Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 24°C

Bagdad und Ankara entschärfen Streit

Über Monate stritt sich der Irak mit der Türkei über türkische Truppen im Norden des Landes. Bagdad rief sogar den UN-Sicherheitsrat an. Jetzt sind zwischen beiden Ländern freundlichere Töne zu hören.
Türkische Truppen im Einsatz an einem nicht näher benannten Ort im Irak. Foto: Turkish Genereal Staff/Archiv Türkische Truppen im Einsatz an einem nicht näher benannten Ort im Irak. Foto: Turkish Genereal Staff/Archiv
Bagdad. 

Der Irak und die Türkei haben ihren heftigen Streit um die türkischen Truppen im Norden des Landes entschärft.

Der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi sprach nach einem Treffen mit seinem türkischen Kollegen Binali Yildirim in Bagdad von einer Einigung, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen. Ankara habe zugesagt, das Thema bald beizulegen, sagte al-Abadi.

Yildirim erklärte einschränkend, das Thema werde „auf freundschaftliche Weise” mit der irakischen Regierung gelöst, wenn die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zerstört sei. Die Truppen würden abziehen, sobald im Land Frieden und Stabilität herrschten.

Bagdad und Ankara streiten sich seit Monaten um eine türkische Militärbasis in Baschika nahe Mossul. Die türkischen Soldaten bilden dort im Kampf gegen den IS lokale sunnitische Kräfte aus und unterstützen auch kurdische Peschmerga-Kämpfer. Der Irak fordert seit langem, dass die Türkei ihre Truppen abzieht und hatte deswegen den UN-Sicherheitsrat angerufen. Ankara wies die Forderung bisher zurück.

Ankara will außerdem stärker am Kampf gegen den IS in der Region beteiligt werden. Die mehrheitlich sunnitische Türkei will einen wachsenden Einfluss schiitischer und vom Iran unterstützter Milizen im Nachbarland verhindern. Diese spielen bei der Offensive zur Befreiung der IS-Hochburg Mossul eine wichtige Rolle.

In einer gemeinsamen Erklärung nach dem Treffen der Regierungschefs hieß es: „Beide Seiten betonten, dass das Militärlager Baschika ein irakisches Militärlager ist.” Der Irak habe bekräftigt, dass die Türkei mit Schritten zum Abzug ihrer Truppen beginne und die Akte geschlossen werde. Die Türkei versichert in dem Papier, sie respektiere die Souveränität des Iraks. Beide Seiten wollten im Kampf gegen den Terrorismus zusammenarbeiten, hieß es weiter.

Yildirim begrüßte nach Angaben der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu eine Zusage al-Abadis, wonach der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK nicht erlaubt werde, der Türkei von irakischem Territorium aus Schaden zuzufügen. Diese Aussage sei „mit großer Freude” zur Kenntnis genommen worden und zeige, was die Türkei und der Irak gemeinsam im Kampf gegen den Terrorismus erreichten könnten.

Die PKK unterhält im nordirakischen Kandil ihr Hauptquartier. Vor dem Treffen der beiden Regierungschefs flog die türkische Luftwaffe in der Region Angriffe gegen PKK-Stellungen. Anadolu meldete, die Kampfjets hätten am Freitagabend elf Ziele bombardiert.

Yildirim forderte zudem einen Abzug der PKK-Kämpfer aus der Sindschar-Region. Terrororganisationen in dem Gebiet stellten eine Bedrohung dar, die beseitigt werden müsse.

Die Sindschar-Region im Nordwesten des Iraks ist eine Hochburg der religiösen Minderheit der Jesiden. Das mittlerweile wieder befreite Gebiet war 2014 vom IS überrannt worden. PKK-Kämpfer unterstützten damals die Angehörigen der religiösen Minderheit bei der Flucht.

Die kurdischen Autonomieregierung im Nordirak hatte sich in dieser Woche nach eigenen Angaben mit der PKK auf einen Abzug der PKK-Kämpfer aus der Region um das Sindschar-Gebirge geeinigt. Unklar ist aber bisher, wann die PKK-Kämpfer das Gebiet verlassen werden.

(dpa)
Zur Startseite Mehr aus Politik

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse