtònyc

Zudem hatte er getextet, dass Regionalpolitiker „eine Atombombe verdienen“. Die Sprache des Rap sei „extrem, provozierend, allegorisch und symbolisch“, hatte Arenas zu seiner Verteidigung gesagt. Nach Belgien hatten sich im Herbst 2017 auch mehrere separatistische Politiker Kataloniens abgesetzt. Darunter war auch der des Amtes enthobene Regionalpräsident Carles Puigdemont, der zurzeit in Berlin auf eine Entscheidung der deutschen Justiz über seine Auslieferung an Spanien wartet. dpa

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