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Chef-Stratege oder Bremser oder beides

Als Verkehrsminister umstritten, als Partei-Stratege geschätzt: Der neue CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt spielt in den Jamaika-Verhandlungen eine zentrale Rolle. Nur welche?
CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. Foto: Sven Hoppe (dpa) CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt.
Berlin. 

Alexander Dobrindt bremst schon wieder, und wie. Die Union hat ihren Streit über die Flüchtlingspolitik offiziell beigelegt. Die ersten Sondierungsgespräche von Union, FDP und Grünen über ein mögliches Jamaika-Bündnis stehen an. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) persönlich appelliert an die „gemeinsame Verantwortung“, ja die „Pflicht“ der potenziellen Partner, sich zusammenzuraufen. Und Dobrindt? Tut offenbar alles, um die Erwartungen zu dämpfen.

Schon vor dem Unions-Spitzengespräch am vergangenen Sonntag hatte er pessimistisch vorausgesagt, eine Einigung sei unwahrscheinlich – es kam schließlich anders. Und jetzt, da der Weg seit Sonntag für die Jamaika-Sondierungen frei ist, warnt er wieder: „Im Augenblick sind wir weit weg davon.“ Vor allem den Grünen schleudert er in einem Zeitungsinterview die wenig freundliche Botschaft entgegen: „Wir werden keine linken Spinnereien dulden.“ Will Dobrindt die Gespräche torpedieren? Was treibt ihn? Könnte er am Ende ein mögliches Jamaika-Bündnis zum Platzen bringen?

Tatsächlich spielt Dobrindt neben CSU-Chef Horst Seehofer in sämtlichen aktuellen und geplanten Gesprächen in Berlin die vielleicht entscheidende Rolle für die Christsozialen. Das liegt nicht nur daran, dass er als neuer Landesgruppenchef quasi offizielle Speerspitze seiner Partei in der Hauptstadt ist – und mit großer Sicherheit auch in einem künftigen Koalitionsausschuss sitzen wird.

Das liegt auch daran, dass der 47-Jährige innerhalb seiner Partei als wichtiger Stratege geschätzt wird. Auch Seehofer selbst hält große Stücke auf seinen einstigen Generalsekretär – Dobrindt habe, so heißt es in der CSU, in Seehofers Team eine ganz herausragende Stellung. Das passt freilich nicht zu dem, wie Dobrindt vor allem außerhalb Bayerns ankommt; wie er in Sachen Pkw-Maut immer und immer wieder unter Druck geriet; und wie zweifelhaft sein Krisenmanagement in der Abgaskrise war. Dobrindts Ansehen in der CSU tut dies allerdings bis heute keinen Abbruch.

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