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„Wooferendum”: Londoner Hunde demonstrieren gegen „Brexshit”

Hunderte Briten protestieren in London auf humorvolle Weise gegen den EU-Austritt. EU-Kommissionschef Juncker macht derweil Hoffnung auf Fortschritte bei den festgefahrenen Austrittsverhandlungen.
Londoner Hunde gegen den Brexit. Ein Dackel hat beim „Wooferendum” eine klare Botschaft an die britische Regierung: „Ich bin kein Faustpfand.” Bilder > Foto: Tim Ireland/AP Londoner Hunde gegen den Brexit. Ein Dackel hat beim „Wooferendum” eine klare Botschaft an die britische Regierung: „Ich bin kein Faustpfand.”
London. 

Hunderte Hundehalter haben am Sonntag mit ihren Tieren in London gegen den Brexit demonstriert. Unter dem Motto „Wooferendum” forderten sie eine Volksabstimmung über das finale Abkommen zum EU-Austritt.

Viele Herrchen und Frauchen hatten ihren Tieren EU-Fahnen auf den Rücken gebunden oder blaue Hundecapes mit gelben Sternchen umgelegt. Mit Plakaten wie „Brexshit” oder „Brexit is bollocks” - „Brexit ist Mist” zogen sie vom noblem St.-James-Viertel über den Trafalgar Square zum Parlament.

Der humorvolle Protest soll nach Angaben der Veranstalter zu Menschen durchdringen, die beim trockenen Thema EU-Austritt schon abgeschaltet haben. „Manchmal ist es besser, wenn man eine Botschaft mit ein bisschen Humor rüberbringt, als allzu moralisierend und ernst zu sein”, sagte Teilnehmerin Kim Milward der Deutschen Presse-Agentur. Die sehbehinderte 48-Jährige war mit ihrem Blindenhund Woody, einem schwarzen Labrador Retriever, extra aus Northampton angereist. Sie hofft, dass es zu einem zweiten Brexit-Referendum mit der Möglichkeit zur Abkehr vom EU-Austritt kommt.

Robert Stuhldreer, ein professioneller Hundetrainer für Film, Fernsehen und Theater, der gleich drei Hunde mitgebracht hatte, zeigte sich nicht so optimistisch. Trotzdem habe er das Gefühl, dass die Idee mehr Schwung bekommen habe, sagte der 57-Jährige Londoner. „Die Regierung ist in einem fürchterlichen Schlamassel zur Zeit.”

Großbritannien wird die EU voraussichtlich am 29. März 2019 verlassen. Doch die Brexit-Verhandlungen stecken in einer Sackgasse. Sollte kein Abkommen rechtzeitig zustande kommen, droht ein ungeregelter Austritt mit drastischen Folgen für die Wirtschaft und Chaos in vielen Lebensbereichen. Brüssel drängt auf Fortschritte zum nächsten EU-Gipfel Mitte Oktober.

(dpa)
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