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Abschiebeflug nach Kabul mit 19 Asylbewerbern gestartet

Weiterhin werden abgelehnte Asylbewerber aus Deutschland nach Afghanistan abgeschoben. Ein neuer Abschiebeflug ist gestartet - mit erheblich weniger Afghanen an Bord als erwartet.
Auf dem Düsseldorfer Flughafen: Protestkundgebung der Flüchtlingsinitiativen gegen Sammelabschiebungen nach Afghanistan. Foto: Henning Kaiser Auf dem Düsseldorfer Flughafen: Protestkundgebung der Flüchtlingsinitiativen gegen Sammelabschiebungen nach Afghanistan.
Düsseldorf. 

Trotz der verschärften Sicherheitslage in Afghanistan ist am Dienstagabend von Düsseldorf aus erneut ein Sammelflug mit abgelehnten Asylbewerbern nach Kabul gestartet. Das bestätigte die Bundespolizei.

Zur Zahl der abgeschobenen Afghanen gab es keine Angaben. Nach Mitteilung von Flüchtlingsinitiativen waren wesentlich weniger als die ursprünglich geplanten 80 Menschen an Bord. Unter anderem wegen Krankheit und Einsprüchen in letzter Minute seien am Ende nur 17 Abzuschiebende Richtung Kabul geflogen.

Nach Angaben des bayerischen Innenministeriums hingegen waren es 19. Unter den Männern seien aus Bayern drei verurteilte Straftäter sowie fünf, die sich der Identitätsfeststellung widersetzt hätten.

Zuvor hatte die Flüchtlingsinitiative „Afghanischer Aufschrei” mit 200 bis 300 Teilnehmern am Flughafen gegen die Abschiebung demonstriert. Die Maßnahme sei wegen der prekären Sicherheitslage in Afghanistan völkerrechtswidrig, sagte Oliver Ongaro von der Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative „Stay” (Bleib). Die Ankunft des Flugzeugs in Kabul wird am Mittwochmorgen erwartet. Zuvor hatten deutsche Behörden seit Dezember 2016 bereits 155 Männer wieder in ihr Heimatland zurückgebracht.

In Kabul gab es 2017 über 20 schwere Anschläge mit mehr als 500 Toten. Erst vor wenigen Tagen waren bei einem 17-stündigen Taliban-Angriff auf ein großes Hotel fast 20 Menschen getötet worden.

(dpa)
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