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Zwölfjähriger nach Mord an Neonazi-Vater vor Gericht

Weil er seinen Vater im Schlaf erschossen haben soll, steht ein Zwölfjähriger vor Gericht. Der Getötete war ein Neonazi-Anführer, der Sohn wuchs mit Gewalt und Rassismus auf.
Ein Zwölfjähriger muss sich in den USA als mutmaßlicher Mörder seines Vaters, eines bekannten Neonazi-Anführers verantworten. Ein Zwölfjähriger muss sich in den USA als mutmaßlicher Mörder seines Vaters, eines bekannten Neonazi-Anführers verantworten.
Los Angeles. 

Als er zehn war, soll der Junge den schlafenden Jeffrey Hall mit dessen Revolver erschossen haben, wie US-Medien am Mittwoch (Ortszeit) berichteten. Das Gericht im kalifornischen Riverside wird unter anderem klären müssen, ob das von Gewalt und Hass geprägte Umfeld des Kindes zu der Tat beigetragen hat, wie die Zeitung "Los Angeles Times" schrieb. Im Falle einer Verurteilung drohe dem Kind bis zum 23. Lebensjahr Jugendhaft.

Der an einer Lernschwäche leidende Junge sei von seinem Vater regelmäßig geschlagen worden, erklärte die Verteidigung zum Auftakt des Prozesses. In dem Haus hätten immer wieder Neonazi-Treffen stattgefunden. Außerdem habe er Zugang zu Waffen gehabt. All dies habe den Sinn des Kindes für Recht und Unrecht vernebelt. "Was macht jemand, der ein Ungeheuer oder einen Mörder erschaffen möchte? Er steckt ihn in ein Haus, wo es Gewalt, Kindesmissbrauch und Rassismus gibt", sagte Verteidiger Matthew Hardy.

Ankläger Michael Soccio erklärte dagegen: "Der Junge unterscheidet sich nicht von anderen Mördern." Nach seinen Worten hätte er den Vater auch erschossen, wenn dieser Mitglied einer Friedens- und Freiheitspartei gewesen wäre. Der Staatsanwalt ist überzeugt, dass der Zehnjährige die Tat beging, weil sein Vater sich von seiner Partnerin trennen wollte und das alleinige Sorgerecht haben wollte. Der Verteidiger warf der Frau vor, das Kind zu dem Mord angestiftet zu haben.

In einer dem Gericht vorgespielten Videoaussage erklärte der Junge, er habe es nicht länger ausgehalten, dass sein Vater ihn und die Geschwister geschlagen habe. Außerdem habe der Mann gedroht, das Haus mit den Kindern darin in Brand zu stecken. "Ich beschloss, es zu beenden", sagte er der Polizei.

(dpa)
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