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Assad-Gefolgsmann spricht erstmals von Regimewechsel

Nach den jüngsten Erfolgen der syrischen Revolutionäre orientieren sich inzwischen auch einige der treuesten Gefolgsleute von Präsident Baschar al-Assad um. Der Mufti von Syrien, Scheich Ahmed Hassun: Nach anderen abtrünnigen Assad-Gefolgsleuten spricht nun auch er von Regimewechsel. Foto: Christophe Karaba/Archiv Der Mufti von Syrien, Scheich Ahmed Hassun: Nach anderen abtrünnigen Assad-Gefolgsleuten spricht nun auch er von Regimewechsel. Foto: Christophe Karaba/Archiv

Istanbul/Genf. 

Nach den jüngsten Erfolgen der syrischen Revolutionäre orientieren sich inzwischen auch einige der treuesten Gefolgsleute von Präsident Baschar al-Assad um.

Der Mufti von Syrien, Scheich Ahmed Hassun, sprach nach Informationen der oppositionellen Website "All4Syria" bei einer Veranstaltung in der Staatsbibliothek in Damaskus erstmals von einem Regimewechsel.

Das Oberhaupt des offiziellen sunnitischen Islams in Syrien sagte den Angaben zufolge: "Die Bewaffneten sollen den Kampf einstellen und die Waffen niederlegen, denn der Regimewechsel kommt nicht durch Gewalt, sondern durch Dialog."

"All4Syria" veröffentlichte am Mittwoch außerdem ein Schreiben des syrischen Honorarkonsuls auf den Malediven, Wassim Beck, in dem dieser erklärt, er wolle die Zerstörungswut und die Folterpraktiken des Regimes nicht länger mittragen. An die Adresse von Assad schrieb er: "Deine Tage sind ohnehin gezählt, also verschwinde!"

In Al-Asisija, einem christlichen Vorort von Aleppo, kamen am Mittwoch nach Angaben von Aktivisten 28 Menschen durch die Explosion einer Autobombe ums Leben. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter erklärte, bei den Toten handele es sich um Angehörige verschiedener Rebellenbrigaden. Mehr als 20 Kämpfer und Zivilisten seien verletzt worden.

Unterdessen gingen die Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen in der Provinz Damaskus-Land und im Palästinenserlager Jarmuk weiter. Aktivisten veröffentlichten Videoaufnahmen, die ihren Angaben zufolge zeigen, wie palästinensische Familien aus dem Viertel fliehen. Die Zivilisten tragen Matratzen und wenige Habseligkeiten. Einige von ihnen schieben ihre bescheidene Habe auf Handkarren vor sich her.

Landesweit reißt der Krieg immer mehr Menschen ins Elend. Hilfsorganisationen sind dringend auf Unterstützung angewiesen. Um 1,5 Milliarden Dollar (1,38 Milliarden Euro) für die ersten sechs Monate des kommenden Jahres haben die Vereinten Nationen jetzt die internationale Gemeinschaft gebeten. Dies sei der bislang umfangreichste humanitäre Hilfsappell für einen so kurzen Zeitraum, erklärte das UN-Büro für Nothilfekoordinierung (OCHA) in Genf.

In Syrien kamen am Mittwoch bei Kämpfen und durch Angriffe der Armee nach Angaben von Regimegegnern 50 Menschen ums Leben. Seit Beginn des Aufstandes gegen das Assad-Regime im März 2011 sollen in Syrien mehr als 42 000 Menschen getötet worden sein. Mehr als zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht.

(dpa)
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