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Umsatz: Das Geschäft mit Flüchtlingen

Von Der Zustrom von Flüchtlingen und Migranten ließ in Deutschland auch die Kassen von Unternehmen und umfunktionierten Hotels sprudeln. Doch am Ende gibt es auch die Verlierer.
In vielen Städten in Deutschland, wie hier in Halberstadt (Sachsen-Anhalt) wurden Container für Flüchtlinge aufgestellt. Foto: Jan Woitas (dpa-Zentralbild) In vielen Städten in Deutschland, wie hier in Halberstadt (Sachsen-Anhalt) wurden Container für Flüchtlinge aufgestellt.
Frankfurt. 

So viel Geld, werden viele denken. In der Tat, rund 50 Milliarden Euro soll den deutschen Steuerzahler die Hilfe für die Flüchtlinge, die in den zurückliegenden drei Jahren vor Krieg und Armut geflohen sind, kosten. Dies ist das Geld, das für die Unterbringung, Verpflegung sowie die Sprach- und Integrationskurse der Migranten aufgebracht werden muss.

Jedenfalls hat diesen Betrag das Institut der Deutschen Wirtschaft errechnet. Und die Ökonomen gehen weiter davon aus, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ob dieser gewaltigen Summe künftig nicht mehr ohne Neuverschuldung auskommt.

Doch wer verdient an diesen staatlichen Milliarden-„Investitionen“ in die Flüchtlinge ? Dass Menschen, die vor Krieg und Armut, geflohen sind, ein Dach über dem Kopf brauchen, liegt auf der Hand. Um das zu gewährleisten mussten die Kommunen viel Kreativität an den Tag legen, um Unterkünfte für die ihnen zugeteilten Flüchtlingen zu organisieren.

Unter diesen Umständen waren die Kommunen froh, wenn Hoteliers und Pensionsbetreiber kurzerhand ihre Herbergen in Flüchtlingunterkünfte umfirmierten. Lohnend war es für die Hoteliers allemal, denn meistens hatten deren Betriebe ihre besten Zeiten schon längst hinter sich. Und wer dann zum Beispiel vom Kreis 25 Euro täglich pro Flüchtling gezahlt bekommt, der überlegt nicht zweimal, ob das Betreiben einer Flüchtlingsunterkunft lukrativer ist als der tägliche Kampf um Hotelgäste. Solche umgewidmeten Hotels sind beispielsweise auch im idyllischen Hochtaunus zu finden. „Deren Namen möchten wir nicht nennen“, sagt Andrea Nagell, Sprecherin des Hochtaunuskreises. Aus gutem Grund, schließlich wolle der Kreis nicht, dass unliebsame Zeitgenossen auf die Flüchtlingsunterkünfte aufmerksam werden.

Der Jobmotor

Wer sich näher mit dem Thema beschäftigt, merkt schnell, dass Kommunen, Kreise und Verbände einsilbig werden, wenn es um das Thema „Geld und Flüchtlinge“ geht.

Da ist Klaus Kocks schon auskunftsfreudiger. Der ehemalige Sprecher des Volkswagenkonzerns ist jetzt Mediaberater von European Homecare, ein Unternehmen, das im Zuge der Flüchtlingskrise viel Geld verdiente. „European Homecare ist ein mittelständisches Familienunternehmen, das sich auf soziale Dienstleistungen spezialisiert hat. Wir helfen der Politik in ganz praktischer Hinsicht bei der Erfüllung bestimmter Aufgaben, die sich zum Beispiel aus dem Grundrecht auf Asyl ergeben“, steht auf der Homepage des Unternehmens. Und das natürlich nicht unentgeltlich. Rund 220 Millionen Euro Umsatz verzeichnete das Unternehmen im vergangenen Jahr mit Dienstleistungen rund um das Thema „Flüchtlinge“. Im Jahr 2013 beliefen sich die Umsätze in diesem „Geschäftszweig“ lediglich auf rund 27 Millionen Euro.

Und die Flüchtlingswelle wurde für European Homecare auch zu einem Jobmotor. Lag die durchschnittliche Mitarbeiterzahl im Geschäftsfeld „Flüchtling“ noch 2013 bei 247 Mitarbeitern, so waren es im vergangen Jahr rund 1800 Menschen, die ihr Auskommen mit der Betreuung von Migranten bei dem Essener Unternehmen fanden.

Schlecht bezahlte Lehrer

Doch Kocks bevorzugt das britische Understatement, wenn er die Erfolgsstory von European Homecare nicht unbedingt weitergeschrieben haben möchte. Das Business mit Flüchtlingen sei „sehr volatil“, weiß der PR-Fachmann.

Und unter der „Volatilität“ der „Branche“ haben die zu leiden, die am Ende der Nahrungskette stehen. Das sind zum Beispiel die Menschen, die als kurzfristig angelernte Security-Mitarbeiter für den Mindeststundenlohn von derzeit 8,84 Euro für die Durchsetzung der Hausordnung in einem Flüchtlingsheim verantwortlich sind.

Zu diesen gesellt sich dann noch die Armada von Lehrern, die Flüchtlinge in Deutsch unterrichten. Ein Beispiel: Carina Müller (Name geändert). Zu den Schülern der Germanistin gehören Erwachsene, die in ihren Heimatländern Syrien, Irak, Afghanistan meist studiert oder bereits in akademischen Berufen gearbeitet haben. Sie unterrichtet 36 Stunden in der Woche an einer Volkshochschule. Im Jahr 2016 betrug ihr Jahresbruttogehalt knapp 15 000 Euro. Das ist dann ganz wenig Geld.

dfg f dgh tg

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