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Ausbildungsstart: Auf der Suche nach dem Lehrling

Von Viele Betriebe in Hessen und der Region suchen auch zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres am morgigen Dienstag noch nach jungen Menschen, die ins Berufsleben starten wollen. Doch nicht alle Ausbildungsberufe sind beliebt.
Auszubildende händeringend gesucht: Vor allem beim Bäcker- und Metzgerhandwerk sind noch viele Lehrstellen unbesetzt. Bilder > Foto: Jens Kalaene (dpa-Zentralbild) Auszubildende händeringend gesucht: Vor allem beim Bäcker- und Metzgerhandwerk sind noch viele Lehrstellen unbesetzt.
Frankfurt. 

Gute Aussichten für Lehrstellenbewerber in Hessen, denn das Angebot an Ausbildungsplätzen ist groß. So meldeten Ende des vergangenen Monats die hessischen Betriebe rund 33 000 Ausbildungsstellen. Gleichzeitig stieg aber auch die Zahl der unbesetzten Lehrstellen auf knapp 14 500. Rein rechnerisch komme in Hessen ein unversorgter Bewerber auf eine unbesetzte Ausbildungsstelle, so Christina Funedda, Sprecherin der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit.

Schornsteinfeger gesucht

„Wir haben derzeit einen bewerberfreundlichen Ausbildungsmarkt. Die Zahl der unversorgten Bewerber ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen, was darauf schließen lässt, dass die Betriebe früher zu einem Vertragsabschluss kommen und sich so ihre Wunschkandidaten sichern“, ergänzt Frank Martin, hessischer Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesagentur für Arbeit. Dennoch sei es für Betriebe immer schwerer, ihre Lehrstellen zu besetzen, obwohl mehr Interessenten bei den Agenturen für Arbeit gemeldet seien.

Unterdessen haben sich unsere Reporter in der Region umgehört, wie es dort aktuell um die Ausbildungssituation bestellt ist. Auch in der Region gilt der Hessentrend: Es gibt aktuell noch zahlreiche freie Ausbildungsplätze.

  Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis: Im Hochtaunuskreis sind für das aktuelle Ausbildungsjahr noch 395 Ausbildungsstellen offen, im Main-Taunus-Kreis sind es immerhin noch 380. Beliebt seien in beiden Kreisen die folgenden Berufe: Kaufmann Büromanagement, Kaufmann Einzelhandel, Kfz-Mechatroniker, Verkäufer, Medizinische Fachangestellte, Automobil-, Bank- und Industriekaufmann.

Schwieriger zu besetzen und noch offen seien, so die Agentur für Arbeit, die Ausbildungsberufe Schornsteinfeger, Orthopädieschuhmacher, Zimmerer, Gärtner-Zierpflanzen und Konditor.

Im Hochtaunuskreis bestehe darüber hinaus hoher Bedarf in der Hotelbranche – hier wurden für 2018 schon 12 Ausbildungsstellen gemeldet. Offene Stellen gibt es weiter in der Versicherungs- und Finanzbranche (24 Stellen) sowie bei den Berufen Zerspanungsmechaniker (10), Industriemechaniker (12), Koch (10) und Kaufmann für Büromanagement (12).

  Rüsselsheim: In Rüsselsheim verzeichnet die IHK-Lehrstellenbörse vor dem morgigen Ausbildungsstart noch rund 150 freie Stellen. Gesucht würden noch junge Menschen, die ihre Zukunft etwa als Bankkaufmann, Zerspanungsmechaniker, Elektroniker oder im Büromanagement sehen. In Rüsselsheim, so die IHK weiter, gebe es generell ein breitgefächertes Ausbildungsangebot. So seien die Branchen Logistik, Handel und IT in der Opel-Stadt stark vertreten.

  Limburg-Weilburg: Wer im Landkreis Limburg-Weilburg einen Metzger oder Bäcker oder dazu passende Fachverkäuferinnen ausbilden will, hat es besonders schwer, Nachwuchs zu finden. Nach Angaben der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar gibt es aber noch weitere, schwer zu besetzende Ausbildungsstellen in der Region: Gebäudereiniger, Berufskraftfahrer, Straßenbauer sowie Anlagenmechaniker in Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sind einige davon.

Deutlich besser geht es da der Kfz-Branche: Kfz-Mechatroniker ist der beliebteste Ausbildungsberuf unter männlichen Jugendlichen im Landkreis Limburg-Weilburg. Auf Platz zwei steht der Verkäufer. Der drittbeliebteste Ausbildungsberuf bei jungen Männern – Kaufmann im Büromanagement – ist der beliebteste bei jungen Frauen. Es folgen auf den Plätzen zwei und drei Medizinische Fachangestellte und Verkäuferin.

  Frankfurt: Carlos Caballero ist stellvertretender Geschäftsführer eines Handwerksbetriebs: Die Desinsecta GmbH in Praunheim ist ein typischer Mittelständler mit Kunden in ganz Deutschland. Nur eines fehlt: genügend Bewerber um die beiden Lehrstellen. „Wo auf eine Mechatroniker-Stelle 300 Bewerbungen kommen, erhalten wir nur 20 bis 30“, bedauert Caballero. Und das – beim zertifizierten Schädlingsbekämpfer – bei einem der sichersten Berufe der Welt. Was krabbelt und kriecht, stirbt nicht aus.

Für junge Leute sieht die Situation auf dem Frankfurter Ausbildungsmarkt kurz vor Beginn des Ausbildungsjahres etwas schlechter aus als im Vorjahr. Nach Informationen der Agentur für Arbeit haben Ende Juni in Frankfurt 1608 Bewerber eine Stelle gesucht, 149 mehr als im Vorjahr.

Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt (IHK) hat bei ihren Betrieben noch mehr als 500 unbesetzte Ausbildungsstellen. Der Mangel an Bewerbern zeige sich bei der IHK auch darin, dass viele neue Ausbildungsverträge erst jetzt, kurz vor Beginn des Ausbildungsjahres, geschlossen und registriert würden – ein Trend, der auch bei der Handwerkskammer zu beobachten sei. Die Handwerkskammer habe in ihrem Kammerbezirk, der weit über Frankfurt hinausreicht, zuletzt noch mehr als 800 offene Stellen registriert.

Bewerbersuche ist dagegen weiterhin eine Herausforderung für die Unternehmer. Immerhin ist kürzlich aber bei der Handwerkskammer der 50. Vertrag mit einem ehemaligen Studenten abgeschlossen worden – Frucht der Zusammenarbeit mit der Studienberatung der Goethe-Universität. Seit Jahresanfang wurden seitens der Handwerkbetriebe darüber hinaus auch 107 Verträge mit Flüchtlingen geschlossen, etwas mehr als 2016. Mitarbeit: tjs, dick, ahi, göc
 

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