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Eine kritische Merkel-Bilanz aus dem konservativen Lager: Das politische Buch: "Merkel. Eine kritische Bilanz"

Selfie mit Flüchtling: Angela Merkel 2015 beim Besuch einer Erstaufnahmeeinrichtung in Berlin-Spandau. Foto: Bernd von Jutrczenka (dpa) Selfie mit Flüchtling: Angela Merkel 2015 beim Besuch einer Erstaufnahmeeinrichtung in Berlin-Spandau.

An Bundeskanzlerin Angela Merkel kann man sich schon die Zähne ausbeißen. Das gilt sowohl für ihre Kritiker von links wie die von rechts. Ebenso wie SPD-Chef Martin Schulz, der sich bisher vergeblich bemüht, Merkel mit immer schärferen Attacken in die offene Wahlkampfschacht zu zwingen, können Konservative sie wieder mehr nach rechts verschieben.

In diesem Band arbeiten sich liberal-konservative bis rechtspopulistische Autoren von Norbert Bolz bis zu Thilo Sarrazin an der Kanzlerin ab. Zum Teil weisen sie ihr Inkonsistenzen in der Finanz-, Energie- und Flüchtlingspolitik nach. Der Politologe Werner Patzelt sagt, aus ihrem „Auf Sicht fahren“ sei eine Politik des „Versuch und Irrtum“ geworden. Aber die Kritiker können nicht verhindern, dass Merkel laut Umfragen wieder ähnlich beliebt ist wie vor der Flüchtlingskrise. Dieser Trend war, als das Buch entstand, noch nicht so ausgeprägt wie heute, aber schon absehbar. Die meisten Autoren stellen sich deshalb auch darauf ein, dass Merkel weitere vier Jahre Kanzlerin bleibt.

Auch wenn sich die meisten Kritiker in diesem Sinne vergeblich an ihr abarbeiten, ist das Interesse der Leser groß. Der von FAZ-Wirtschaftsredakteur Philip Plickert herausgegebene Sammelband kletterte in der „Spiegel“-Bestsellerliste auf Anhieb auf Platz 17.

Besonders interessant ist der differenzierte Blick, den die deutschen Juden Michael Wolffsohn und (der eher weniger konservative) Rafael Seligmann auf Merkels Flüchtlingspolitik werfen. Beide achten ihre humanitären Motive. Aber beide fürchten auch, dass die Massen-Einwanderung aus muslimischen Ländern den Antisemitismus wachsen lassen könnte. Umso beachtlicher sind Wolffsohns Schlusssätze zu Merkel: „Wer sich ... vom Humanitären Imperativ leiten lässt, verliert meine Unterstützung nicht. Es wird jedoch höchste Zeit, dass Merkel und ihre Unterstützer die Motive der Populisten durch kluge Politik und nicht durch Diffamierung neutralisieren.

Merkel. Eine kritische Bilanz. Philip Plickert (Hrsg.), 254 Seiten, 19,99 Euro, Finanzbuch.

(ds)
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