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Charlottesville-Jahrestag: Trump verurteilt „Rassismus”

Ein Jahr sind die tödlichen Proteste in Charlottesville am Sonntag her. US-Präsident Trump war danach vorgeworfen worden, sich nicht ausreichend von rechtsextremer Gewalt zu distanzieren. Jetzt meldet er sich auf Twitter zu Wort - bevor die Rechten wieder marschieren.
Nach den tödlichen Protesten in Charlottesville vor einem Jahr ging eine Welle der Empörung durch die USA. Foto: Michael Nigro/Archiv Nach den tödlichen Protesten in Charlottesville vor einem Jahr ging eine Welle der Empörung durch die USA.
Washington. 

Vor einer rechten Demonstration zum Jahrestag der tödlichen Proteste in Charlottesville hat US-Präsident Donald Trump „alle Formen von Rassismus” verurteilt.

„Die Ausschreitungen in Charlottesville vor einem Jahr haben zu sinnlosem Tod und Spaltung geführt”, schrieb Trump am Samstag auf Twitter. Zum Jahrestag ist für diesen Sonntag eine Demonstration unter dem Motto „Vereint die Rechte 2” nahe dem Weißen Haus in Washington angekündigt.

Bei der Demonstration „Vereint die Rechte” von Extremisten in Charlottesville war es am 12. August 2017 zu Ausschreitungen gekommen. Ein Rechtsextremist steuerte dann ein Auto in eine Gruppe Gegendemonstranten. Die 32-jährige Heather Heyer starb, zahlreiche Menschen wurden verletzt.

Trump hatte danach beide Seiten gleichermaßen für die Gewalt verantwortlich gemacht und damit Empörung ausgelöst. Kritiker warfen ihm vor, sich nicht von rechtsextremer Gewalt zu distanzieren. Am Samstag schrieb Trump: „Wir müssen als Nation zusammenkommen. Ich verurteile alle Arten von Rassismus und Gewalttaten. Frieden für ALLE Amerikaner.” In einem weiteren Tweet fügte er hinzu: „Ich werde nie aufhören, für ALLE Amerikaner zu kämpfen!”

Vor dem Jahrestag hatten die Stadt Charlottesville und der Bundesstaat Virginia aus Sorge vor neuen Zwischenfällen den Notstand ausgerufen. Im Stadtzentrum wurde eine abgeriegelte Sicherheitszone eingerichtet, in der Gegenstände, die als Waffen eingesetzt werden könnten, verboten sind. Auch das Tragen von Masken ist untersagt. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Sicherheitskräfte patrouillierten.

Die rechte Demonstration an diesem Sonntag war in Charlottesville beantragt, aber nicht genehmigt worden. In Washington wurde sie unter Verweis auf die Versammlungs- und Meinungsfreiheit erlaubt. Die Demonstration ist in unmittelbarer Nähe des Weißen Hauses geplant. Gegendemonstranten haben für Sonntag zur „Massenmobilisierung” gegen die Rechtsextremisten in Washington aufgerufen.

Aus der Genehmigung des National Park Service geht hervor, dass die Veranstalter von „Vereint die Rechte 2” mit bis zu 400 Teilnehmern rechnen. Auf der Rednerliste stehen unter anderem der Antisemit Patrick Little und David Duke, der einst ein führendes Mitglied des rassistischen Ku Klux Klan war. Ab 17.00 Uhr (Ortszeit/23.00 Uhr MESZ) ist ein rechter Marsch zum Lafayette-Platz vor dem Weißen Haus geplant. Dort ist dann eine zweistündige Demonstration vorgesehen.

(dpa)
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