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Fahrplanwechsel: Bahn stärkt die Verbindung Frankfurt-Berlin

Von Der Fahrplanwechsel am Sonntag ist der größte in der Geschichte der Deutschen Bahn. Frankfurt profitiert von der Eröffnung der neuen Schnellfahrstrecke Berlin–München. Die Fahrgäste müssen allerdings tiefer in die Tasche greifen. Wie teuer es wird, ist unklar.
Foto: Julian Stratenschulte (dpa)
Frankfurt. 

Ein Vierteljahrhundert nach Beginn der Bauarbeiten geht die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Berlin und München durchgehend in Betrieb. Die Deutsche Bahn (DB) hat rund zehn Milliarden Euro investiert, um die Fahrzeit im ICE zwischen Spree und Isar um zwei Stunden zu verkürzen. Von der Neuerung zum Fahrplanwechsel am Sonntag werden auch Bahnreisende ab Frankfurt profitieren.

Vom Hauptbahnhof der Mainstadt düsen derzeit täglich 16 ICE-Direktzüge nach Berlin und zurück. Nun wird das Angebot ausgebaut. Von den dann 26 ICE-Direktverbindungen verlassen 21 den Hauptbahnhof, fünf weitere ICE starten am Flughafen und fahren über Frankfurt-Süd und Kassel nach Berlin. Viele Verbindungen von Berlin werden über die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke über Erfurt nach Frankfurt und weiter nach Stuttgart oder München geführt. Einziger Wehrmutstropfen: Der beliebte Berlin-Sprinter wird gestrichen, der bislang in den frühen Morgenstunden ohne Halt in nur drei Stunden und 42 Minuten zwischen Frankfurt und Berlin verkehrte. Die Bahn setzt übrigens zum ersten Mal den neuen ICE4 auf Strecken ein.

Sprinter nach München

Zwischen Berlin und München ist der ICE künftig nur noch viereinhalb Stunden unterwegs. Der ICE-Sprinter benötigt sogar keine vier Stunden – über zwei Stunden weniger, als bisher. „Wir rechnen mit einer Verdopplung der Fahrgastzahlen zwischen Berlin und München auf 3,6 Million Reisende im Jahr“, sagt die Vorstandsvorsitzende der DB-Fernverkehr, Birgit Bohle. Bereits seit der Insolvenz von AirBerlin hätten sich die Fahrgastzahlen der Bahn spürbar erhöht.

„Aktuell verzeichnen wir einen sehr positiven Buchungsverlauf auf unseren ICE- und IC-Strecken“, teilt eine DB-Sprecherin mit. „Für die nächsten Monate erwarten wir in ganz Deutschland ein Plus von mehr als zehn Prozent.“ Bereits in diesem Jahr sei mit einem Fahrgastrekord im Fernverkehr zu rechnen. Vor allem auf den bisherigen innerdeutschen Hauptverbindungen von Air Berlin (München–Berlin, Köln/Düsseldorf–Berlin und München–Köln/Düsseldorf) seien deutlich mehr Buchungen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum eingegangen.

Ab dem Fahrplanwechsel wird die ICE-Verbindung von Frankfurt nach Wien um 25 Minuten auf künftig 6:25 Stunden beschleunigt. Ein Jubiläum feiert Frankfurt im ICE-Verkehr mit der Schweiz. Vor 25 Jahren fuhr zum ersten Mal ein ICE von der Mainmetropole nach Zürich. Seither wurden die Direktverbindungen schrittweise ausgebaut. Heute verkehren mittlerweile 40 ICE-, Eurocity- oder IC-Verbindungen pro Richtung zwischen den Nachbarländern. Von Sonntag an fahren erstmals Züge direkt von Frankfurt nach Mailand – in knapp siebeneinhalb Stunden.

Unklare Kosten

Dass es ab Sonntag Preiserhöhungen gibt, bestätigte die Bahn. Wie diese konkret aussehen, sagte sie allerdings nicht. Für den Normalpreis (Flex-Preis) sollen die Kunden jedoch in der 2. Klasse im Schnitt 1,9 Prozent und 2,9 Prozent für die 1. Klasse mehr zahlen. „Das ist kein Grund für Jubel, ist insgesamt aber relativ moderat“, kommentiert der Vorsitzende des Fahrgastverbandes ProBahn im Großraum Frankfurt, Thomas Schwemmer.

Auch wenn viele Fahrgäste die Sparpreise nutzen und ihre Reise vorplanen, müssen andere Kunden beruflich flexibel sein – und dann den hohen Flex-Preis zahlen. Die DB verweist jedoch auf die konstanten Preise für die Bahncard und die Sparpreise ab 19,90 Euro. Doch hier gibt es Kritik von ProBahn: „Es bleibt rätselhaft, wie die Sparpreise kontingentiert werden. Dadurch ist unklar, wie viele Sparpreise in welcher Höhe tatsächlich verfügbar sein werden“, sagt Schwemmer. „Zudem hat sich die Flexibilität der „Flex-Preis“-Karten weiter verringert, weil die zeitliche Gültigkeit der Hin- und Rückfahrt eingeschränkt wird.“

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