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Bundesregierung verlangt Anklageschrift im Fall Yücel

Seit mehr als 140 Tagen sitzt Deniz Yücel in türkischer Haft - jetzt fordert die Bundesregierung eine Anklageschrift der türkischen Justiz statt nur pauschale Vorverurteilungen von Regierungsverantwortlichen.
Der Journalist Deniz Yücel, hier im Juli 2016, ist seit mehr als 140 Tagen in der Türkei inhaftiert. Foto: Karlheinz Schindler Der Journalist Deniz Yücel, hier im Juli 2016, ist seit mehr als 140 Tagen in der Türkei inhaftiert. Foto: Karlheinz Schindler
Berlin. 

Die Bundesregierung setzt sich unvermindert für eine Freilassung des seit mehr als 140 Tagen in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel ein.

„Wir sind kontinuierlich mit der türkischen Regierung im Gespräch und fordern ein zügiges und rechtsstaatliches Verfahren für Deniz Yücel”, sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), der Zeitung „Die Welt”, deren Korrespondent Yücel ist. Der Journalist, der die deutsche und die türkische Staatsangehörigkeit hat, müsse aus der Untersuchungshaft freigelassen werden.

„Das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit verlangt eine Anklageschrift, die die erhobenen Vorwürfe konkret benennt. Bislang haben wir nur Vorverurteilungen von Regierungsverantwortlichen gehört, die ihn pauschal als Spion oder Terroristen diffamieren”, sagte Roth.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Yücel öffentlich beschuldigt, ein Terrorist und deutscher Spion zu sein. Alle Appelle der Bundesregierung, den Journalisten freizulassen, waren bislang vergeblich. Roth nannte den Fall „eine schwere Belastung” für das bilaterales Verhältnis zur Türkei. Auch die Festnahme von Menschenrechtlern bei einem Treffen am Mittwoch in der Nähe von Istanbul sei „ein zutiefst besorgniserregendes Signal”.

(dpa)
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