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Anschlagsplan „in der Tasche“

Handelte der Terrorverdächtige Dschaber al-Bakr im Auftrag des IS? Die Ermittlungsbehörden gehen weiter davon aus, doch unumstößliche Beweise gibt es bislang nicht.
Der mutmaßliche Terrorist Dschaber al-Bakr. Foto: Christian Zander (Polizei Sachsen) Der mutmaßliche Terrorist Dschaber al-Bakr.
Berlin. 

Nach dem Suizid des mutmaßlichen Terroristen Dschaber al-Bakr suchen die Ermittlungsbehörden weiter nach Verbindungen zur Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Bislang gebe es keine „ausreichenden gerichtsverwertbaren Bezüge zum IS“, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Die Ermittlungsbehörden vermuten, dass Al-Bakr im Auftrag des IS handelte. Ende August sei der Syrer aus der Türkei kommend in Leipzig gelandet und habe dabei seinen Anschlagsplan „in der Tasche“ gehabt, zitierte die Zeitung Ermittler.

Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden hatte Al-Bakr einen Sprengstoffanschlag auf einen Berliner Flughafen geplant. In der Wohnung in Chemnitz, in der der 22-Jährige zuletzt lebte, fanden die Ermittler 1,5 Kilo hochexplosiven Sprengstoff. Er hatte sich am Mittwochabend zwei Tage nach seiner Festnahme in einem Leipziger Gefängnis erhängt.

Al-Bakr soll sein mutmaßliches Anschlagsziel selbst ausgespäht haben. Wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg und die „Berliner Morgenpost“ unter Hinweis auf Kreise der Sicherheitsbehörden des Bundes berichteten, hielt sich der Syrer in der zweiten Septemberhälfte für eine Nacht in Berlin auf. Dabei soll er auch eine Kontaktperson getroffen haben. Der Aufenthalt in der Hauptstadt soll für die Planung des Anschlages eine wichtige Rolle gespielt haben, hieß es.

Al-Bakr soll durch Berliner Imame mit dem radikalen Islam in Verbindung gekommen sein, berichteten der „Spiegel“ und die Deutsche Welle unter Berufung auf einen Bruder des Syrers.

Unklar ist weiter, wie es zum Tod des Syrers in der Leipziger JVA kommen konnte. Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) räumte Versäumnisse im Justizvollzug des Landes ein. „Wir alle müssen im Umgang mit islamistischen Strafgefangenen dazulernen. Offensichtlich reichen unsere herkömmlichen Instrumente und Erfahrungen zur sicheren Unterbringung von Gefangenen nicht aus“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Aus Sicht der Gewerkschaft der Strafvollzugsbediensteten in Niedersachsen sollten Terrorverdächtige künftig zentral in Deutschland inhaftiert werden. Reguläre Gefängnisse seien für die Unterbringung im Zweifelsfall nicht geeignet, sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft, Uwe Oelkers, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

(dpa)
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