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Bundesaußenminister Gabriel zu Gesprächen in Mexiko

Deutschland und Mexiko sind gute Handelspartner. Auch bei Themen wie dem Klimaschutz arbeiten beide Länder eng zusammen. Wenn deutsche Politiker allerdings die schlechte Menschenrechtslage ansprechen, werden die mexikanischen Gesprächspartner oft schmallippig.
Außenminister Sigmar Gabriel (2.v.l, SPD) wird in Mexiko-Stadt vom mexikanischen Botschafter in Deutschland, Rogielo Granguillhome (2.v.r), und dem deutschen Botschafter in Mexiko, Viktor Elbling (r), begrüßt. Foto: Bernd von Jutrczenka Außenminister Sigmar Gabriel (2.v.l, SPD) wird in Mexiko-Stadt vom mexikanischen Botschafter in Deutschland, Rogielo Granguillhome (2.v.r), und dem deutschen Botschafter in Mexiko, Viktor Elbling (r), begrüßt. Foto: Bernd von Jutrczenka
Mexiko-Stadt. 

Nach seiner Reise in die USA besucht Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) das Nachbarland Mexiko. Er wird sich dort mit Präsident Enrique Peña Nieto und seinem Kollegen Luis Videgaray zu Gesprächen treffen.

Außerdem will Gabriel für die Hannover Messe werben, auf der Mexiko im kommenden Jahr Partnerland ist. In den kommenden Wochen geht zudem das deutsch-mexikanische Jahr zu Ende.

Auf der Agenda dürften die Vorbereitungen zum G20-Gipfel stehen. Deutschland hat bis zum Sommer den G20-Vorsitz der Top-Wirtschaftsmächte übernommen und richtet Anfang Juli das Treffen der Staats- und Regierungschefs in Hamburg aus. Auch Mexiko gehört zu der Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer.

Bei ihren Besuchen in Mexiko sprechen deutsche Politiker häufig auch die angespannte Menschenrechtslage in dem lateinamerikanischen Land an. In den Auseinandersetzungen zwischen Drogenkartellen, Verbrechersyndikaten und Sicherheitskräften kommen jedes Jahr Tausende ums Leben. Über 30 000 Menschen gelten als vermisst. Immer wieder werden auch Vorwürfe gegen Militär und Polizei erhoben.

Besonders gefährlich ist die Lage für Journalisten. Am Montag wurden innerhalb weniger Stunden zwei Reporter erschossen. Seit Jahresbeginn wurden sechs Journalisten getötet. „Die sechs Morde an Journalisten in diesem Jahr sind ein weiteres Zeichen dafür, wie desolat es in Mexiko um die Menschenrechte bestellt ist”, sagte Maja Liebing, Mexiko-Expertin bei Amnesty International, anlässlich des Gabriel-Besuchs. „Die Täter wissen, dass sie nicht zur Verantwortung gezogen werden. Solange sich an dieser Situation nichts ändert, ist es ein Leichtes, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen.”

Auf der internationalen Bühne arbeiten Deutschland und Mexiko etwa beim Klimaschutz und bei der Begrenzung des Waffenhandels eng zusammen. Deutschland ist der wichtigste Wirtschaftspartner Mexikos in der Europäischen Union. Über 1800 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung sind in Mexiko registriert. Das Handelsvolumen beträgt rund 18 Milliarden US-Dollar. Derzeit wird das Freihandelabkommen mit der EU aktualisiert. Im Juni kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Mexiko.

(dpa)
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