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Mord in Hamburg: Zweijährige getötet – Vater noch flüchtig

Ein Vater soll in Hamburg seine zweijährige Tochter umgebracht haben. Das tote Kind hat eine Schnittverletzung am Hals. Nachbarn und Bewohner des Stadtteils reagieren schockiert.
Kerzen und Teddybären aus Stoff stehen vor einem Hamburger Mehrfamilienhaus, in dem ein zweijähriges Mädchen  getötet worden ist. Foto: Daniel Bockwoldt (dpa) Kerzen und Teddybären aus Stoff stehen vor einem Hamburger Mehrfamilienhaus, in dem ein zweijähriges Mädchen getötet worden ist.
Hamburg. 

„Mein Gott, wie traurig.“ Mit diesen Worten fasst eine Bäckereiverkäuferin in Hamburg-Neuwiedenthal gestern die Gefühle ihrer Kunden nach dem gewaltsamen Tod eines zweijährigen Mädchens zusammen. Die 29-Jährige hat selbst drei Kinder und hat früher in derselben Straße im benachbarten Stadtteil Neugraben-Fischbek gewohnt, in der das Verbrechen geschah: Ein 33-Jähriger soll seine kleine Tochter getötet haben. Die Polizei stellte bei dem toten Kind eine Schnittverletzung am Hals fest. Der unter dringendem Tatverdacht stehende Vater flüchtete, nach ihm wurde gefahndet.

Mutter unter Schock

Die 32 Jahre alte Mutter der Zweijährigen sei am Montagabend zur Polizei gegangen, um Anzeige gegen ihren Ehemann wegen Bedrohung zu erstatten, sagte ein Polizeisprecher. Gemeinsam mit Polizisten fuhr sie dann zur Wohnung der Familie, die nach Angaben der Ermittler aus Pakistan stammt. Dort wollten die Beamten dem Ehemann ein Hausverbot erteilen. Beim Betreten der Wohnung entdeckten sie das tote Mädchen. Der verdächtige 33-Jährige war verschwunden. Die Mutter erlitt einen Schock und wurde betreut. Die Frau hat außerdem einen Sohn, der ebenfalls betreut wurde. Bevor sie zur Polizei ging, hatte sie den Sechsjährigen anderswo untergebracht.

Im Einsatz war am Abend auch ein Personenspürhund. Augenzeugen berichteten, dass Fahnder mit einem Phantombild nach dem Mann suchten, auch ein Hund war im Einsatz. In der Nacht zu Dienstag hatten schwer bewaffnete Polizisten das Haus gesichert. Mitarbeiter der Spurensicherung suchten den Tatort ab. Auch ein Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes wurde zur Hilfe gerufen.

„Wir haben echt Angst“

„Grauenhaft, traurig“, sagt Nachbarin Fatma Keklikci. In die Betroffenheit der etwa 40 Jahre alten Frau mischt sich Wut. „Es ist Wahnsinn, ich könnte echt Schimpfwörter sagen.“ Den 33-Jährigen beschreibt sie als „hochaggressiv“. In der Wohnung der Familie sei es oft laut geworden. Die Polizei sei einige Male gekommen, auch Mitarbeiter des Jugendamts. Eine Sprecherin des Bezirksamts Harburg bestätigt, dass die Familie dem Jugendamt bekannt war. Laut Polizei gab es mehrere Fälle von häuslicher Gewalt. Keklikci sagt, die Mutter habe offensichtlich keinen Kontakt zu Nachbarn haben dürfen, nicht mal „Guten Morgen“ habe sie gesagt.

„Wir haben echt Angst“, sagt Bäckereiverkäuferin Saliha Gajiran. Zur Tatzeit habe sie bei Freunden Kaffee getrunken, auf dem Heimweg am späten Abend sah sie zahlreiche heranrasende Polizeifahrzeuge. Sicherheitshalber habe sie sich von ihrem Mann abholen lassen.

Im Stadtteil leben viele Menschen mit Migrationshintergrund, das Viertel ist aber kein Ghetto. Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie höhere Wohnblocks stehen nah beieinander.

Das Haus, in dem die Tat geschah, ist ein zweistöckiger Plattenbau. Das Gebäude wurde vermutlich in den 70er Jahren errichtet und ist etwas in die Jahre gekommen. Auf der Wiese vor dem Haus gebietet ein Schild: „Fußballspielen und Hunde verboten – Grünflächen schonen“. Vor den Eingang wenige Meter weiter haben Nachbarn zwei Teddys und mehrere Kerzen gestellt.

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