Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Anzeigen

Vier Deutsche bei Busunglück in Ägypten getötet

Hohes Tempo, wilder Fahrstil, schlechte Straßen: Regelmäßig kommt es in den Ferienorten an Ägyptens Küste zu schweren Busunfällen. Nun starben wieder Deutsche bei einem Crash am Roten Meer.

Istanbul/Kairo. 

Vier Deutsche sind bei einem fürchterlichen Busunfall in der ägyptischen Urlaubsregion Hurghada am Roten Meer ums Leben gekommen. Sie gehörten zu einer Bordcrew der Fluggesellschaft Tuifly. Auch drei Ägypter starben bei dem Zusammenstoß zweier Kleinbusse, von denen nur Schrott übrig blieb.

Die Bundesbürger, die in der Nacht zum Sonntag nahe dem beliebten Urlaubsziel Hurghada umkamen, waren nach dpa-Informationen eine Frau und drei Männer. Ein Mann und eine Frau überlebten das Unglück schwer verletzt. Der deutsche Botschafter besuchte sie in der Klinik.

Die Busfahrer in der Urlauberregion am Roten Meer sind für ihren leichtsinnigen Fahrstil berüchtigt. Der Unfall geschah den Behörden zufolge an der Zufahrt zu einer Urlaubssiedlung an der Straße zwischen Hurghada und dem südlicheren Safaga. Grund für den Zusammenstoß war demnach überhöhtes Tempo. Den Helfern bot sich ein grausiges Bild. Die beiden weißen Transporter wurden völlig zerfetzt.

«Wir sind fassungslos und schockiert. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Verstorbenen. Wir tun alles, um ihnen und den beiden verletzten Kollegen zu helfen», erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung von Tuifly, Dieter Nirschl.

Über Alter und Herkunft der Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Ein Team von Tuifly kümmert sich um die deutschen Überlebenden. «Sie sollen (...) nach ersten Informationen nicht in Lebensgefahr sein und sind ansprechbar», berichtete ein Firmensprecher. Der Rücktransport werde erfolgen, sobald die Ärzte grünes Licht geben, hieß es. Ägyptische Behörden waren zu Beginn von fünf deutschen Opfern ausgegangen.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) schaltete den Krisenstab des Auswärtigen Amtes ein. «Der Bundesaußenminister empfindet tiefes Mitgefühl mit den Angehörigen», sagte ein Sprecher des Amtes.

Hohes Tempo, wilder Fahrstil und schlechte Straßen führen in Ägypten häufig zu tödlichen Busunfällen. Manche Busfahrer liefern sich auf den schnurgeraden Wüstenpisten mit Touristen an Bord halsbrecherische Überholmanöver. Besonders betroffen von Unfällen mit Urlaubern sind die Strecke von Scharm el Scheich nach Kairo sowie die Straßen von den Badeorten rund um Hurghada nach Luxor und nach Kairo.

Im Juli dieses Jahres waren drei deutsche Touristinnen verletzt worden, als ihr Bus sich zwischen den Badeorten Ras Gharib und Hurghada überschlug. Vier Einheimische kamen ums Leben. Elf ungarische Touristen starben im November 2011 in Hurghada. Der Bus war Weg vom Hotel am Roten Meer zum Flughafen der Stadt.

Im Dezember 2009 prallte ein Kleinbus mit zwei Männern und einer Frau aus Nordrhein-Westfalen bei Hurghada auf einen Güterzug. Die drei Urlauber starben dabei kurz nach ihrer Ankunft am Flughafen.

Vor zwei Wochen hatte ein Bus-Unglück im Süden Ägyptens 50 Kinder in den Tod gerissen. Auch der Busfahrer und ein Begleiter waren an einem unbeschrankten Bahnübergang in der Provinz Assiut gestorben. Die einflussreiche ägyptische Facebook-Gruppe «Jugendbewegung des 6. April» hatte Präsident Mohammed Mursi daraufhin vorgeworfen, noch nichts zur Verbesserung der alten Anlagen unternommen zu haben.



#media-0;
Zur Startseite Mehr aus Panorama
Jetzt kommentieren

Nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Mit * gekennzeichnete Felder, sind Pflichtfelder!

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername: *
gewünschtes Passwort: *
Wiederholung Passwort: *
E-Mail: *
Kundennummer falls vorhanden:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage: Wie viel ist 4 + 3: 




Mehr aus Panorama
Wüstenluft bringt die große Hitze nach Deutschland
Im Englischen Garten in München ist kaum noch ein Plätzchen frei. Foto: Matthias Merz

Offenbach. Es wird heiß, sehr heiß in den nächsten Tagen. Doch fällt auch der deutsche Hitzerekord? Zu schlagen sind 40,2 Grad. mehr

clearing
Tragischer Unfall auf A44 Laster fährt auf Streifenwagen auf - zwei Polizisten sterben
Die Polizisten konnten nicht aus dem brennenden Auto gerettet werden. Foto: Marc Köppelmann

Lichtenau. Zwei Polizisten sind auf der Autobahn 44 bei Lichtenau in Nordrhein-Westfalen ums Leben gekommen. Eine 46-jährige Beamtin und ihr 51-jähriger Kollege hatten kurz nach Mitternacht auf dem Standstreifen gewartet, um Kollegen bei der Kontrolle eines verdächtigen Autos zu ... mehr

clearing
Polizist gesteht Fahrerflucht nach tödlichem Unfall
Richter Lars Petersen sitzt im Amtsgericht Freiburg im Sitzungssaal. Nach einem tödlichen Unfall mit Fahrerflucht unter Alkoholeinfluss steht ein 32-jähriger Polizist vor Gericht. Foto: Patrick Seeger

Freiburg. Beim jährlichen Sommerfest eines Sondereinsatzkommandos der Polizei fließt reichlich Alkohol. Anschließend kommt es zu einem tödlichen Verkehrsunfall. Einer der Polizisten steht deswegen nun vor Gericht. mehr

clearing
Blitzer- und Baumelangst bei Männern

München. Wer in Freibädern junge Männer beobachtet, sieht fast nur noch Badeshorts und keine knappen Badehöschen. Zudem ist in den vergangenen Jahren das Phänomen stärker geworden, dass viele unter der Shorts noch eine Unterhose tragen (deren protziges Bündchen mit Markennamen am ... mehr

clearing
Sommerdrinks: Trend zu Kräutern

Berlin. Was trinken Kenner im Sommer 2015? „Kräuter sind im Trend”, sagt Marcus Siebert, Vize-Präsident der Deutschen Barkeeper-Union. „Thymian, Rosmarin oder Salbei” seien daher auch beim Sommerdrink gefragt. mehr

clearing
Nach den Tier- kommen die Vornamen

Berlin. Vielleicht ein Trend: In Berlin tragen Bars und Clubs gerne auch Vornamen. „Mendy & Edeltraut” steht an einer Kneipe in Neukölln, „Beate Uwe” heißt ein Club in Friedrichshain, im Wedding gibt es die „Moritz Bar”, mehr

clearing

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv Themen Mediadaten Kontakt Impressum Datenschutz AGB

© 2015 Frankfurter Neue Presse