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Hype um die Prinzessin: Wie Diana wieder Schlagzeilen macht

Zum 20. Todestag schwappt die Diana-Welle in Großbritannien noch einmal hoch. Und eine meint gar, die verstorbene Prinzessin wäre für den Brexit.
Prinzessin Diana während einer Kanada-Reise im Juni 1983. Foto: toronto star / spremo, boris Prinzessin Diana während einer Kanada-Reise im Juni 1983.
Ein Phänomen, gewiss, was sich seit Wochen im Königreich abspielt. Diana, 20 Jahre tot, wird medial in die Öffentlichkeit zurückgeholt. Ihr Leben, ihr Leiden, ihr Vermächtnis – erzählt in Sonderbeilagen. Auf TV-Sendern folgt eine Dokumentation auf die andere, immer kommen echte oder vermeintliche Diana-Kenner zu Wort, denen plötzlich nach zwei Jahrzehnten eine neue Geschichte einfallen will, wo doch längst alles gesagt, geschrieben und gedeutet schien.

Stimmen aus dem Jenseits

Als besonders bemerkenswerte Episode dieses Sommers dürfte jene gelten, mit der es eine Frau namens Simone Simmons „exklusiv“ in die Zeitung schaffte, weil sie doch noch immer in Kontakt mit der Freundin von damals stehe. Das selbst ernannte „Medium“ höre Dianas Stimme aus dem Jenseits, die ihr eingeflüstert habe, dass Kate, die Ehefrau von Sohn William, schlicht perfekt sei und Lady Di der Fraktion Brexiteers angehöre.

Der Diana-Hype in den britischen Blättern nimmt absurde Züge an. Ein bisschen erinnert alles an die Massenhysterie von 1997. Tausende Menschen pilgerten nach London, legten Sträuße vor dem Buckingham-Palast und Kensington Palast nieder. Das britische Volk in kollektiver Trauer stand kurz vor dem Nervenzusammenbruch und war irgendwie selbst überrascht über die Wogen der Gefühle, die aufwallten. „Das Trauern wurde eine öffentliche Aktivität, ein Gruppenereignis und ein bisschen wetteifernd“, erinnert sich der „Guardian“.

Premier Tony Blair taufte Diana „Prinzessin des Volkes“, und Millionen Menschen prägte sich das herzzerreißende Bild ein, wie der 15-jährige Prinz William und der zwölf Jahre alte Prinz Harry am Tag der Beerdigung mit gebeugtem Haupt hinter dem Sarg der Mutter hergingen. In den vergangenen Wochen haben sich die beiden Männer ungewöhnlich offen über die Teenagerzeit geäußert, über ihren Schmerz. Die junge Generation lässt hinter die Fassade blicken und erinnert damit an die Mutter, die mit ihrer unkonventionellen Art häufig im Hause Windsor, deren royale Mitglieder für ihre „steife Oberlippe“ berühmt sind, aneckte.

Dabei ist es abseits der Medien nicht gerade einfach, die Königin der Herzen zu finden – trotz der in den Asphalt eingelassenen Bronze-Plaketten, die im Zentrum Londons auf den Diana Memorial Walk hinweisen, jenen fast zwölf Kilometer langen Erinnerungsweg durch vier Parks. Ihre Spuren im Alltag scheinen verblasst.


Erinnerungen lenken


Ihre letzte Ruhe fand Diana auf einer Insel in einem See des Landguts Althorp bei Northampton, weit weg vom Getöse der Metropole. Die Söhne Harry und William wollen zum 20. Todestag ihre Mutter mit einem Denkmal in einem öffentlichen Bereich der Gärten des Kensington Palasts würdigen. Hier hatte sie bis zuletzt gelebt, hier haben ihre Kinder Appartements und hier schildert zurzeit eine Ausstellung anhand von 25 Outfits die Wandlung von Lady Diana Spencer, der schüchternen Kindergärtnerin und Aristokratentochter, zur internationalen Modeikone.

Die Kinder versuchen, den Erinnerungsreigen zumindest ein bisschen zu lenken, etwa mit Interviews zu Diana als liebevoller, humorvoller Mutter. Zudem mit Bemerkungen zu ihrem Engagement für Obdachlose oder beim Kampf gegen Landminen und Aids. „Ihr Vermächtnis sind ihre Söhne, die ihre Arbeit weiterführen“, sagt die royale Expertin Ingrid Seward.
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