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Wikileaks deckt auf: Clintons Vorwürfe an Russland

Die sexistischen Aussagen von Donald Trump haben eine andere Enthüllung im US-Wahlkampf überdeckt. Die Plattform Wikileaks veröffentlichte gehackte E-Mails von Hillary Clintons Wahlkampfmanager. Die Demokraten glauben, die Hintermänner zu kennen.
Hillary Clinton Foto: Cristobal Herrera (EPA) Hillary Clinton
White Plains. 

Der Wahlkampfmanager der demokratischen US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, John Podesta, beschuldigt Russland, hinter der Veröffentlichung gehackter E-Mails durch Wikileaks zu stehen. Damit solle Clintons Konkurrent Donald Trump ein Vorteil verschafft werden, fügte er hinzu. Es sei ein „seltsamer Zufall“, dass die Veröffentlichung der E-Mails kurz nach empörenden Enthüllungen über Trump erfolgt sei, sagte Podesta. Es gebe eine „russische Einmischung in diese Wahl“ und den Versuch Moskaus, „sie zugunsten von Herrn Trump zu beeinflussen.“ Dies müsse Anlass zu „größter Sorge für alle Amerikaner“ sein.

Die von Julian Assange gegründete Enthüllungsplattform Wikileaks hatte Ende vergangener Woche damit begonnen, Tausende E-Mails von Podestas persönlichem Googlemail-Konto zu veröffentlichen. Ein Hacker mit dem Pseudonym Guccifer 2.0 stellte das Material zur Verfügung.

Ein Ablenkungsmanöver?

Die Veröffentlichung der E-Mails löste bislang keine Skandale aus, allerdings erhielt die Öffentlichkeit dadurch Einblicke in die Arbeitsweise von Clintons Wahlkampfteam. Ihr Vertrauter Podesta sagte, die Bundespolizei FBI habe ihm bestätigt, dass sie „den kriminellen Hack“ untersuche.

Die Wikileaks-Enthüllungen seien eine „Gegenmaßnahme gewesen, um zu versuchen, die öffentliche Aufmerksamkeit von den verabscheuungswürdigen Dingen abzulenken, die Trump in einem kurz zuvor veröffentlichten Video gesagt habe“, sagte Podesta. In der heimlichen Aufzeichnung aus dem Jahr 2005 äußerte sich der Immobilienmilliardär vulgär über Frauen und prahlte mit sexuellen Zudringlichkeiten. Die Äußerungen lösten große Empörung aus, Dutzende republikanische Mandatsträger entzogen Trump ihre Gefolgschaft.

„Ob das Herrn Assanges Entscheidung war, um zu versuchen, Herrn Trump zu helfen, oder ob es da eine Koordinierung gab, kann ich nicht wissen“, kommentierte Podesta nun. „Ich sage nur, es ist ein absolut seltsamer Zufall, dass dies genau zu dem Zeitpunkt geschah, als das Wasser kurz vor dem Siedepunkt war“, fügte Clintons Wahlkampfmanager mit Blick auf die hochkochende öffentliche Empörung über Trump hinzu.

Trump erwiderte, die veröffentlichten E-Mails von Clintons Wahlkampfmanager machten „deutlicher denn je, wie viel bei dieser Wahl auf dem Spiel steht“. Sie entscheide darüber, „ob wir eine korrupte Bananenrepublik werden, die von Großspendern und ausländischen Regierungen kontrolliert wird“.

Die Regierung von US-Präsident Obama hatte zuletzt die russische Regierung ebenfalls beschuldigt, mit Cyberattacken auf politische Einrichtungen in den USA den US-Wahlkampf beeinflussen zu wollen. Sie drohte mit Konsequenzen. Obamas Sprecher Josh Earnest bekräftigte, es werde eine „angemessene“ Reaktion geben, die aber nicht vorab angekündigt werde.

Obama verurteilte unterdessen bei einem Wahlkampfauftritt für Clinton Trumps frauenfeindliche Äußerungen: „Man muss nicht ein Ehemann oder ein Vater sein,, um zu sagen, dass das nicht richtig ist. Man muss nur ein anständiges menschliches Wesen sein.“ Den Republikanern, die Trump weiter unterstützen, warf Obama vor, es ergebe „keinen Sinn“, Trumps Aussagen immer wieder zu verurteilen, ihn aber dennoch zum „mächtigsten Präsidenten auf dem Planeten“ machen zu wollen.

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