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Vermutlich neuer Erreger auch in Hessen: Achtung, Norovirus!

Von Besonders viele Menschen leiden derzeit an Brech-Durchfall. Vielerorts in Hessen steigen die Patientenzahlen. Damit nicht genug: Der Höhepunkt der Krankheitswelle könnte erst noch bevorstehen.
Illustration Norovirus, Symbolbild. Foto: imago stock&people Illustration Norovirus, Symbolbild.
Frankfurt. 

Meist kommt er in den Wintermonaten und immer geht es blitzschnell: Menschen, die sich mit dem Norovirus infizieren, müssen sich sofort erbrechen. Dazu kommt ein heftiger Durchfall. Besonders auffällig in diesem Winter: Es gibt wieder besonders viele Ansteckungen mit dem Erreger.

Die Zahl der gemeldeten Fälle ist in Deutschland wie auch in Hessen zuletzt sprunghaft angestiegen und hat sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Bereits im November 2016 wurden hessenweit insgesamt 864 laborbestätigte Norovirus-Infektionen übermittelt, wie das Hessische Sozialministerium mitteilt.

In den Vorjahren waren es im Mittel 404 Fälle im gleichen Zeitraum. Deutschlandweit waren es im November 14 519 Fälle, in den Vorjahren um die 7000. Krankenzahlen aus dem Dezember liegen noch nicht vor.

Einige Schulen und Kindertagesstätten im Rhein-Main-Gebiet waren bereits von der Infektionswelle betroffen, von denen manche sogar schließen mussten, weil auch Erzieher erkrankten. Auch die Bereitschaftsdienste der Kassenärztlichen Vereinigung in Hessen bestätigen einen deutlichen Anstieg von Patienten in den vergangenen Wochen.

ILLUSTRATION - Das gestellte Foto zeigt einen kleinen Jungen in seinem Bett im brandenburgischen Sieversdorf (Oder-Spree), der eine Wärmflasche auf dem Bauch hat, aufgenommen am 29.01.2007. In Berlin werden derzeit aus vier Krankenhäusern und vier Pflegeheimen Norovirus-Ausbrüche gemeldet. Das Norovirus ist ein hoch- ansteckender Magen-Darm-Erreger, dessen Infektion durch abrupt einsetzendes Erbrechen und starken Durchfall gekennzeichnet ist. Am Wochenende hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) bundesweite Rekordzahlen für Infektionen mit dem aggressiven Erreger für dieses Jahr vorhergesagt. Gefährlich könne das Virus wegen des drohenden Flüssigkeitsverlusts für geschwächte alte Menschen und kleine Kinder werden. 2006 registrierte das RKI bundesweit 19 Todesfälle durch das Virus. Foto: Patrick Pleul dpa/lbn (zu Meldung lbn 4122 vom 30.01.2007) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Noro-Virus-Gefahr in Hessen Norovirus: Was hilft?

In Hessen gehen derzeit die Noroviren um. Die Patientenzahlen steigen. Sie leiden oft an Brech-Durchfall. Der Höhepunkt der Krankheitswelle könnte erst noch bevorstehen. Wie kann man sich schützen?

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In Frankfurt wurden in der zweiten Jahreshälfte 2016 insgesamt 358 Fälle von Norovirus-Erkrankungen gemeldet. Im selben Zeitraum im Vorjahr waren es nur 74. „Das ist schon ein deutlicher Anstieg“, sagt Ursel Heudorf, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes der Stadt.

Deutschlandweit sind derzeit mehr als 4000 Fälle erfasst. Es könnten noch einige hinzukommen, da der Höhepunkt der Norovirus-Saison erfahrungsgemäß am Jahresanfang liegt, also im Januar und Februar. Hinzu kommt: „Der frühe Beginn und die hohe Fallzahl deuten auf einen komplett neuen Norovirus hin, der im Umlauf ist“, sagt Susanne Glasmacher, Biologin am Robert-Koch-Institut. In der vergangenen Saison habe es besonders wenige Fälle von Norovirus-Erkrankungen gegeben. Dann sei es typisch, dass im Folgejahr eine solche sogenannte Norovirus-Rekombinante, auftritt. Der Virus wolle sich selbst erhalten.

Gefährlicher ist die neue Variante des Erregers nicht. Sie wird nur vom Immunsystem schlechter erkannt. Mehr Menschen erkranken deshalb. Einen vergleichbaren sprunghaften Anstieg von Fällen hatte es laut Robert-Koch-Institut vor sechs Jahren gegeben.

Noch sei es zu früh, um zu sagen, wie hoch der Anteil der neuen Noroviren an den aktuellen Erkrankungen ist. Für eine abschließende Beurteilung und eine Prognose des Verlaufs der Norovirus-Saison sei die Datenlage noch nicht ausreichend. Andere Bundesländer sind vom Norovirus in diesem Winter ebenso vermehrt betroffen, so etwa Schleswig-Holstein oder Sachsen-Anhalt. Auch in Bayern hat sich die Zahl der Erkrankungen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

Das Virus löst starken Durchfall und Erbrechen aus. Der Erreger führt zu starkem Flüssigkeitsverlust und ist deshalb vor allem für Kleinkinder, alte Menschen und geschwächte Personen gefährlich. Das hochansteckende Virus ist leicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

Gegen den Norovirus gibt es keinen Impfschutz. Als eine wichtige Gegenmaßnahme gilt, immer ausgiebig Hände zu waschen (mindestens dreißig Sekunden lang). Wer sich infiziert hat, sollte laut Medizinern am besten zu Hause bleiben und den Kontakt zu anderen vermeiden. Ansonsten gilt: Aussitzen und viel Flüssigkeit aufnehmen. Rhein-Main & Hessen

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