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Frankfurter Zoo-Direktor für Elefanten-Schutz: „Elfenbein-Handel verbieten“

Von Über den dramatischen Rückgang der afrikanischen Elefanten berät derzeit der Weltnaturschutzkongress in Honolulu. An ihm nimmt auch der Frankfurter Zoo-Direktor Manfred Niekisch teil. Er plädiert dafür, keine Ausnahmen vom Elfenbein-Verbot mehr zu erlauben und erklärt, was die Zoologische Gesellschaft gerade in Afrika unternimmt.
Ihre Stoßzähne werden den afrikanischen Elefanten zum Verhängnis, immer mehr Tiere fallen Wilderern zum Opfer, die es auf Elfenbein abgesehen haben und es nach Asien verkaufen wollen. Bilder > Foto: David Daballen (David Daballen) Ihre Stoßzähne werden den afrikanischen Elefanten zum Verhängnis, immer mehr Tiere fallen Wilderern zum Opfer, die es auf Elfenbein abgesehen haben und es nach Asien verkaufen wollen.
Frankfurt. 

Die Hiobsbotschaft kam nach der Zählung vom Flugzeug aus: Um die Afrikanischen Elefanten steht es schlimmer als gedacht. Beim ersten fast kontinentweiten Zensus der bedrohten Tiere kamen US-Forscher nur noch auf 352 271 Elefanten in 18 Staaten – vorher waren sie von 400 000 bis 630 000 Exemplaren ausgegangen. Gut vier Fünftel der Dickhäuter leben in Reservaten. Hauptgrund für das Verschwinden der Dickhäuter ist die zunehmende Wilderei. Seit 2005 werden dadurch die Bestände drastisch dezimiert, ist doch das „weiße Gold“ Elfenbein besonders in Asien gefragt.

Mit dem dramatischen Rückgang der Elefanten, deren Bestände derzeit um acht Prozent pro Jahr schrumpfen, befasst sich derzeit auch der Weltnaturschutzkongress in Honolulu. Unter den über 9000 Teilnehmern aus über 190 Ländern ist der Frankfurter Zoo-Direktor Manfred Niekisch. Er beschäftigt sich mit vielen Themen des Natur- und Artenschutzes, die Elefanten sind für ihn ein besonders wichtiges Thema. Gegenüber unserer Zeitung nahm er aus Honolulu dazu Stellung.

Bedenkliche Ausnahmen

Dass immer mehr Dickhäuter getötet werden, ließe sich seiner Meinung nach nur durch ein striktes Handelsverbot für Elfenbein weltweit vermeiden. 1989 verbot das Washingtoner Artenschutzübereinkommen den internationalen Handel. Unter Auflagen erlaubt ist der Elfenbeinhandel seit 1999 jedoch in Namibia, Botswana, Simbabwe und der Republik Südafrika, weil die Elefantenpopulationen dieser Länder als stabilisiert angesehen werden. 2008 wurde der legale Verkauf von Elfenbein-Lagerbeständen aus diesen vier Ländern genehmigt, „Jeder legal gehandelte Stoßzahn ermöglicht es aber, illegale einzuschleusen!“, betont Niekisch.

Um die Wilderei intensiver zu bekämpfen, habe die Zoologische Gesellschaft Frankfurt gerade drei Kleinflugzeuge für Afrika in Dienst genommen. „Auch die Ausbildung von Rangern, Anti-Wilderer-Trupps und strenge Zollkontrollen sind wichtige Maßnahmen, betont er.

Beim geplanten Binnenhandelsverbot für Elfenbein könne die Konferenz nur eine Resolution durchsetzen, schränkt er ein. „Aber die ist extrem wichtig, denn sie fordert, dass alle Länder auch den Handel innerhalb ihrer Grenzen verbieten. Da gibt es einige Länder, die das verhindern wollen, weil sie vom Elfenbeinhandel gut leben“, erklärt er – etwa die Abnehmer China und Japan sowie die Herkunftsländer wie Botswana, Südafrika und Namibia. „Aber auch die Länder Afrikas, die keinen Handel wollen, wie etwa Kenia, bekommen die Wilderei nicht in den Griff“, weiß Niekisch.

Obwohl er sich so für die Elefanten in Afrika einsetzt, will er in seinem eigenen Zoo weiterhin auf die Haltung der Tiere verzichten. Die Dickhäuter ließen sich zwar „in Zoos artgerecht halten, wenn man genug Platz und entsprechend gestaltete Anlagen hat“, erklärt Niekisch. Diesen Platz gäbe es in Frankfurt jedoch nicht. Er ist der Überzeugung: „Unser Zoo ist auch ohne Elefanten attraktiv.“

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