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Vögelfütterung im Winter: Wie Meisen und Enten in Zeiten der Vogelgrippe am besten versorgt werden

Die fast frühlingshaften Temperaturen sprechen nicht gegen einen Beginn der Vogelfütterung. Diese Ansicht vertritt Lea Schmitz, Pressesprecherin beim Deutschen Tierschutzbund. Im Gespräch mit unserer Redakteurin Pia Rolfs erklärt sie, worauf beim Füttern angesichts der grassierenden Vogelgrippe zu achten ist und warum Wasservögel besonders gefährdet sind.
Diese Meise am Futterbeutel wirkt kerngesund. Aber trotzdem sollten Futterstellen regelmäßig gesäubert werden. Foto: Patrick Pleul (dpa-Zentralbild) Diese Meise am Futterbeutel wirkt kerngesund. Aber trotzdem sollten Futterstellen regelmäßig gesäubert werden.
Frankfurt. 

Es ist sehr mild für die Jahreszeit. Sollte die Vogelfütterung trotzdem starten?

LEA SCHMITZ: Da gibt es zwei gegensätzliche Auffassungen. Die einen sagen, man solle nur bei Frost und Schnee füttern – weil es sonst ein Eingriff in die Natur ist und kranke Tiere am Leben gehalten werden, die sonst sterben würden. Die anderen befürworten eine ganzjährige Fütterung, weil die Umweltbedingungen für viele Vogelarten ohnehin sehr schlecht sind – etwa durch die Dezimierung der Lebensräume und den Einsatz von Pestiziden.

Und was ist die Position des Tierschutzbundes?

SCHMITZ: Aus Tierschutzsicht geht es darum, jedem einzelnen Tier zu helfen. Deswegen spricht für uns nichts gegen eine ganzjährige Fütterung, im Winter ist sie auf jeden Fall sinnvoll.

Die Vögel brauchen ja auch Zeit, um sich an Futterstellen zu gewöhnen...

SCHMITZ: Genau. Deswegen ist es der richtige Zeitpunkt, jetzt schon langsam etwas aufzustellen und den Futterplatz einzurichten.

Warum bevorzugen Vögel einige Futterstellen und lassen andere links liegen?

SCHMITZ: Das mag am Futter oder an ihren Gewohnheiten liegen. Ein hat Vogel auch ein Revier, wo er zu Hause ist und nach Nahrung sucht. Attraktiv ist ein Futterplatz dann, wenn er gut erreichbar und einsehbar ist, damit der Vogel sich vor Katzen sicher fühlt.

Könnte durch den Kot, den Vögel an den Futterstellen hinterlassen, auch die Vogelgrippe übertragen werden?

SCHMITZ: Singvögel und Tauben spielen nach gegenwärtigem Stand der Wissenschaft als Überträger des Erregers keine Rolle. Abgesehen von einer Krähe waren die kranken Tiere Wasservögel. Es ist natürlich theoretisch möglich, dass der Virus Spatzen oder Meisen infiziert, ohne dass bei ihnen die Krankheit ausbricht. Dazu liegen noch keine Erkenntnisse vor.

Stellt das ein Risiko für den Menschen dar, der füttert?

SCHMITZ: Nach derzeitigem Stand ist das aktuelle Virus nicht auf den Menschen übertragbar. Panikmache ist daher nicht angesagt. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte beim Säubern des Vogelhäuschens Handschuhe tragen.

Wie beurteilen Sie das Enten- und Gänsefüttern am Teich oder Fluss?

SCHMITZ: Generell ist eine solche Fütterung nur sinnvoll, wenn Teiche im Winter zugefroren sind. Was die Vogelgrippe betrifft, sind Wasservögel am meisten betroffen.

Warum ist das eigentlich so?

SCHMITZ: Nach den Informationen, die wir etwa vom Friedrich-Löffler- und Robert-Koch-Institut haben, kommen aviäre Influenzaviren weltweit bei Wildvögeln vor. Wasservögel sind dabei besonders empfänglich, weil hier der Übertragungsweg über kontaminiertes Wasser vermutet wird – etwa wenn Geflügelkot mit dem Abwasser ins Gewässer gelangt oder Wildvögel mit domestiziertem Hausgeflügel Kontakt haben. Dies war wohl beim Subtyp H5N1 2005 in China der Fall. Der jetzige Subtyp H5N8 trat erstmals 2014 in Südkorea auf. Viele Forscher sind sich einig, dass die Erreger von Geflügelbeständen auf Wildvögel übertragen und so weiter verbreitet werden.

Wie lässt sich das Risiko beim Füttern von Enten und Gänsen verringern?

SCHMITZ: Man sollte beim Entenfüttern Abstand halten und Kinder nicht die Tiere berühren lassen. Wer etwa in Entenkot tritt und danach in einen Hühnerstall geht, könnte den Erreger verbreiten. Allerdings kommt man den Tieren ja bei einer Fütterung oft nicht so nahe, sondern wirft ihnen nur Futter hin. Das ist dann unbedenklich.

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