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Zwischen Wahn und Wirklichkeit: Freitag, der 13.

Am Freitag, 13. Januar 2012 lief die „Costa Concordia” vor der toskanischen Küste auf Grund und kenterte. Foto: Massimo Percossi Am Freitag, 13. Januar 2012 lief die „Costa Concordia” vor der toskanischen Küste auf Grund und kenterte. Foto: Massimo Percossi
Berlin. 

Wir schreiben den 13. Mai 1927: Schwarzer Freitag an der Berliner Börse, die Kurse brechen um ein Drittel ein. 45 Jahre später stürzen in Moskau sowie in den chilenischen Anden gleich zwei Flugzeuge ab.

Bilanz: mehr als 200 Tote. Es ist Freitag, der 13. Oktober 1972. Und 2012 läuft das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia” vor der toskanischen Küste auf Grund und kentert, 32 Menschen sterben. Exakt fünf Jahre nach dem Schiffsunglück hat Italien der Opfer gedacht. „Fünf Jahre danach gibt es auf Giglio nicht mehr die Concordia, aber es bleibt unauslöschbar die Erinnerung an die Opfer dieser nationalen Tragödie”, erklärte Umweltminister Gian Luca Galietti auf Twitter.

Es ist der 13. Januar, natürlich ein Freitag. Ängstliche Naturen mögen dies als Beweis für ihren Aberglauben nehmen, doch Skeptiker winken ab.

13 Fakten:

1) Statistiker haben schon oft bewiesen, dass das ominöse Datum nicht mehr Gefahren birgt als andere Tage auch. Manch ängstlicher Zeitgenosse fühlt sich dennoch regelrecht und regelmäßig krank.

2) „Paraskavedekatriaphobie” lautet das komplizierte Wort, mit dem Psychologen diese Angstzustände beschreiben. Betroffene verbringen Freitag, den 13., lieber gleich im Bett.

3) So soll es beispielsweise auch dem Komponisten Arnold Schönberg (1874-1951) ergangen sein, dem Erfinder der Zwölftonmusik. Sein Todestag, der 13. Juli, fiel übrigens auf einen Freitag.

4) In christlicher Tradition bringt der Freitag oft Schlechtes: So sollen Adam und Eva freitags in den verbotenen Apfel gebissen haben. Jesus Christus wurde an einem Freitag ans Kreuz geschlagen.

5) Auch wenn es um die Angst vor der Zahl 13 geht, liegen die Wurzeln im Christentum: Beim letzten Abendmahl mit Jesus saßen 13 Menschen am Tisch - Verräter Judas war die Nummer 13.

6) Im Märchen von Dornröschen ist es die 13. Fee, die die Prinzessin wütend verwünscht. Denn im Schloss gibt es nur 12 goldene Teller zum Fest, die 13. Fee war nicht eingeladen.

7) Vielerorts gilt die Zahl 12 als „heilig”: 12 Apostel, 12 Monate, 12 Sternzeichen. Die 13 sprengt die wohlgeformte Ordnung.

8) Viele Hotels verzichten daher auf die Zimmernummer 13, manche Fluggesellschaften führen keine 13. Sitzreihe in ihren Maschinen.

9) Im Judentum zum Beispiel verheißt die 13 hingegen Glück. Nach den jüdischen Phasen des Lebens ist 13 das Alter der Reife oder Verantwortung. Das Buch Exodus schreibt Gott 13 Eigenschaften zu.

10) In China gilt nicht die 13, sondern vor allem die 4 als Unglückszahl. Denn ihre Aussprache klingt ähnlich wie das chinesische Wort für „Tod”.

11) Auch Südeuropäer bleiben meist entspannt: Zwar ist die 13 auch in Spanien und Griechenland negativ besetzt, doch nur in Verbindung mit dem Dienstag. Italiener wiederum fürchten Freitag, den 17.

12) Unser Kalenderjahr sieht den „Unglückstag” regelmäßig mindestens einmal, höchstens aber dreimal vor. Auf Freitag, den 13. Januar, folgt 2017 noch Freitag, der 13. Oktober.

13) Panik sei jedoch völlig unangebracht, heißt es zum Beispiel beim ADAC. Die Unfallstatistik der letzten Jahre zeigt: Fiel der 13. auf einen Freitag, passierte sogar weniger. Vermutlich passen die Menschen an einem vermeintlichen Unglückstag sogar besser auf.

(Von Michael Kirner, dpa)
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