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Auch in Hessen steigende Zahlen: Alle drei Minuten ein Einbruch

Die Zahl der Einbrüche war im vergangenen Jahr so hoch wie seit 1993 nicht mehr. Für die Gewerkschaft der Polizei in Hessen gibt es dafür auch einen Grund.
Auch in Hessen ist die Zahl der Wohnungseinbrüche gestiegen. Auch in Hessen ist die Zahl der Wohnungseinbrüche gestiegen.
Frankfurt. 

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist einem Bericht der Zeitung „Die Welt“ zufolge auf den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren gestiegen. Für das Jahr 2015 weise die Kriminalstatistik 167 136 erfasste Fälle aus und damit 9,9 Prozent mehr als im Jahr davor, so die Zeitung, die sich auf die neue Polizeiliche Kriminalstatistik beruft. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wolle die Zahlen voraussichtlich im Mai in Berlin offiziell vorstellen, hieß es.

Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist die Zahl der Wohnungseinbrüche seit 2005 um rund 52 Prozent gestiegen – durchschnittlich geschehe in Deutschland alle drei Minuten ein Einbruch.

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Um sich besser zu schützen, können Hausbesitzer und Mieter selbst aktiv werden. Hier einige Schutzmaßnahmen und Tipps. ZUGANG ERSCHWEREN: Polizeistatistiken belegen, dass Einbrecher keine

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An der Spitze der Statistik liegen die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und der Stadtstaat Hamburg.

Und wie sieht es in Hessen aus? Im vergangenen Jahr gab es hier gut sechs Prozent mehr Einbrüche als im Jahr zuvor, nämlich 11 595 (2014: 10 978). Die hessische Polizei konnte nur etwa jede fünfte Tat aufklären. Positiv schlug laut Statistik zu Buche, dass die Quote gescheiterter Einbrüche hoch ist, sie stieg von 42,4 auf 43,8 Prozent.

„Mehr Polizisten nötig“

Bei der Vorstellung der Kriminalstatistik Ende Januar hatte Innenminister Peter Beuth (CDU) gesagt: „Die Polizei bietet Bürgern umfangreiche Beratung an und zeigt praktisch, wie die eigenen vier Wände sicherer werden.“

Andreas Grün, hessischer Landesvorsitzende der GdP, sagt zur Kriminalstatistik. „Das sind keine gute Zahlen.“ Er verweist darüber hinaus auf das Sicherheitsbedürfnis der Bürger, dem derzeit nicht in vollem Umfang Rechnung getragen werde. Es seien wesentlich mehr Polizisten notwendig. „Das Hessen 300 zusätzliche Beamte einstellen möchte, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung“, sagte der Gewerkschaftschef. Für ihn reicht das aber nicht aus. „1000 neue Stellen halten wir für erforderlich, damit die Polizei in Hessen ihren Aufgaben nachkommen kann.“

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Wer verhindern will, dass Einbrecher allzu leicht ins Haus oder die Wohnung eindringen, muss investieren. Einbruchshemmende Fenster und Türen oder spezielle Rollläden können Diebe

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Solch eine Personalstärke hätte zur Folge, dass die Polizei eine deutlich höhere Präsenz demonstrieren könnte als derzeit. „Die Einbrecher wissen, dass die Möglichkeit, bei uns in eine nächtliche Kontrolle zu geraten, wie ein Sechser im Lotto ist“, erklärt Grün. Wie wichtig eine hohe Polizei-Präsenz sein kann, macht er an einem Beispiel aus Bayern deutlich. „Im Landkreis Altötting kam es phasenweise zu einer sehr hohen Zahl von Wohnungseinbrüchen. Als die Polizeipräsenz in dieser Region zu einem gewissen Zeitpunkt deutlich erhöht wurde, registrierte die Polizei nur einen Einbruchsversuch“, berichtet Grün.

Dass die Länder Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sowie der Stadtstaat Hamburg bei den Wohnungseinbrüchen derzeit an der Spitze liegen, ist für Grün kein Grund, für Hessen in dieser Hinsicht Entwarnung zu geben. „Bei den Einbrüchen operieren vielfach osteuropäische Banden. Diese suchen sich immer wieder unterschiedliche Länder für ihre Taten aus“, erläutert Grün.

Nicht überall in Hessen ist die Zahl der registrierten Einbrüche gestiegen. In Frankfurt fiel sie zum Beispiel von 2170 auf 2111 im Jahr 2015. Niedrig ist in der Mainmetropole aber auch die Aufklärungsquote. Die Polizei konnte dort im vergangenen Jahr jeder zehnte Tat aufklären.

Im Landkreis Limburg-Weilburg gab es einen sprunghaften Anstieg von Einbrüchen um über 70 Prozent auf 361 Taten. 136 kamen die Diebe am Tag, 225 Mal bei Nacht. Den hohen Anstieg begründete die Polizei dort mit einer Einbruchsserie, die alle aufgeklärt worden seien. Insgesamt lag die Aufklärungsquote im Kreis Limburg-Weilburg bei fast 30 Prozent.

Weniger stark heimgesucht als im Jahr zuvor wurden Eigentümer und Mieter im Hochtaunuskreis. Dort sank die Zahl der Einbrüche um etwa ein Fünftel auf 550. Die Polizei in Bad Homburg macht vor allem osteuropäische Banden für die Taten verantwortlich. Diese würden sich die Häuser genau ansehen und auch mehrfach ausspähen, bevor sie zuschlügen. Die Polizei versuche, der Gefahr zu begegnen, indem sie die öffentliche Präsenz verstärke.

Im Main-Taunus-Kreis und im Wetteraukreis sank die Zahl der Wohnungseinbrüche, während sie im Kreis Groß-Gerau stieg.

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